Geschafft!

Ich habe endlich die Fotos zu unserer Kanada-Reise hochgeladen. Ich weiß, lang hat es gedauert … Aber wie heißt es so schön: Was lange währt, wird endlich gut! 😉

Wer also auch noch die entsprechenden Bilder zu unseren Beiträgen ansehen möchte, der schaut am besten einfach noch mal in die einzelnen Beiträge rein. Die findet ihr über die Übersichtsseite oder ihr fangt einfach hier mit dem ersten Beitrag an. Viel Spaß!

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Übersichtskarte Kanadas Osten

Übersichtskarte Ostkanada

StepMap Übersichtskarte Ostkanada

 

Reisedaten in Kanadas Osten

-> 09.7.2015:
Flug & Ankunft Toronto (Ontario)

-> 09.-13.7.2015:
Aufenthalt Toronto (Unterkunft: Anne)

-> 13.-15.7.2015:
Aufenthalt Niagara Falls (Unterkunft: Pleasant Beach Campground am Lake Erie)

-> 15.-17.7.2015:
Aufenthalt Point Pelee (Unterkunft: Campers Cove im Wheatley Provincial Park)

-> 17.-19.7.2015:
Aufenthalt Parry Sound (Unterkunft: Richmond Lake Park)

-> 19.-21.7.2015:
Aufenthalt Sault Ste. Marie (Unterkunft: Glenview Cottages RV Park & Campground)

-> 21.-23.7.2015:
Aufenthalt Fairbank & Killarney Provincial Parks (Unterkunft: Fairbank Provincial Park Campground)

-> 23.-26.7.2015:
Aufenthalt Algonquin Provincial Park (Unterkunft: Canisbay Lake Campground)

-> 26.-28.7.2015:
Aufenthalt Ottawa (Unterkunft: Sleepy Cedars Family Camping)

-> 28.-30.7.2015:
Aufenthalt Thousand Islands (Unterkunft: 1000 Islands Camping Resort)

-> 30.7.-02.8.2015:
Aufenthalt Bruce Peninsula (Unterkunft: Happy Hearts Park Inc.)

-> 02.-04.8.2015:
Aufenthalt Toronto (Unterkunft: Anne)

-> 04.-05.8.2015:
Goodbye Ostkanada; Rückflug Frankfurt + Leipzig

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Geschichte & Kultur – Toronto im Sommer 2

Die Rückfahrt von der Bruce Peninsula nach Toronto zog sich ziemlich in die Länge. Einerseits gerieten wir in ein heftiges Unwetter inkl. Hagel, andererseits war es sehr voll auf dem Highway & der Verkehr staute sich dadurch häufig. Wir brauchten schließlich reichlich 5 Stunden für die 280 km & kamen erst gegen halb 8 bei A. an. Das Navi hatte ursprünglich mal 3 Std. 40 min für die Strecke berechnet…

Wir räumten nach unserer Ankunft zunächst das Auto aus & auf. Nico putzte es sogar auch noch ein wenig von innen, so dass es fast wieder wie neu aussah. 😉 Zum Abendessen hätten wir zwar noch jede Menge Kartoffeln gehabt, aber auf Kochen hatten wir heute keine Lust mehr. Stattdessen fuhren wir zu dem vegetarischen Restaurant „Fresh“, in dem wir auch schon vor 3 Wochen sehr lecker gegessen hatten. Das war eine gute Wahl – das Essen kam sehr schnell & war wieder köstlich!

Nach dem Abendessen trennten sich erst mal unsere Wege. A. kaufte ein paar Sachen für das morgige Frühstück ein & wir brachten das Auto zurück zum Flughafen. Wir hätten theoretisch noch bis morgen 10:30 Uhr Zeit gehabt, wollten das aber heute noch erledigen, um dann morgen mal wieder ausschlafen zu können.

Die Fahrt zum Flughafen war nach dem Tankstopp noch mal von einem kräftigen Regenguss begleitet. So schnell konnten die Scheibenwischer gar nicht wischen, wie das Wasser nachkam. Die Rückgabestation für die Mietwagen befindet sich bei Terminal 1 & ist auch recht gut ausgeschildert. Für die einzelnen Anbieter gibt es verschiedene Einfahrten. Wir dachten schon, wir hätten unseren Anbieter (Alamo) verpasst, aber wir waren einfach nicht weit genug gefahren. 😉 Die eigentliche Rückgabe ging dann sehr schnell. Der Mitarbeiter ging einmal um das Auto herum, prüfte Kilometerstand & Tankfüllung & dann bekamen wir eine kleine Quittung ausgedruckt & konnten gehen.

Wir mussten dann einmal quer durch das Terminal bzw. in die Ankunftshalle, um dann von hier aus (eine Etage tiefer) mit dem Bus 192 (Express) zur Kipling Station zu fahren. Der Bus ließ glücklicherweise nicht lange auf sich warten, so dass wir die U-Bahn-Station schnell erreichten. Bis wir dann wieder bei A. waren, schlug die Uhr aber dennoch fast Mitternacht. Wow, echt ein langer Tag heute! Ich muss erst mal schlafen… 😉

Für den nächsten Morgen war Ausschlafen angesagt. Wir ließen es ganz gemütlich angehen, frühstückten in Ruhe & überlegten, was wir heute machen könnten. Wir durften zunächst noch die Waschmaschine & den Trockner hier bei A. nutzen. Während A. sich ihrem Skype-Date widmete, machten wir uns auf den Weg zur Casa Loma, dem „einzigen Schloss in voller Größe in Nordamerika“.

An der Bathurst Station besorgten wir uns wieder einen Family Pass für 11,50 CAD & fuhren mit dem Bus 7 ein paar wenige Stationen bis zur Bridgman Avenue, um nach ein paar hundert Metern die beeindruckenden Gemäuer zu erreichen. Das Wetter war fantastisch, es war Feiertag (Civic Holiday)… Und es war voll! Vor dem Eingang der Casa Loma stand eine riesige Schlange. Aber wir hatten Glück: Von A. hatten wir zwei Toronto CityPässe erhalten. Der CityPass ist eine echt tolle Erfindung – gegen einen Festpreis bekommt man ein Booklet mit je einer Eintrittskarte für (in diesem Fall) 5 Sehenswürdigkeiten in der jeweiligen Stadt. Normalerweise muss man, sobald man die erste Attraktion besucht, die anderen Tickets innerhalb von 9 Tagen nutzen, da sie sonst verfallen. Die CityPässe von A. waren schon älter, aber damals wurde kein Datum eingetragen, so dass wir sie jetzt immer noch nutzen konnten. Und das Beste daran war (mal abgesehen davon, dass wir sozusagen umsonst in die Casa Loma kamen), dass man sich mit dem CityPass nicht mehr an die Schlange an der Kasse („Box Office“) anstellen muss, sondern direkt zur Rezeption gehen kann. So machten wir das & plötzlich waren wir schon drin. Yeah! Alles richtig gemacht. 😀

A. hatte uns empfohlen, Audioguides zu besorgen. Die gibt es im Untergeschoss (immer den Schildern nach) & die sind tatsächlich kostenlos UND auch in deutscher Sprache erhältlich. Einfach beim Ausleihen sagen, welche Sprache gewünscht wird. Da liefen wir nun bewappnet mit den Audioguides & einer Karte (ebenfalls auf Deutsch) durch die Casa Loma & hörten uns eine Beschreibung nach der nächsten an. Durch die Guides am Ohr konnte man richtig in die damalige Zeit eintauchen & sogar teilweise die Menschenmassen, die sich hier durch die Räume schoben, etwas ausblenden. Die Ansagen waren sehr gut eingesprochen, wirklich interessant, ohne dass es langweilig wird. Sehr, sehr empfehlenswert!

Der Bau der Casa Loma wurde 1911 von Sir Henry Mill Pellatt in Auftrag gegeben. Sein Traum war es, ein edwardianisches Schloss auf einem Hügel mit Blick auf Toronto zu besitzen. Fast 3 Jahre bauten 300 Männer an dem 18.500 Quadratmeter großen Schloss. Letztlich lebten Sir Henry Pellatt und seine Frau Lady Mary nur knapp 10 Jahre darin – von 1913 bis 1923 -, bevor sie aufgrund finanzieller Misserfolge gezwungen waren, es zu verlassen. Pellatt war jahrzehntelang erfolgreicher Kaufmann, starb jedoch mittellos, was wohl nicht zuletzt an den immensen Kosten gelegen haben wird, die der Unterhalt eines so riesigen Schlosses verschlingt.

Die Casa Loma umfasst auf 4 Etagen mehr als 90 Zimmer, von denen jedoch nicht alle öffentlich zugänglich sind. Aber es gibt mehr als genug zu sehen: Großer Saal mit Orgel, Bibliothek, Esszimmer, Servierzimmer, Raucherzimmer, Billiardzimmer, die Gemächer der Pellatts inkl. Badezimmer, Gästezimmer, Wintergarten und viele mehr. Einige sind so eingerichtet wie damals, in anderen wurden einzelne Möbel erneuert oder nachempfunden. Über die Audioguides wurden im Display auch ab und an Fotos eingeblendet, um zu zeigen, wie es zu der Zeit tatsächlich ausgesehen hat. Mit vielen Ideen war Sir Henry Pellatt seiner Zeit weit voraus. Er ließ beispielsweise überall WCs einbauen & eine Art „Wellnessdusche“ (so würde man es heute bezeichnen) mit verschiedenen regulierbaren Strahlern sowie ca. 50 Telefone installieren. Der Wintergarten wurde über ein Lüftungssystem beheizt. Es gab einen Fahrstuhl, der auch heute noch in Betrieb ist. Pellatt hatte sehr viele Träume, die er im Schloss verwirklichen ließ – einige konnten jedoch nicht umgesetzt werden, aber auch so wirkt die Casa Loma sehr imposant. Man ist beeindruckt, wie gut hier moderne & alte Techniken miteinander kombiniert wurden & perfekt zu harmonieren scheinen. Ich könnte noch viel mehr über das Schloss berichten, aber möchte auch nicht alles verraten. 😉 Meiner Meinung nach lohnt die Casa Loma in jedem Fall einen Besuch, wenn man in Toronto ist.

