Impfungen – oder: „Hurra, wir wurden gepiekst!“

Ja, auch Impfungen sind ein nicht ganz unwichtiges Thema (neben Flugtickets, Visabestimmungen, Reisekrankenversicherung usw.) – insbesondere wenn es auf Reisen in ferne Länder geht. Und zu Impfungen hat ja auch jeder eine ganz eigene Meinung. Während meine Schwester panische ziemliche Angst vor Spritzen hat, stört mich persönlich die „Piekserei“ weniger. Unangenehm sind eher die Nachwirkungen, die sich bei mir in Form von einer Art „Muskelkater“ im Oberarm äußern. Nico steht dem Ganzen total entspannt gegenüber – er merkt ja meist noch nicht mal etwas von irgendwelchen „Nachwirkungen“. Beneidenswert!

In Vorbereitung auf unsere Reise stießen wir bei der Recherche recht bald auf Infos zu den möglichen Impfungen, die uns aufgrund der gewählten Reiseländer bevorstehen würden. Auf der Website des Auswärtigen Amts findet man zu den einzelnen Ländern eigentlich auch alle wichtigen Infos zu Impfungen. Grundsätzlich wird empfohlen, sich in einem „Tropenmedizinischen Institut“ individuell (also abgestimmt auf die zu bereisenden Länder) beraten zu lassen. Daher habe ich erst mal recherchiert, welche Möglichkeiten hier vor Ort dafür in Frage kommen. Schnell kristallisierte sich die hiesige Uniklinik heraus, die ich dann auch Mitte Oktober anrief, um einen Termin zu vereinbaren. Wenn man tagsüber arbeitet, ist es gar nicht so einfach, zügig einen Termin zu bekommen – wir durften uns dann noch reichlich 5 Wochen gedulden, um am „späteren“ Nachmittag (also nach 16 Uhr) einen der (offensichtlich heiß) begehrten Termine zu ergattern. Wenn wir morgens ab 10 Uhr schon mal Zeit gehabt hätten (ich meine, wer hat das nicht?! 😉 ), dann hätten wir auch schon 2 Wochen früher hingehen können.

Ende November stand dann endlich unser Beratungstermin in der Tropenmedizin an. Wir waren natürlich wieder erst auf den letzten Drücker da (Nico musste ja noch eine Stunde von der Arbeit bis zur Uniklinik fahren & hatte zusätzlich auch noch Stau, ich bin mit der Straßenbahn hingefahren & habe dann noch etwas gewartet), mussten aber zunächst mal die Anmeldung finden. Ach herrje, großes Gebäude, viele Gänge – auf den ersten Blick alles etwas unübersichtlich – wir wussten nur, dass es in Haus 4 sein soll (wo wir uns auch gerade befanden), aber selbst diese Einschränkung brachte uns erst mal nicht weiter. Mithilfe einer freundlichen Mitarbeiterin, die uns Auskunft darüber gab, wie wir am besten zur zentralen Anmeldung kommen, gelangten wir dann doch noch (rechtzeitig) ans Ziel. An der Anmeldung hieß es aber erst mal: Nummer ziehen! (Obwohl nur ein Schalter offen war …) Nach erfolgreicher Anmeldung (verbunden mit dem Ausfüllen eines einseitigen Fragebogens) durften wir uns ins Wartezimmer setzen und haben dann dort – ganz dem Namen des Zimmers entsprechend – gewartet und gewartet … und gewartet und das Kreuzworträtsel in der dort ausliegenden Zeitung der Uniklinik ausgefüllt (sogar das Lösungswort haben wir errätselt) … Letztlich haben wir eine reichliche Stunde gewartet, bis wir endlich aufgerufen wurden. Der diensthabende Arzt war dann aber sehr auskunftswillig und hat uns umfangreich beraten und uns eben auch mehrere Impfungen empfohlen (Hepatitis A/B – wobei wir mit diesen Impfungen schon im Vorfeld begonnen hatten, Recherche sei dank -, Tollwut, Typhus, Japanische Enzephalitis). Die vom Robert-Koch-Institut empfohlenen Standardimpfungen sollten natürlich auch aufgefrischt/aktuell sein. Mit den ersten Impfungen ging es dann direkt los: für mich gleich drei (meine letzte noch ausstehende Hepatitis-A-Impfung, außerdem die jeweils 1. Tollwut- und Jap.-Enz.-Impfung), für Nico nur die beiden letzteren, da seine letzte Hep-Impfung erst Ende Februar fällig ist. Anschließend wurde direkt der nächste Termin vereinbart – für die kommende Woche, diesmal erst 17:30 Uhr. Tollwut umfasst insgesamt 3 Impfungen: Die 2. wird schon eine Woche später verabreicht, die 3. einen Monat nach der 1. Impfung. Und natürlich haben wir jeder auch eine (doch recht hohe, da dreistellige) Rechnung mitbekommen. Na ja, man gönnt sich ja sonst nichts. 😉 Und für eine etwa einstündige Beratung war bspw. das Honorar doch recht niedrig (35 EUR, die uns glücklicherweise auch nur einmal berechnet wurden) – teuer waren eher die eigentlichen Impfstoffe. Die Typhus-Impfung haben wir zu dem Zeitpunkt noch nicht bekommen (können), da der Impfstoff für die Injektion damals nicht lieferbar war. Es war auch noch nicht absehbar, wann dieser wieder lieferbar sein würde, aber ein bisschen Zeit hatten wir ja noch, so dass wir erst mal nicht vorschnell auf die Alternative der Typhus-Schluckimpfung zurückgreifen wollten, da deren Wirksamkeit geringer sein soll als die der Injektion. Also, erst mal abwarten … zumal wir das Glück haben, dass zu unserem Freundeskreis ein paar Apotheker zählen, die z. T. auch in Apotheken arbeiten, und uns Bescheid geben wollten, wenn der Impfstoff wieder verfügbar wäre. [Lieben Dank an J., die uns kurz vor Weihnachten dann informiert hat.]