Nach etwas mehr als 2 Stunden Rundgang im Schloss (man sollte ruhig 2,5-3 Stunden dafür einplanen) liefen wir noch durch den angrenzenden Garten, um dann bald wieder zu A. zu fahren. Wir hatten angedacht, mit A. in den High Park zu fahren, weil dort zwei Stücke (im Wechsel) von Shakespeare aufgeführt werden. Laut Internet sollte heute „Cäsar“ kommen. Auf dem Hinweg (mit kleinem Umweg) besorgten wir uns im „Fresh“ jeder ein Essen zum Mitnehmen & dann nahmen wir die Subway zum High Park.

Für 20 Uhr war der Beginn des Stücks angesagt. Wir waren auch pünktlich da, aber leider sonst niemand. Das ist aber schade! Wir wissen bis jetzt nicht, warum das Stück nicht stattgefunden hat. Wegen des Feiertags etwa? Wie auch immer… [Nachtrag: Wir haben später herausgefunden, dass montags generell keine Aufführung ist. Das erklärt einiges!] Wenigstens hatten wir leckeres Essen. 🙂 Wir suchten uns einen schönen Platz an einem Teich & genossen plaudernd bei untergehender Sonne unsere „fresh bowls“. Pünktlich 21 Uhr attackierten uns die Mücken (nach denen kann man echt die Uhr stellen), so dass wir zurück nach Korea Town aufbrachen.

An der Christie Station stiegen wir aus & bemerkten, dass ganz in der Nähe eine Band spielte – beim Christie Park, einfach so. Wie schön! Wir suchten uns eine Sitzgelegenheit & lauschten für eine Weile dem Spiel der Musiker. Da bekommen wir ja heute doch noch etwas Kultur zu sehen & zu hören. 🙂

Zurück bei A. unterhielten wir uns noch alle zusammen mit ihren Mitbewohnern, die inzwischen auch von ihrem Campingausflug über das verlängerte Wochenende zurückgekehrt waren. Wir lachten viel & tauschten ein paar Storys aus. Sehr schön! 😀

Und dann brach schon der letzte Tag unseres Kanada-Urlaubs an. Wie die Zeit vergeht… Wir schliefen ein bisschen aus, frühstückten entspannt zusammen mit A., die sich spontan entschlossen hatte, heute von zu Hause aus zu arbeiten. Toll – so hatten wir noch mal etwas Zeit zusammen. 🙂

Nachdem wir unsere Rucksäcke (fast komplett) gepackt hatten, überlegten wir, was wir zum Abschluss noch Schönes machen könnten. CN Tower war uns mit 35 CAD (plus Steuern) zu teuer, das Panarama – ein Restaurant im 51. Stock eines Hochhauses – als Alternative eventuell? Leider öffnet es erst 17 Uhr. Zu der Zeit wollten wir allerdings zurück sein, um die letzten Reisevorbereitungen zu treffen. Was nun? Wir entschieden uns für den St. Lawrence Market, eine riesige Markthalle in der Nähe des Stadtteils Old Town. Außerdem wollten wir noch ein paar Kleinigkeiten einkaufen & mussten auch noch unsere SIM-Karte von Fido kündigen.

Der St. Lawrence Market ist ganz nett – es gibt verschiedenstes Essen aus der ganzen Welt zu kaufen, aber wenn man bereits Markthallen in europäischen Städten gesehen hat, wird man eventuell etwas enttäuscht sein. So ging es mir zumindest. 😉

Anschließend spazierten wir ein wenig durch das Viertel Old Town mit der St. James Cathedral & dem alten Rathaus. Im Eaton Center, der Shopping Mall, die wir bereits bei unserem ersten Toronto-Aufenthalt aufgesucht hatten, fanden wir dann auch einen Fido Store & außerdem die wohl unfreundlichste Kanadierin, die man sich vorstellen kann. :-/ Der Shop war schrecklich voll, draußen & aufgrund der offenen Türen auch drinnen war es unheimlich laut. Eine Art „Rezeptionistin“ hatte einen eher uninteressierten Blick aufgesetzt & kam direkt auf uns zu. Meine freundliche Begrüßung („Hi, how are you?“) wurde ignoriert bzw. mit einem Blick quittiert, der mich etwas frösteln ließ. 😀 Nun ja, die Dame fragte nach meinem Anliegen (Karte stornieren & Rechnung bezahlen) & motzte mich an, dass ich die Karte nur telefonisch stornieren, aber die Rechnung hier bezahlen könne. So so, mein Geld nehmt ihr also gern… 😉 Sie notierte meinen Namen & mein Ansinnen auf ihrem Board & überließ uns erst mal unserem weiteren Schicksal: Schlange stehen. Wir waren übrigens nicht die einzigen, die so unterkühlt behandelt wurden – es erging dem Anschein nach auch allen anderen so.

Kurz bevor wir an der Reihe waren, fragte sie uns, wie wir denn bezahlen wollten: Credit, Debit oder Cash? Natürlich in bar – wir hatten ja noch ein paar kanadische Dollar loszuwerden. 😉 Die Antwort passte ihr allerdings auch nicht so recht – ihr Blick dafür goldwert. Letztlich aber kein Problem – wir mussten nur noch etwas länger warten, weil man nicht an jedem Schalter bar bezahlen konnte.

Der Mitarbeiter am Tresen war im Gegensatz zu seiner Kollegin sehr freundlich, nahm unser Geld entgegen & bestätigte mir dann auch noch mal, dass ich für die Stornierung selbst anrufen müsse. Sie hätten hier keinen Zugriff auf solche Dinge. Aha, eigenartiges Konzept. Wie dem auch sei – er bot mir stattdessen an, dass ich eines der Mobilteile (Festnetz) nutze, um die Stornierung vorzunehmen. Das Angebot nahm ich dummerweise an. Die Verbindung war sooo schlecht (es knackte & kratzte ständig im Hörer), der Mensch am anderen Ende kaum zu verstehen & außerdem die Geräuschkulisse um mich herum einfach nur laut. Irgendwie habe ich mich durch das „Gespräch“ gekämpft & ich hoffe, dass die Stornierung geklappt hat, würde aber meine Hand nicht dafür ins Feuer legen. 😉 Übrigens sehr interessant, dass in einem Telefonladen die Telefone nicht richtig funktionieren. 😀

Nach dieser Aktion brauchte ich erst mal was zur Aufmunterung – ein Eis wäre toll! Wir liefen also weiter durch das Center & holten schließlich jeder eine Eistüte bei dem Burger-Anbieter mit dem großen M. Und danach mussten wir auch schon wieder zurück. Nico holte sich noch eine „fresh bowl“ im „Fresh“ & dann ging es zu A., um die restlichen Sachen zusammenzupacken, etwas zu essen & noch mit A. & ihrem Mitbewohner R. zu plaudern. Der bot uns sogar noch an, uns zum Flughafen zu bringen! Wie toll! Many thanks again!

Unser Flieger sollte 21:40 Uhr gehen – eigentlich. 😉 Wir waren knapp 2 Stunden vorher da & hatten zum Glück schon am Morgen online eingecheckt. Bei den Check-in-Schaltern von Air Canada für die internationalen Flüge war es völlig überfüllt – mehrere riesige Schlangen, wir entdeckten zunächst gar nicht das Ende. Puuuh, das könnte knapp werden… Aber wie sich schnell herausstellte, waren wir nicht die einzigen, die für den Flieger nach Frankfurt anstanden, sondern es läuft wohl sehr häufig so hier.

Um es kurz zu machen: Wir schafften es dank der doch guten Organisation auf dem Flughafen rechtzeitig zum Boarding & saßen halb 10 auf unseren Plätzen. Ein paar Passagiere schafften das aber scheinbar nicht, denn kurz darauf kam die Durchsage, dass sich ein paar Mitreisende im Terminal verlaufen hätten & wir daher noch warten müssten. Unser Start würde sich um ca. 10 min verschieben. Gut, daraus wurden letztlich 45 min… In Frankfurt landeten wir dann mit gut 35 min Verspätung, was aber für uns kein Problem war, da wir dennoch über eineinhalb Stunden Zeit bis zum Start unseres Fliegers nach Leipzig hatten. Die Pass- & eine erneute Sicherheitskontrolle meisterten wir souverän & nach unzähligen Gängen & einer kurzer Fahrt mit dem Shuttle kamen wir etwa 15 min vor Boarding am Gate an. In Leipzig landeten wir dann pünktlich & erreichten gegen 16 Uhr die heimischen Wände. Mann, das war ein toller Urlaub! 🙂

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Wir brauchen einen neuen Plan… – Auf der Bruce Peninsula

Donnerstag Morgen wurden wir nicht vom Wecker, sondern vom Regen geweckt. Hmm, das war so nicht geplant. 😉 Zum Teil schüttete es wirklich kräftig… Nico fing dennoch irgendwann an, das Zelt abzuwischen & für den Abbau vorzubereiten, während ich im Zelt alles zusammenpackte. Als wir gerade beide fertig waren & das Zelt abbauen wollten, legte der Regen noch mal richtig los. Sehr schön! 😀 Aber es nützte nichts – wir mussten los & hatten keine Zeit zu verlieren. Kaum war das Zelt im Auto verstaut, rissen die Wolken auf & die Sonne kam heraus. 😉

Gut 300 km & 3,5 h später kamen wir pünktlich in Toronto an & holten A. zu Hause ab. Ein kurzer Einkaufsstopp im Metro sowie ein noch kürzerer Halt an einer Tankstelle folgten & schon konnte es weitergehen. Also, fast… Erst mal war dichter Verkehr & Stau in Toronto zu überwinden, aber auch das gelang. Nur Geduld!

Die Strecke bis (fast) zur Spitze der Bruce Peninsula zog sich ganz schön in die Länge. Erst 19:30 Uhr (nach gut 4,5 h Fahrt) trafen wir am Campingplatz ein. Da wir reserviert hatten, war uns eine Campsite sicher, allerdings stand bereits fest, wo wir stehen würden, ohne dass wir sie vorher gesehen hatten – diesmal im Wald zwischen den Bäumen & nur wenig Sonne. Na ja, hoffentlich trocknet das Zelt noch etwas ab (von außen, innen war es ja trocken).

Nachdem das Zelt aufgebaut war, bereiteten wir unser Abendessen zu. Eigentlich hatten wir gedacht (mal ganz ungeachtet dessen, dass wir dafür schon hätten früher da sein sollen), wir könnten heute wieder Grillkartoffeln machen, allerdings wurde gerade heute für die Gegend ein Feuerverbot (fire ban) ausgesprochen. Oh, damit hatten wir ja nun gar nicht gerechnet. Schade eigentlich! Dann gibt es eben doch Salat, Brot, Möhren, Dips etc. In jedem Fall war es sehr lecker & wir danach alle satt!

Den allabendlichen Kampf gegen die Mücken führten wir auch wieder. Ich kann nicht sagen, wer da gewinnt oder verliert – unser Verbrauch an Mückenschutz steigt zumindest & wir hielten es diesmal relativ lang draußen aus: bis nach 22 Uhr! 😉

Nachts ist etwas Eigenartiges passiert. Ich war gerade dabei einzuschlafen, als ich unweit des Zelts ein Knurren & Brummen hörte. Kurz darauf raschelte es & ein größeres Tier rannte direkt an unserem Zelt vorbei. Ich bin der Meinung, dass das ein Bär war – weiß es aber natürlich nicht sicher. Es hörte sich in jedem Fall sehr danach an. Total aufregend! 😮

Am nächsten Morgen standen wir kurz vor 9 Uhr auf & nutzten die Duschen. Es war schon häufig so, dass man für das Duschen extra zahlt. An sich ist das ja okay, aber das hier sind wohl die teuersten Duschen auf einem Campingplatz, die ich jemals gesehen habe. An dem Münzeinwurf steht, dass man 2 CAD für 2 Minuten zahlen muss. Wir hielten das erst für einen Scherz – bisher haben wir meist 1 CAD für 5 bis 8 Minuten gezahlt. Und auf teuren Campingplätzen (wie diesem hier) war es manchmal sogar bereits inklusive. Aber hier scheint das wohl eine alternative Einnahmequelle zu sein. :-/ Das Wasser in der Dusche lief jedenfalls tatsächlich nach dem Einwurf der 2 Dollar kaum länger als 2,5 Minuten. Wenn man auch Haare waschen (& Spülung verwenden) möchte, ist das kaum zu schaffen. Ich brauchte also 4 Dollar für die Dusche. Das einzig gute war, dass die Duschen gerade vorher frisch gereinigt worden waren. Wenigstens das Timing passte also. 🙂

Nach dem ausgiebigen & gemütlichen Frühstück machten wir uns auf dem Weg nach Tobermory bzw. ins dortige Visitor Center & stellten fest, dass das Gelände hier bereits zum Fathom Five National Marine Park gehört – wir dachten, dass wir uns im Bruce Peninsula National Park befinden & der Marine Park sich nur auf die vorgelagerten Inseln erstreckt. Wir ließen uns von einer Mitarbeiterin beraten, was man hier so gesehen oder gemacht haben sollte, & zahlten den Eintritt (Day Permit). Sie verkaufte uns das Gruppenticket für 14,70 CAD. Später bemerkten wir, dass das eigentlich ein Family Ticket für bis zu 7 Personen war, von denen maximal 2 Erwachsene sein dürfen. Hmm, wer von uns Dreien ging denn jetzt als Kind durch? 😀

Eine Empfehlung war, mit dem Boot nach Flowerpot Island zu fahren. Diese Insel heißt so, weil sie zwei Felsen hat, die wie zwei riesige Blumenkübel aussehen. Wir stiegen zunächst auf den Aussichtsturm, der sich direkt beim Visitor Center befindet, & hatten von hier aus einen wunderbaren Blick über diese von Wäldern & Seen (Lake Huron & Georgian Bay) geprägte Landschaft.

Anschließend wanderten wir ins Zentrum & zum Hafen von Tobermory. Hier vermuteten wir die Anbieter für die Bootstouren. Im Prinzip gibt es aber nur einen Anbieter: Blue Heron Cruises. Und der wollte richtig viel Geld für die Überfahrt auf die Insel: Unter 33 CAD (plus Steuern) pro Person ging da nichts. Das war uns leider zu teuer, so dass wir stattdessen noch ein wenig am Hafen entlang schlenderten & einen älteren Herrn (es stellte sich heraus, dass er bereits 81 Jahre alt ist) befragten, wie wir denn günstig auf die Blumenkübel-Insel kämen. Er hatte leider auch keine andere Idee außer mit den Blue Heron Cruises, sondern meinte nur, dass wir entweder selbst ein Boot bräuchten oder jemanden kennen müssten, der ein Boot hat. Okay, dann lassen wir das. Wer will schon Blumenkübel sehen. 😉 Wir plauderten noch ein wenig & verabschiedeten uns dann von ihm & seinen beiden Alsation-Husky-Mischlingen.

Bevor wir wieder zurück zum Visitor Center liefen, erledigten wir noch schnell unseren Einkauf (wir brauchten schon wieder ein paar Lebensmittel) im hiesigen Foodland. Unterdessen zogen Gewitterwolken auf, die glücklicherweise aber doch nicht ihre Schleusen öffneten, so dass wir trockenen Fußes wieder am Visitor Center ankamen, wo wir unser Auto (kostenlos) geparkt hatten.

Schnell waren die Rucksäcke gepackt & auf den Rücken geschnallt, so dass wir bald darauf zu unserer kleinen Wanderung aufbrachen. Eine weitere Empfehlung war nämlich der Burnt Point Loop Trail, der direkt hinter dem Aussichtsturm startet. Und das war ein wirklich schöner Wanderweg von knapp 5 km Länge. Er führte zunächst durch Wald & dann zu mehreren wunderbaren Lookouts direkt am Ufer der Georgian Bay. Die luden sehr zum Verweilen ein – nicht nur, weil es hier so leer war, sondern auch, weil die Natur so wunderschön war, dass man einfach nur staunen & Fotos machen konnte, um wenigstens ein bisschen von dieser Schönheit einzufangen. An einem Aussichtspunkt gingen wir sogar (zumindest mit dem Füßen) ins Wasser. A. wollte eigentlich richtig baden, aber irgendwie dann doch nicht. Zugegeben, es wehte ein mitunter kräftiger Wind (ohne den es aber wohl unerträglich heiß wäre) & das Wasser war recht kalt. Es ließ sich aber auch ohne Baden sehr gut aushalten. 🙂

Als wir von der Wanderung zurückkamen, gingen wir noch mal ins Visitor Center & machten einen Rundgang durch die Ausstellung über die Region. Sehr schön & interessant – wir waren nur alle nicht mehr so übermäßig aufnahmefähig. Und A. hatte immer noch die Idee, heute noch schwimmen zu gehen.

Es gibt genau einen Sandstrand auf der Bruce Peninsula. Der nennt sich Singing Sands & liegt am Lake Huron (also auf der anderen Seite der Halbinsel) nur etwa 15 Autominuten entfernt von hier. Zu dem fuhren wir anschließend (inzwischen war es bereits halb 7), aber nur Nico & ich gingen (mit den Füßen) ins Wasser. A. schoss Fotos & setzte sich auf eine Bank, um die Aussicht zu genießen. Herrlich auch hier!

Auf dem Campingplatz machten wir uns gleich an die Vorbereitungen für das Abendessen. Auch heute sollte es wieder Couscoussalat sowie Brot, Möhren & Dips geben. Leider, leider galt immer noch das Feuerverbot… Das wird wohl schwierig mit den Grillkartoffeln. 😉

Nach dem Essen ließen wir den Abend gemütlich bei Kerzenschein & ohne größere Mückenattacken am Picknicktisch ausklingen. Den Mücken war es heute anscheinend zu windig. Uns war das mehr als recht. 🙂

Für den Samstagmorgen hatten wir vereinbart, gegen 8 Uhr aufzustehen, damit wir rechtzeitig am Parkplatz bei der Grotte & dem Overhanging Point sein könnten, bevor der voll wäre. Diese beiden Orte gehörten zu den Empfehlungen der Mitarbeiterin aus dem Visitor Center von gestern. Wie sich herausstellte, war eine Ankunft gegen halb 11 bereits zu spät. An der Schranke zu dem entsprechenden Eingang des Bruce Peninsula National Park über die Lake Cyprus Road hieß es nur, dass alles voll sei (auch auf Leuchttafeln stand, dass die Parkplätze voll seien), wir es doch aber gern in ein paar Stunden noch mal versuchen könnten. What?! In ein paar Stunden?!