Die Kosten für diese so genannten Reiseimpfungen werden von den meisten Krankenkassen erstattet (meine wirbt sogar ausdrücklich auf ihrer Website damit). Daher haben wir uns am darauf folgenden Wochenende hingesetzt und entsprechende Schreiben an unsere jeweilige Krankenkasse aufgesetzt und die Rechnungen beigelegt. Eine knappe Woche später hatte ich einen Anruf meiner Krankenkasse, dass mir das Geld gerade eben überwiesen wurde und „damit die Reisekasse gleich wieder aufgefüllt“ sei. 🙂 Herrlich! So könnte es immer (mit den Krankenkassen) laufen. 😉 Erfreulicherweise konnte ich sogar feststellen, dass der gesamte Rechnungsbetrag (bestehend aus Beratungshonorar, Konsultationsgebühr, Impfleistung und Dokumentation, Parallelimpfungen und die Impfstoffkosten) erstattet wurde. Bei Nico wurde „nur“ nahezu der gesamte Betrag erstattet, aber immerhin.

Der 2. Impftermin (Tollwut) dauerte dann deutlich kürzer (inzwischen kannten wir uns ja auch schon etwas in der Uniklinik aus) und der Rechnungsbetrag fiel diesmal auch geringer aus. Kurz vor diesem Termin hatte ich noch ein recht witziges, wenn auch leicht erstaunliches Erlebnis. Da Nico gut bei der Arbeit eingespannt war und nicht wusste, ob er es pünktlich schaffen würde, hatten wir ausgemacht, dass ich etwas früher in die Uniklinik fahre, um uns schon mal anzumelden. Ich war dann gegen 10 nach 5 da und durfte also erst mal die Nummer ziehen (das hatte Nico bei unserem ersten Termin gemacht – ich hatte den Automaten damals glatt übersehen und war direkt daran vorbeigelaufen). Dieser Automat besitzt jedenfalls mehrere Tasten (je eine Taste pro Schalter, wobei theoretisch jeder Schalter für eine andere Abteilung zuständig ist, wie in der Erläuterungstafel daneben zu lesen ist – bei unseren Besuchen war allerdings immer nur ein Schalter besetzt, an dem glücklicherweise auch jedes Anliegen bearbeitet wird). Neben diesen Tasten leuchtet jeweils ein Lämpchen (rot oder grün). Ich ging also zu diesem Automaten und wollte mir da ein Ticket ziehen. Dazu habe ich erst mal die Erläuterungen überflogen und hatte dann auf die Taste gedrückt, die für meine Begriffe zu der passenden Abteilung gehört (das Lämpchen daneben leuchtete allerdings rot, wie mir dabei auffiel). Der Automat piepte nur kurz und zeigte eine Fehlermeldung. In dem Moment stürmte (!) plötzlich von links ein (deutlich) älteres Ehepaar mit Stock heran und drückte flink auf die Taste neben dem grünen Lämpchen und siehe da: Es wurde ein Ticket mit Nummer ausgedruckt! Ich war leider zu perplex, um auch nur irgendetwas sagen zu können. Mehr als ein staunender Blick war nicht drin. Ich musste erst mal realisieren, was da gerade passiert war: Wurde ich eben wirklich kurz vorm Zieleinlauf von zwei Rentnern mit Stock überholt? Verrückt!

Beim 3. (und vorerst letzten) Termin Anfang Januar lief dann alles recht reibungslos. Für jeden von uns gab es 3 Impfungen – die 3. Tollwut-, die 2. Jap.-Enz.-Impfung und die (1. und einzige) Typhus-Impfung (ja, der Typhusimpfstoff war bzw. ist inzwischen wieder lieferbar) – und natürlich, ihr ahnt es schon, eine Rechnung (wieder im dreistelligen Bereich).

PS: Insgesamt kommen wir übrigens auf über 500 EUR pro Person für diese Impfungen (den Großteil trägt ja glücklicherweise die Krankenkasse).

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