Okay, neuer Plan: Wir fahren zum benachbarten Halfway Log Dump (der uns ebenfalls empfohlen worden war) & wandern von dort aus zur Grotte. Die entsprechende Straße & der Parkplatz waren aber auch bereits voll. Diese Idee hatten anscheinend schon einige Leute vor uns. Was nun? A. hatte den Einfall, am Singing Sands Beach zu parken (dort kann man kostenlos stehen) & dann von dort aus zu Fuß zur Grotte aufzubrechen.

Das klang doch nach einem sehr guten Plan! Zwar würde das bedeuten, dass wir wohl etwa 10-11 km für eine Richtung laufen müssten, aber das sollte doch – trotz der Hitze – zu machen sein. Wir hatten Glück & bekamen quasi den letzten offiziellen Parkplatz am Strand. 🙂 Dann nur noch Rucksäcke geschultert & los ging’s.

Bis zur Schranke, an der wir vor gut 1 h abgewiesen worden waren, sind es vom Singing Sands Beach etwa 2 km. Frohen Mutes kamen wir erneut dort an & freuten uns schon… Aber wir hatten uns zu früh gefreut. Einer der Mitarbeiter kam uns entgegen & meinte, dass wir nicht zu Fuß auf das Gelände dürften. Das sei so Vorschrift. Bis zum Parkplatz seien es ja noch 5 km & dann noch mal 2-3 km bis zur Grotte – das wären ja schon für eine Richtung „9 hours of walking“. Wir sahen ihn völlig entgeistert & ungläubig an (das muss ein Bild für die Götter gewesen sein). Ich wusste nicht, worüber ich mich mehr wundern sollte – dass man hier nicht zu Fuß die Straße entlang darf (man kann sogar mit einer Geldbuße belegt werden) oder dass man 9 Stunden für den Weg bis zur Grotte bräuchte!

Da standen wir nun – ein bisschen wie bestellt & nicht abgeholt – & überlegten, was wir stattdessen machen könnten. Ein zweiter Mitarbeiter bestätigte uns, dass wirklich alles voll sei – überall im Nationalpark… Das war aber schwierig heute!

Etwas enttäuscht trotteten wir zum Singing Sands Parkplatz zurück. Überall war inzwischen die Hölle los – Autos über Autos, beinah Stoßstange an Stoßstange. Wir hatten es gestern & heute morgen schon auf dem Campingplatz gemerkt – fast alle Plätze waren belegt. An einem verlängerten Wochenende (am Montag ist Civic Holiday – ein Feiertag – in Kanada) im Sommer (zumal ja auch noch bestes Wetter war & somit auch noch Tagesausflügler dazukommen) wollen anscheinend alle raus in die schöne Natur. Crazy!

Wir entschlossen uns (neuer Plan 😉 ), es wirklich später (also am frühen Abend) noch mal im Nationalpark zu versuchen & jetzt erst mal zu einer ganz anderen Stelle zu fahren. Auf der Karte, die wir am Vortag im Visitor Center erhalten hatten, war etwa 40 km entfernt ein Leuchtturm eingezeichnet. Das sollte nun also unser Ziel sein. Die Fahrt nach Cabot Head dauerte fast eine Stunde & führte zum Ende hin einen staubigen Schotterweg entlang. Hier hatten wir Glück & bekamen ziemlich direkt einen Parkplatz. Yeah!

Der (ehemalige) Leuchtturm bzw. die Cabot Head Light Station wird von einem Verein betrieben & gehört nicht zum Nationalpark. Eintritt mussten wir nicht zahlen, aber es wurde eine Spende von mind. 5 CAD pro Erwachsenem (Kinder kommen kostenlos rein) gewünscht (auf Vertrauensbasis). Die zahlten wir gern – schließlich unterstützt man damit die Region & solch schöne Orte.

In der Light Station gibt es ein kleines Museum & man kann bis in den Turm hochsteigen & hat von oben einen wunderbaren Blick über die Georgian Bay. Wir wanderten anschließend den Pfad an der Bucht entlang, hielten an mehreren Lookouts an & mussten uns vor „Poison Ivy“ (eine giftige Pflanze, die man besser nicht berührt) in Acht nehmen, die hier überall wuchs. Als wir uns gerade auf den Rückweg zum Auto machen wollten, entdeckte Nico eine Schlange, die sich aus dem Wasser an Land schlängelte. Oh, wie aufregend! Wir beobachteten sie eine Weile & schossen jede Menge Fotos. Angeblich war es eine Wasserschlange, aber das müsste ich noch mal prüfen (sobald ich mal wieder zuverlässiges Internet habe – Nachtrag: Wir haben das geprüft & es war tatsächlich eine Wasserschlange!). In jedem Fall war es toll, eine Schlange so nah zu sehen! Sie verschwand irgendwann im Dickicht & wir liefen zum Auto zurück.

Als nächstes fuhren wir nach Tobermory & besorgten unser Abendessen im Foodland. Unser Plan war es, möglichst noch zur Grotte zu kommen & dort dann zu essen, daher besorgten wir Brot, Tomaten, Gurken & ein Pesto. Auch dieser Plan ging nicht ganz auf, aber fast…

Wir steuerten also bereits zum 3. Mal heute die Einfahrt zur Grotte an. Es sah erst vielversprechend aus (trotz der Anzeige, dass alle Parkplätze voll seien), aber an der Schranke hieß es dann doch: Leider ist alles voll, aber wir könnten es wohl gegen 20 Uhr noch mal versuchen (inzwischen war es bereits 18 Uhr), wobei es heute eher gar nicht mehr klappen würde. Hmm, okay – dann versuchen wir es noch mal am Halfway Log Dump & siehe da – hier hatten wir endlich Glück! 4 Autos mussten noch raus, dann konnten wir rein. Die Strecke bis zum Parkplatz war ebenfalls eine staubige Schotterstraße & dauerte eine gefühlte Ewigkeit! Als wir ankamen, sahen wir, wie klein der Parkplatz war. Hier fanden nicht mal 100 Autos Platz. Kein Wunder, dass es überall voll war! Allein auf unserem Campingplatz standen mehr Autos als hier & das ist nur EIN Campingplatz von mehreren in der Gegend.

Aber egal, wir waren fast am Ziel. Wir füllten zunächst die Tageskarte (Day Permit) für den Nationalpark aus (hier läuft das über eine so genannte Self Registration – man befüllt einen kleinen Umschlag mit dem entsprechenden Geld – derzeit 11,70 CAD pro Fahrzeug, trägt Name, Adresse & Kfz-Kennzeichen ein, wirft den verschlossenen Umschlag in eine Art Briefkasten & legt die Quittung hinter die Windschutzscheibe). Dann packten wir schnell das Abendessen & unsere Badesachen zusammen & wanderten den Kilometer bis zum Halfway Log Dump.

Wow! War das schön hier! Ein toller (weißer) Steinstrand, glasklares Wasser, Sonne, blauer Himmel, nur wenige andere Besucher… Was will man mehr?! Wir mussten erst mal ins kühle Nass. Das Wasser der Georgian Bay ist schon recht kalt, aber es tat sooo gut. Diese Abkühlung hatten wir uns mehr als verdient. Herrlich! Fantastisch! Danach wärmten wir uns in den letzten Sonnenstrahlen & aßen genüsslich unser Abendbrot. Wir waren rundum glücklich… Dieses wunderbare Stück Erde hier – man kann es kaum in Worte fassen, auch die vielen Bilder, die wir gemacht haben, können diese zauberhafte Stimmung nur ansatzweise wiedergeben. Man muss es gesehen haben & dabei gewesen sein. 😉

Nachdem die Sonne hinter den Bäumen verschwunden war, wanderten wir noch etwas am Strand entlang zu den Felsen & kletterten dort hinauf, um dahinter noch mehr wunderschöne Landschaft zu bestaunen. Wahnsinn! Wir waren uns einig: Das war soooooo schön! Unglaublich…

Überglücklich traten wir den Rückweg an & erreichten gegen halb 10 den Campingplatz. Für morgen hatten wir uns vorgenommen, schon gegen halb 7 aufzustehen, um es dann erneut bei der Grotte zu versuchen. Vielleicht klappt das ja doch noch?!

Am Sonntag ging der Wecker nun dementsprechend früh an. Heute war Abreisetag & auch letzter Campingtag für uns. Das Zelt war fix verstaut & wir verließen bereits kurz nach halb 8 den Campingplatz & fuhren in Richtung Lake Cyprus Road. Grotte, wir kommen! 🙂

Wir hatten tatsächlich Glück. Die Schranken waren offen. Wir konnten bis zum Cyprus Lake Office fahren & uns dort eine neue Day Permit holen (die von gestern galt nicht mehr – im Fathom Five National Marine Park gilt das Ticket hingegen 24 Stunden) – natürlich nachdem wir erst mal Schlange gestanden hatten. Gestern hatten wir mitbekommen, dass der Parkplatz an der Grotte bereits 9 Uhr morgens voll war – ich glaube, heute wird er schon halb 9 voll sein. Was hier schon an Leuten unterwegs war! Echt verrückt!

Auf dem Parkplatz (der hier deutlich größer dimensioniert war als beim Halfway Log Dump) gab es noch genügend Stellplätze, die sich aber auch rasch füllten. Wir bereiteten unser Müsli fürs Frühstück vor, packten noch die Badesachen ein & liefen den 1 km langen Georgian Bay Trail bis zur Felsenküste. Wir suchten uns ein ruhiges Plätzchen hoch oben auf den Felsen des Indian Head Cove & genossen beim Frühstück die wunderschöne Aussicht. Das war sehr entspannt!

Als wir aufbrachen, zog es sich bereits ein wenig zu. Zunächst nur Schleierwolken… Später kamen Gewitterwolken hinzu, aber ich greife vor. 😉 Inzwischen hatte sich der Steinstrand in der Nähe bereits so sehr gefüllt, dass man den Eindruck hatte, man sei in einem Freibad gelandet. Es war einfach nur laut, also wanderten wir an den Klippen entlang weiter zur Grotte. Aber auch hier war viel los, so dass man es allein aufgrund der Lautstärke nicht so recht genießen konnte.

Aber es gab ja noch den Overhanging Point – etwa einen weiteren Kilometer von hier entfernt. Der Weg war als „sehr schwierig“ eingestuft & an einigen Stellen einerseits sehr rutschig, da die Felsen so glatt sind, andererseits auch etwas mit Klettern verbunden, aber durchaus machbar. Später ging es durch den Wald bis zum Boulder Beach, einem weiteren (größeren) Steinstrand am Indian Head Cove. Dieser Teil des Weges gehört übrigens zum Bruce Trail, Kanadas ältestem & mit knapp 900 km auch längstem Wanderweg, der bei Niagara-on-the-Lake (der Beginn unserer Campingtour) startet & in Tobermory sein Ende findet.

Am Boulder Beach angekommen, sahen wir, dass relativ dunkle Wolken aufzogen & es schon sehr nach Regen aussah. Da wir uns nicht sicher waren, ob wir es trocken bis zum Overhanging Point & wieder zurück zum Parkplatz schaffen würden, entschieden wir uns für die sofortige Umkehr. Keiner von uns hatte Lust, bei Regen oder gar Gewitter über die rutschigen Felsen zu klettern.

Diese Entscheidung war goldrichtig! Wir waren noch keine halbe Stunde zurück am Parkplatz, wo wir erst mal ein wenig dösten (oder Blog schrieben 😉 ), als plötzlich ein wirklich heftiges Gewitter samt Regenguss über uns hereinbrach. Das war nicht nur für die Natur gut – seit Tagen muss es hier trocken gewesen sein, denn es galt immer noch die höchste Warnstufe für Waldbrände (also immer noch „complete fire ban“) & auch die Pflanzen entlang des Georgian Bay Trails waren komplett mit einer Schicht aus Staub bedeckt, der hier aufgewirbelt wird, wenn so viele Leute den Weg entlanglaufen. Auch für unser Auto war das prima – von den vielen Schotterpisten gestern zierte es ebenfalls eine dicke Staubschicht. So können wir uns wohl wirklich den Weg durch die Waschanlage sparen. 😉

Noch entspannen wir hier im Auto, aber bald werden wir uns auf den Rückweg nach Toronto machen. Unsere Campingtour durch Ontario hat wirklich sehr viel Spaß gemacht & fand ihren krönenden Abschluss zusammen mit A. auf der Bruce Peninsula. Vielen Dank, dass du uns begleitet hast! 🙂

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Wir gehen in die Luft… – Über den Thousand Islands

Dienstag hieß es für uns erneut weiterfahren. Ab kurz vor 8 Uhr konnte ich schon nicht mehr schlafen, weil es im Zelt bereits zu heiß wurde. Die Nacht war daher etwas kurz, denn wir waren am Abend zuvor erst relativ spät aus Ottawa zurückgekehrt & den Bericht für den Blog hatte ich auch noch geschrieben. Aber egal… Heute würde es dafür entspannt werden. 🙂

Die anderen Camper auf dem Zeltplatz waren bereits am Vortag morgens abgereist, aber dafür hatten sich in dem Wäldchen, das den Zeltplatz vom übrigen Teil des Campgrounds abtrennt, neue Zeltnachbarn niedergelassen, die zwar nicht zu sehen, aber dafür zu hören waren & ständig ihrem Kind sagten, dass es dies oder jenes nicht tun dürfe.

Die Sonne brannte schon heftig, während wir noch frühstückten. Und als ich dann das Zelt ausräumte, war es da drinnen (fast) so heiß wie in einer Sauna. Eine Dusche danach, die hier noch mal einen Dollar (oder „Loonie“, wie die Kanadier sagen) extra kostet, war mehr als angebracht. Und dann ging es wieder auf die Straße… In Richtung Süden zum St. Lawrence River & damit erneut nah an die Grenze zu den USA.

Bis zu unserem nächsten Campingplatz, dem 1000 Islands Camping Resort, waren es nur gute 160 km, die auch recht schnell gefahren waren. Bereits halb 3 (mit Einkaufsstopp in Prescott) konnten wir eine Runde drehen & uns den besten der noch verfügbaren Plätze aussuchen. Unsere Wahl fiel auf die Nummer 39 – mit eigenem Wasseranschluss. Für 2 Nächte wurden wir hier 67,80 CAD los, aber dafür gab es einen wirklichen tollen Stellplatz, einen Pool, einige Tiere (Streifenhörnchen, Eichhörnchen, Vögel, Nutrias, Libellen, Raupen usw.), einen Streichelzoo, Hüpfburgen & WLAN (allerdings nur in der Nähe des Office). Eine (heiße oder warme) Dusche kostet auch wieder extra (1 Dollar = 8 min warmes Wasser), kalt kann man aber umsonst duschen. Auf dem letzten Campground ging das nicht.

Wir stellten zunächst das Zelt auf, machten Kaffeepause & nutzten dann mal den Pool. Das war herrlich erfrischend! 🙂 Und gerade auch sehr leer – außer uns war nur noch ein weiteres Pärchen hier. Nach dieser angenehmen Abkühlung sammelte Nico Feuerholz & entzündete schon mal ein Feuerchen.

Für das Abendessen hatten wir uns Back-/Grillkartoffeln besorgt. Die waren bereits in Alufolie verpackt & konnten direkt auf die Glut gelegt werden. Nach einer knappen Stunde waren sie durch & sehr, sehr lecker! Außerdem gab es Salat, Gemüse, Dips & etwas Brot. Viel zu viel eigentlich… 😉

Nachdem die Kartoffeln fertig waren, wurde natürlich noch mal Feuerholz aufgelegt. Neben dem Feuer konnten wir auch bald schon die Glühwürmchen bestaunen, die um uns herum & zwischen den Bäumen blinkten. Wie schön! Nach 21 Uhr gesellten sich allerdings die Mücken dazu & wurden wieder so aggressiv, dass es draußen nur schwer auszuhalten war – trotz jeder Menge Off! Also, Rückzug…

Am nächsten Morgen standen wir – einigermaßen ausgeschlafen – kurz nach 9 Uhr auf & aßen ganz gemütlich unser Frühstück: verschiedene Müsli mit Heidelbeeren & Bananen. Sooo lecker! Die beiden Streifenhörnchen, die sich immer mal wieder zu uns gesellten, freuten sich auch über ein Stück Banane, ein paar Heidelbeeren & Haferflocken. 😀

Wir wussten noch nicht so genau, was wir heute machen wollten. Laut Reiseführer seien die vielen Inseln im Sankt-Lorenz-Strom am besten per Boot zu erkunden. Wirklich Lust auf eine dieser Touri-Bootsfahrten hatten wir allerdings nicht. Der Nationalpark bietet außerdem einige Wanderwege & vor allem Campingmöglichkeiten auf einer der über tausend Inseln. Aufgrund der Hitze war uns aber nicht so recht nach wandern. Am Campground Office gab es einen Ständer mit einigen Flyern für Unternehmungen in der Region, u. a. auch für einen Helikopter-Flug. Oh, das weckte natürlich unser Interesse (& Erinnerungen – Stichwort: Neuseeland!). Wir entschieden uns also, den „1000 Islands Helicopter Tours“ einen Besuch abzustatten. 😉

Die Firma hat ihren Sitz bei Gananoque (gesprochen: Gänänokwee) am Highway 401 an der Ausfahrt 645. Das waren nur wenige Autominuten vom Campingplatz. Dort angekommen, wurden wir freundlich begrüßt & beraten. Insgesamt werden 5 verschiedene Flüge angeboten, die zwischen 99 CAD (für 10 min Flug) und 450 CAD (für 1 h Flug) kosten – pro Person, versteht sich. Im Flyer waren nur 3 Touren erwähnt. Wir entschieden uns für die beliebteste Tour (die Boldt Castle Tour, ca. 18 min Flugdauer) für 149 CAD. Da natürlich noch Steuern & eine Gebühr hinzukamen, waren wir zu zweit mal eben 345,70 CAD los. So schnell kann es gehen… Dafür bekamen wir einen kleinen privaten Rundflug & man gönnt sich ja schließlich sonst nichts! 😉

Und was soll ich sagen? Der Flug war jeden einzelnen Cent wert! Da gerade beide Hubschrauber belegt waren, mussten wir noch etwas warten, aber wir hatten es ja nicht eilig. Vor dem Einsteigen sollten wir uns noch einigen, wer vorn sitzen darf. Neben dem Piloten ist nur ein Platz frei, aber im Prinzip stand es schon fest, dass ich nach vorn darf. Nico traut sich keine Gespräche auf Englisch zu, daher durfte die private Dolmetscherin ran. Diese Funktion hat also durchaus auch Vorteile. 😉

Also, schnell eingestiegen, Kopfhörer auf, angeschnallt & schon ging es los. Der Pilot hat neben dem obligatorischen Funkverkehr (zu seiner Position etc.) auch ein paar Erklärungen zu dem gegeben, was wir da gerade vor bzw. unter uns sahen. Durch den Sankt-Lorenz-Strom verläuft die kanadisch-amerikanische Grenze & die meisten der über 1860 (registrierten) Inseln dieser Region gehören zu Kanada. Das Boldt Castle, eine Burg, die Herr Boldt Anfang des 20. Jahrhunderts für seine Frau errichten ließ (die allerdings zu früh verstarb & das Castle daher nie fertiggestellt wurde), steht auf einer Insel, die zu den USA gehört, so dass wir sogar einen internationalen Flug hatten. Zwar haben wir amerikanischen Boden nicht betreten (brauchten daher auch unsere Pässe nicht), aber wir waren zumindest im US-Luftraum. [Kleine Randnotiz: Herr Boldt ist übrigens durch das „Thousand Islands Dressing“ reich geworden.] Die Aussicht von oben & diese Art des Fliegens sind unbeschreiblich… Grandios… Beeindruckend! [Ich wäre auch gern Hubschrauberpilot(in)!] Aber leider haben auch die schönsten Dinge mal ein Ende. Die 18 Minuten vergingen im wahrsten Sinne wie im Flug… (Sorry, den konnte ich mir einfach nicht verkneifen.) 😉

Nach dem Flug durften wir noch ein Foto von uns vor dem Hubschrauber machen (lassen) & wir hätten noch für weitere 50 CAD (plus Steuer sicherlich) das Video erwerben können, das während des Fluges mit den beiden GoPro-Kameras (eine innen, eine außen am Helikopter) gedreht wurde. Darauf haben wir allerdings verzichtet.

Immer noch total aus dem Häuschen fuhren wir in den kleinen Ort Gananoque, kauften noch ein paar Sachen fürs Abendessen & besorgten Geld am Bankautomaten. Das hatten wir ja gerade mit vollen Händen ausgegeben. 😉

Auf dem Rückweg zum Campingplatz machten wir noch einen kurzen Stopp an einem Lookout. Schön hier, aber von oben war das doch deutlich beeindruckender! Auf unserem Stellplatz legten wir eine kleine Kaffeepause ein & Nico heizte schon mal wieder das Feuer an. Weil das gestern so lecker war, wollten wir auch heute noch mal Back-/Grillkartoffeln essen. Diesmal allerdings selbst gemacht. Wir hatten uns ein paar Süßkartoffeln & ein paar normale Kartoffeln sowie Alufolie besorgt. Das Ganze war schnell vorbereitet & während es in der Feuerstelle richtig heiß wurde, kühlten wir uns im Pool ab. Herrlich! So kann man sich das gefallen lassen. 😉

Nach dem Badespaß gab es bald Abendessen: Kartoffeln mit verschiedenen Dips. Auch heute wieder extrem schmackhaft! Besonders die Süßkartoffeln… Sehr zu empfehlen!

Das war ein fantastischer Tag heute! Wow! Ich bin immer noch ganz euphorisch… 🙂

Morgen holen wir unsere Freundin A. in Toronto ab & fahren mit ihr auf die Bruce Peninsula. Das wird ein Spaß! Wir freuen uns! 😀

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Im Herzen Kanadas – Ottawa entdecken

Sonntag Morgen ging der Wecker wieder halb 9 an. Eigentlich nicht zu früh, aber irgendwie doch. 😉 In der Nacht hatte es noch ein paar Mal geschauert & es tropfte immer noch von den Bäumen. Dennoch mussten wir das noch etwas nasse Zelt abbauen (nach dem Frühstück) & weiterziehen.

Nach einem Zwischenstopp in der Comfort Station (Duschen!) ging es – bei bestem Sommerwetter & fast 30 Grad – auf dem Highway 60 weiter durch den Park Richtung East Gate (bei Kilometer 56) & dann noch knapp 200 km, bis wir mal wieder den Trans-Canada-Highway erreichten. Während man auf dem Highway 60 gerade mal höchstens 80 km/h schnell fahren darf, sind es auf dem Trans-Canada-Highway 90 bzw. teilweise sogar 100 km/h (dort, wo er für beide Richtungen zweispurig ausgebaut ist). Das Fahren an sich ist recht entspannt (besonders für mich als Beifahrer 😀 ) – niemand drängelt, alle wirken relaxed. Ganz anders als in Deutschland. 😉

In einem Ort namens Arnprior (etwa 80 km vor unserem heutigen Ziel & knapp 50 km vor Ottawa) deckten wir uns mit Lebensmitteln & Benzin ein & erreichten gegen 16:30 Uhr den Campingplatz „Sleepy Cedars Family Camping“ südlich von Ottawa. Hier wurden wir von einer Truppe älterer Herren in Empfang genommen, einer davon entpuppte sich als der Eigentümer. Nach dem (üblichen) Check-in führte uns seine Frau über das Gelände zum Zeltplatz („tenting area“) – eine riesige Wiese mit mehreren Picknicktischen & Feuerstellen. Alles nur für uns – keine anderen Zelte weit & breit. Der Bereich, wo die Wohnwagen & Camper stehen (größtenteils Dauercamper, wie es aussieht), ist von hier aus noch nicht einmal zu sehen.

Wir hatten also die Qual der Wahl – wo stellen wir unser Zelt auf?! 😉 Wir haben natürlich ein schönes Plätzchen gefunden & kurz nach 5, als das Zelt dann stand, eine kleine Kaffeepause mit Kuchen eingelegt.

Angesichts der vielen Feuerstellen brannte es Nico förmlich unter den Nägeln – hier muss sich doch ein Feuer machen lassen?! Trockenes Holz war schnell gefunden & über kurz oder lang brannte es auch schon lichterloh in einer Feuerschale unweit unseres Stellplatzes. 🙂

Nach dem leckeren Abendessen spazierten wir noch eine Runde über das Gelände. Außer den Dauercampern gibt es hier einen Pool, eine Mini- & eine „Maxi“-Golfanlage, mindestens einen Hasen, ein paar (amerikanische) rote Eichhörnchen, Glühwürmchen, Streifenhörnchen & jede Menge Vögel. Und gegen halb 9 kamen noch zwei junge Leute mit Zelt – sind wir doch nicht mehr allein auf dem Platz hier. 😉

Am nächsten Morgen standen wir bereits kurz nach 8 Uhr auf – einerseits wollten wir nicht zu spät in Ottawa sein, andererseits wurde es auch bereits unerträglich warm im Zelt. Nach dem Frühstück ging es direkt los. Für die knapp 30 km bis Downtown brauchten wir eine gute halbe Stunde. Die Parkplatzsuche gestaltete sich nicht ganz so einfach. Je näher man dem Zentrum kommt, desto kürzer darf man parken (zumindest am Straßenrand). Wir fanden in einer Nebenstraße (Lisgar Street) einen Parkplatz, auf dem wir für 15 CAD bis 20 Uhr stehen konnten. Später haben wir noch mal nachgelöst – für 4 CAD bis 4 Uhr am nächsten Morgen.

Zunächst steuerten wir die Touristeninfo an (die erst kürzlich in die 90, Wellington Street umgezogen ist). Hier bekamen wir etwas Infomaterial zu Self-guided Walks (Touren auf eigene Faust), einen Stadtplan & außerdem Tickets für eine geführte Tour im Parlament. Die nächste freie Tour (in englischer Sprache, französisch würde natürlich auch angeboten) im so genannten Centre Block war 14:45 Uhr. Bis dahin hatten wir noch gut 3 Stunden Zeit. Alle Touren im & rund um das Parlament sind übrigens kostenlos (& im Nachhinein wirklich sehr empfehlenswert).

Wir sahen uns zunächst auf dem gegenüberliegenden „Parliament Hill“ um, wo die Parlamentsgebäude stehen. Auf dem Weg zum Centre Block passiert man erst die Centennial Flame, die in der Silvesternacht 1966 zum hundertsten Jahrestag der Gründung der Confederation (Zusammenschluss der damaligen Provinzen Ontario, Québec, Nova Scotia & New Brunswick) entzündet würde. Rechts & links vom Centre Block befinden sich der East bzw. West Block & direkt davor steht der 90 m hohe Peace Tower, der ein Glockenspiel (Carillon) mit 53 Glocken beherbergt, die jeweils zwischen 4,5 kg und 10 t wiegen & heute mehrfach live bespielt wurden. Ein Großteil des Außengeländes ist allerdings aufgrund einer riesigen Baustelle am West Block derzeit nicht zugänglich. Sehr schade!

Daher liefen wir weiter zum benachbarten Rideau Canal. Hier gibt es eine Schleusentreppe mit insgesamt 8 (auch heute noch handbetriebenen) Toren, die seit 2007 zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt. Wir konnten beobachten, wie 3 Yachten die gut 24 Meter vom Ottawa River zum Rideau Canal nach oben „geschleust“ wurden. Da muss man ein bisschen Zeit mitbringen, wenn man hier mit seiner Yacht unterwegs ist. Für uns war es auf jeden Fall spannend zu beobachten.

Ganz in der Nähe befindet sich der Confederation Square mit einem Kriegsdenkmal. Hier konnten wir zufällig der Wachablösung beiwohnen – auch nicht ganz unspektakulär. 🙂

Nach einem Spaziergang durch die Sparks Street, eine autofreie Einkaufsstraße, schlenderten wir am Ottawa River entlang zum Parliament Hill zurück bzw. erst noch zum Nepean Point an der Alexandra-Brücke, einem Aussichtspunkt mit tollem Blick über Ottawa & ihre Schwesterstadt Gatineau (auf der anderen Seite des Ottawa River), die sich bereits in der (französischsprachigen) Nachbarprovinz Québec befindet. Zusammen bilden sie den „Capital District“ (also den Hauptstadtbezirk). Hieran erkennt man wunderbar: Kanadas Herz schlägt zweisprachig. 🙂

So langsam wurde es Zeit für unsere Führung im Parlament. Die begann mit leichter Verspätung am Flaggenmast. Von hier aus durchliefen wir zwei Sicherheitskontrollen: Zunächst wurden die Rucksäcke aller Teilnehmer manuell geprüft, dann ging es durch einen Scanner – ähnlich wie am Flughafen (inkl. Gürtel ablegen & Taschen ausleeren). Und dann ging die Führung endlich los, also fast. 😉 Mark, unser Guide, sammelte erst noch unsere Tickets ein, um diese wegzubringen, & prüfte anschließend, ob die vorherige Führung bereits weit genug entfernt war, so dass wir starten konnten.

Mark führte unsere etwa 25-köpfige Gruppe durch mehrere Gänge & Räume, darunter das House of Commons, den Senat, die Bibliothek (sehr, sehr sehenswert – der älteste Raum des gesamten Komplexes), Besprechungsräume etc. Er erklärte alles recht ausführlich (& sprach daher auch ziemlich schnell) & beantwortete auch Fragen gern. Nach einer knappen Stunde war die Führung vorüber & wir durften ein, zwei Ecken des Gebäudes selbst erkunden, z. B. mit dem Fahrstuhl den Peace Tower hinauf. Von hier aus hat man auch noch mal einen sehr schönen Blick über Ottawa & die Umgebung.

Vom vielen Laufen & auch von der Hitze (es waren locker um die 30 Grad, vielleicht auch mehr – das war für uns der bisher heißeste Tag des Urlaubs) waren wir schon etwas fußlahm, so dass wir mal eine Pause einlegen wollten. Dank unserer App „Happy Cow“ fanden wir im Viertel Byward Market (hier gibt es jede Menge Cafés, Bistros & Restaurants sowie eine Markthalle) ein kleines Café namens „Peace Garden“. Und wie klein die Welt doch ist – am Tresen stand ein Deutscher! So lässt es sich natürlich noch einfacher bestellen. 😉

Nach Kaffee, Kuchen & zwei Smoothies sowie einer netten Unterhaltung mit dem Wiesbadener wanderten wir frisch gestärkt zur nahegelegenen Basilique Notre-Dame, vorbei an der National Gallery of Canada, die wohl durchaus auch einen Besuch lohnt, allerdings bereits 17 Uhr geschlossen ist (wobei wir angesichts unserer bisherigen gelaufenen Strecke keine ernsthaften Ambitionen hat, dort noch reinzuschauen).

Der Rückweg zum Auto (wir wollten ja noch nachlösen) führte uns weiter durch den Byward Market & anschließend kurz durch das Rideau Centre (Ottawas größtes Einkaufszentrum). Da es auch so langsam Zeit für das Abendessen war & das vegetarische Restaurant („Perfection Satisfaction Promise“), das wir uns ausgesucht hatten, nur bis 20 Uhr geöffnet hatte, liefen wir vom Auto direkt zum Restaurant. Das war zwar klein, aber total niedlich & das Essen äußerst lecker!

Als wir aus dem Restaurant kamen, regnete es gerade ziemlich heftig, so dass wir uns nebenan im Hauseingang unterstellten & warteten, dass der Regen nachließ. Dann liefen wir zum Rideau Canal (der die Stadt übrigens in East & West unterteilt) & dort die Promenade bis zu den Schleusen entlang. Eigentlich wollten wir nur noch die Zeit bis 22 Uhr überbrücken, dann sollte eine Light Show am Parliament Hill stattfinden. Wir setzten uns in der Nähe des Nepean Point in den Park & entspannten noch etwas. Halb 10 liefen wir schließlich zum Parlament, um dann allerdings dort zu erfahren, dass die Light Show heute aufgrund des Wetters (es regnete gerade wieder) ausfallen muss. Das ist aber sehr schade! Statt der Show warteten wir nun also den Regen ab, bevor wir zum Auto zurückkehrten & schließlich zum Campingplatz fuhren.

Damit ging mal wieder ein wunderbarer Tag zu Ende. Ottawa hat uns wirklich gut gefallen – hier könnte man ohne Weiteres mehrere Tage verbringen, ohne dass es langweilig wird. Morgen geht es für uns aber weiter zu den „Thousand Islands“ im Sankt-Lorenz-Strom.

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Wo sich Elche & Bären gute Nacht sagen… – Im Algonquin Provincial Park

Was haben wir am Donnerstag wohl gemacht? Ihr werdet es euch sicher denken können… Genau, wir sind weitergezogen. Also, das übliche Programm: Zelt abbauen, frühstücken, duschen, Abfahrt!

Unser Ziel sollte der Algonquin Provincial Park sein. Benannt nach einem Indianerstamm, wurde er bereits 1893 gegründet (in erster Linie nicht als Erholungsgebiet, sondern um die Interessen der Holzindustrie zu wahren – hier wurde & wird zum Teil immer noch jede Menge Holz geschlagen) & ist das älteste & zweitgrößte Schutzgebiet Ontarios.

Unser Weg dahin führte uns erneut durch Sudbury. Hier tätigten wir unsere Einkäufe (wieder im Independent), füllten den Tank des Autos auf & an der Bank auch unsere Portemonnaies, in denen schon wieder Ebbe herrschte. Von Sudbury aus waren es noch 280 km & damit gut 3 h bis zum Park. Teilweise war es recht voll auf den Straßen & der Verkehr stockte etwas, aber im Grunde verlief die Fahrt sehr entspannt.

Wir erreichten das West Gate kurz nach 17 Uhr & erkundigten uns hier gleich im Office nach Campingplätzen. Reserviert hatten wir nämlich nichts, aber da wir auch keinen Strom brauchen, versicherte uns der Mitarbeiter, dass es kein Problem sei, noch eine Campsite zu finden. Die 9 Campgrounds, die es im Park gibt, verfügen alle über eigene Büros, bei denen man sich einfach erkundigen kann. Er empfahl uns gleich noch 2 Campingplätze, die er selbst gut findet, & wir saßen kurz darauf wieder im Auto – guter Dinge, dass wir noch einen schönen Platz finden würden. 🙂

Ein paar Kilometer weiter sahen wir ein Auto am Straßenrand stehen & ein Pärchen, das irgendwas fotografierte. Was gab es denn hier außer Wald zu sehen? Als wir die beiden passierten, sahen wir es auch: eine Elchkuh! Leider hatte ich die Kamera nicht so schnell bereit… Wir wollten auch nicht extra anhalten. Aber schon ein paar hundert Meter weiter standen wieder Autos am Straßenrand & noch mehr Leute daneben… Diesmal war ein Elchbulle unterwegs & den habe ich auch mit der Kamera erwischt. Ganz schön groß, die Elche! 🙂

Kurz darauf erreichten wir den Canisbay Lake Campground (eine der Empfehlungen) & erkundigten uns nach einem freien Platz für 3 Nächte. Überhaupt kein Problem! Die Mitarbeiterin nannte uns ein paar verfügbare Campsites & bot uns an, die erst mal anzusehen & uns dann zu entscheiden. Wir machten uns mit Karte & Zettel bewaffnet auf den Weg & inspizierten die Stellplätze (natürlich mit dem Auto – allein dieser Campground hat über 200 Sites). Übrigens konnten wir das schon häufiger so machen – erst mal eine Runde über den Platz drehen & uns eine schöne Stelle aussuchen. Nur zu empfehlen! Wenn das nicht angeboten wird, kann man auch ruhig danach fragen. Es wird niemand etwas dagegen haben, denke ich.

Wir entschieden uns für Campsite 98 & bezahlten für 3 (diesmal nicht nur 2!) Nächte. Da waren wir auch direkt 133,06 (bzw. 133,05) CAD los. Verrückt! Okay, dieser Preis würde auch für bis zu 6 Personen (mit 1 Fahrzeug & auf 1 Stellplatz) gelten. Dann ist das gar nicht so teuer, aber wir sind nur zu zweit. 😉

Das Zelt war auch wieder recht zügig aufgebaut, allerdings ist der Boden hier recht steinig, so dass ein paar Heringe mit etwas mehr Gewalt (also mithilfe eines Steins) in den Boden getrieben werden mussten. Aber Nico hat das natürlich hinbekommen, während ich mich um die „Innenausstattung“ kümmerte. 😉

Zum Abendessen hatten wir Brot, Aufstriche, Möhren, Gurke & Dips. Sehr lecker! Halb 9 wurde uns der Kampf gegen die Mücken aber zu mühsam, so dass wir allmählich den Rückzug (ins Zelt) antraten. So zeitig geh ich eigentlich nie ins Bett (es sei denn, ich bin krank), aber man kann ja auch im Zelt noch lesen und/oder Blog schreiben. 😉

Am nächsten Morgen kam, während wir gerade beim Frühstück am Picknicktisch saßen, der Ranger („Park Warden“) vorbeigefahren & hielt an jeder Bucht an (die Campsites sind teilweise recht groß & alle als separate Buchten angeordnet), um mitzuteilen, dass nachmittags (14:30 Uhr) auf dem Campingplatz am Strand eine Infoveranstaltung („Bear Awareness“) zu den hier heimischen Black Bears (Amerikanische Schwarzbären) stattfinde & man ruhig vorbeischauen solle, wenn man Zeit hätte. Das klang gut! Vielleicht können wir das irgendwie in unseren Tagesablauf einplanen?! Wir werden sehen…

Weil das beim letzten Mal so gut geklappt hatte, wollten wir heute auch wieder im Campground Office nachfragen, welche der insgesamt 16 Wanderungen denn besonders zu empfehlen seien. Zwar hatte die Mitarbeiterin selbst noch nicht so viele gemacht, so dass sie eher vom Hörensagen Empfehlungen geben konnte, aber das half uns ja auch schon mal weiter. Laut ihrer Aussage war der „Track & Tower Trail“ sehr beliebt. Wenn man dann noch Lust & Zeit hätte, könnte man den kurzen „Lookout Trail“ machen (den sie selbst auch schon gemacht hatte).

Zurück am Auto erfuhren wir auch endlich, was die Aussage „You’re in bear country“ oder auch das Schild „Bear in the area“, das hier direkt neben dem Office steht, bedeutet: Nico sah ein paar Leute auf dem Parkplatz stehen, die alle in eine Richtung schauten… Und was sahen sie? Und wir dann auch? Einen Schwarzbären! Aufregend! Der trottete am Waldrand so vor sich hin – sicher auf der Suche nach Futter. Kurz darauf war er aber schon wieder im dichten Dickicht verschwunden & das Spektakel vorbei. 😉

Total euphorisch (wir hatten unseren ersten größeren Bären in freier Wildbahn gesehen!) machten wir uns auf den Weg zu unserer ersten heutigen Wanderung – den „Track & Tower Trail“. Der ist knapp 8 km lang & man solle bis zu 4 h dafür einplanen. Er beginnt unweit unseres Campingplatzes bei Kilometer 25 (das West Gate zählt im Park als Kilometer 0 entlang des Highway 60), so dass wir nicht weit fahren mussten.

Eingesprüht mit „Deep Woods“ von Off! waren wir bereits seit dem Frühstück (& hatten das andere, etwas schwächere Off!-Produkt dabei), legten aber noch Sonnenschutz auf (heute erneut bestes Sommerwetter) & schon ging es los. Als erstes kamen uns in Abständen mehrere Wanderer entgegen, die voll ausgestattet waren: Wanderschuhe, Wandersachen, Hut mit Moskitonetz etc. Ich in kurzen Hosen, T-Shirt & Sandalen kam mir irgendwie „underdressed“ vor. Sollte es wirklich so schlimm werden? Glücklicherweise nicht… Später begegneten wir auch „normal gekleideten“ Leuten. 😉

Der Track selbst war wieder gut ausgeschildert – diesmal mit blauen bzw. weißen reflektierenden Scheiben. Er führte hauptsächlich durch Wald… Viel Wald! Es ging hoch und wieder runter… Wir kamen gut ins Schwitzen, passierten unterwegs zwei größere Seen (hatte ich schon erwähnt, dass es im Algonquin Provincial Park rund 1.600 Seen gibt & etwa 10 % der gesamten Fläche des Parks von Gewässern bedeckt ist?) & kamen nach gut der Hälfte der Strecke zu einem wunderschönen Aussichtspunkt. Hier hatte mal ein Feuerturm gestanden – leider wurde der in den 1950er Jahren demontiert. Aber auch ohne Turm war die Aussicht vom Felsen aus auf Wälder & Seen fantastisch!

Für den Rückweg (es ist zum größten Teil ein Rundwanderweg) mussten wir uns etwas beeilen, da wir sehr gern zu der Infoveranstaltung gehen wollten. Etwas nervig an der Wanderung war, dass wir fast ununterbrochen „umschwärmt“ wurden. Umschwärmt zu werden, kann ja durchaus schön sein, aber doch bitte nicht von jedem (!) dahergeflogenen Insekt! 😉

Wir benötigten etwas mehr als 2 h für die gesamte Strecke (inkl. Pause am Aussichtspunkt) & kamen damit gerade rechtzeitig wieder zum Campingplatz zurück. Der Parkplatz am Strand war bereits gut gefüllt.

Just in dem Moment, als wir zum Strand liefen, begann auch schon der Ranger mit der Begrüßung. Es hatten sich wirklich jede Menge Leute eingefunden, darunter auch viele Kinder. Wir erfuhren allerlei Wissenswertes über die heimischen Schwarzbären. Hier im Park gibt es mit etwa 2.000 Exemplaren die höchste Schwarzbärendichte in ganz Ontario. Sie sind natürlich Einzelgänger, halten gut 5 Monate Winterruhe, ernähren sich zu 85 % pflanzlich (fressen aber im Prinzip alles, was ihnen vor die Schnauze kommt) & das Weibchen kann 1-3 Kinder bekommen (die in der Regel im Winter auf die Welt kommen & dann 18 Monate bei der Mutter bleiben).

Ein Großteil der Veranstaltung drehte sich darum, wie man sich verhalten soll, wenn man beim Campen oder Wandern auf einen Schwarzbären trifft. Im Prinzip ergreift ein Schwarzbär sehr wahrscheinlich die Flucht, wenn er auf Menschen trifft, aber wenn er Hunger hat & man Lebensmittel oder Müll herumliegen lässt oder dabei hat, kann er durchaus ungemütlich werden. Essen ist grundsätzlich so zu verstauen, dass der Bär es nicht riecht & auch nicht sieht (die wissen, was eine Kühlbox enthalten kann & wie man die aufkriegt!). Alles, was nur im Entferntesten essbar sein kann, lockt Bären an, auch Zahnpasta oder Deos. Ich könnte hier noch zig andere Dinge aufführen, die wir erfahren haben, möchte euch aber nicht langweilen. 😉

Der Ranger hat das in jedem Fall sehr gut vorgetragen, zum Teil auch vorgespielt. Am Ende gab es noch ein paar Quizfragen, bei denen die Kinder Sticker oder Tattoos erhielten, wenn sie die Antwort wussten. Und man durfte ein Bärenfell anfassen (kuschelig weich!). Und die Erwachsenen konnten sich Informationsmaterial geben lassen (so haben wir das gemacht). Der Besuch einer solchen Veranstaltung lohnt sich also in jedem Fall! 🙂

Im Anschluss daran setzten wir uns wieder ins Auto & fuhren zum „Lookout Trail“ (bei Kilometer 40). Der ist etwa 2 km lang & führt hauptsächlich einen Berg hoch. Oben gab es dann zwei wunderschöne Lookouts, die zum Verweilen einluden. Herrlich!

Zum Abschluss schauten wir kurz im Visitor Center vorbei. Neben einer sehr interessanten Ausstellung (für die wir leider nicht mehr so ganz motiviert waren) sahen wir uns einen 12-minütigen Film über den Algonquin Provincial Park & seine Geschichte an & verbrachten noch etwas Zeit auf der Aussichtsplattform. Das kostenlose WLAN wollten wir ebenfalls nutzen, allerdings funktionierte das nur mittelprächtig, aber wenigstens hatten wir hier endlich mal wieder Handyempfang. 😉

Den Abend ließen wir bei Couscoussalat & einem Feuerchen auf unserer Campsite ausklingen. Für das nötige Feuerholz sorgte Nico (& bekam sogar eine Axt von unserem Campnachbarn geliehen). Fein! So lässt es sich gut aushalten. 🙂

Samstag war unser zweiter Tag hier & diesmal bauten wir noch nicht unser Zelt ab. Mal ganz was anderes! Auch sehr schön! Wir hatten uns auch nichts weiter vorgenommen. Morgens hatte es schon mehrfach etwas geregnet, aber zum Frühstück blieb es trocken.

Danach fuhren wir eine der drei Comfort Stations an – einerseits um zu duschen, aber auch um mal wieder Wäsche zu waschen. Die Waschautomaten schlucken hier 1 CAD & 2 x 25 Cent, die Trockner 2 x 1 CAD. So viele 1-Dollar-Münzen hatten wir zwar gerade nicht, aber ich fragte einen Camper in der Nähe, der mir gern 2 Dollar wechselte. So konnten wir uns den Weg zum Camp Office sparen.

Während sich unsere Wäsche im Trockner drehte, regnete & gewitterte es draußen heftig! Wir hatten kurz zuvor überlegt, heute doch noch eine kleine Wanderung zu machen, aber das hatte sich angesichts dieses Wetters erledigt. Stattdessen steuerten wir, nachdem die Wäsche sauber & trocken war, noch mal das Visitor Center an. Auf diese Idee waren allerdings nicht nur wir gekommen, sondern auch viele andere Besucher. Dementsprechend voll war es hier, aber dennoch relativ entspannt. Wir setzten uns erst mal in den Restaurantbereich & beobachteten Wetter & Leute. Später liefen wir noch mal durch die Ausstellung – heute mit mehr Elan. 😉 Sehr sehenswert & wirklich schön gemacht – sowohl für Kinder als auch Erwachsene. Das (leider nicht zuverlässige, aber kostenlose) WLAN nutzten wir auch noch mal, bevor es dann wieder allmählich zurück zum Campingplatz ging.

Der Regen hatte inzwischen nachgelassen, so dass wir auch noch am Strand vorbeischauten. Es waren tatsächlich ein paar Leute baden – okay, kalt war es ja nicht & ob man nun von oben oder von unten nass wird, macht dann wohl auch keinen Unterschied mehr. 😉

Nach dem Abendessen (erst bei etwas Sonnen-, später dann Kerzenschein) hörten wir ein wenig (aber ganz leise) Musik. Eigentlich dürfte man das in diesem Bereich des Campingplatzes nicht, denn wir stehen mit unserem Zelt in einer „radio & pet free zone“ (Haustiere sind also auch nicht erlaubt). Die Gespräche unserer Nachbarn waren aber zum Teil deutlich lauter als unsere Musik, daher fiel das gar nicht auf. 😉

Wahrscheinlich werden wir uns schon bald ins Zelt begeben. (Die Mücken werden langsam, aber sicher lästiger.) Schön war’s im Algonquin Provincial Park! Elche & Bären haben wir in freier Wildbahn sehen können. Klasse! Morgen geht es in Kanadas Hauptstadt: Ottawa! Wir freuen uns! 🙂

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