Ankunft in Sri Lanka – oder: Das Abenteuer beginnt! ;-)

Heute ist schon Dienstag – wir sind also bereits seit einem Tag in Sri Lanka, genauer gesagt in Akurala bei Ambalangoda an der Südwestküste.

Wie in unserem letzten Bericht geschrieben, wollten wir eigentlich im Flieger ein bisschen schlafen. Wir haben es auch probiert (mit Ohropax, Nackenkissen, Decke und allem drum und dran), aber es wollte einfach nicht klappen. Es ist auch nicht so leicht, 18 Uhr (dt. Zeit) schon einzuschlafen, wenn man in der Nacht zuvor ganz wunderbar geschlafen hat. 🙂 Jedenfalls habe ich dann irgendwann den Minifernseher vor mir wieder eingeschaltet & einen Film angesehen. Nico hatte es kurz danach auch aufgegeben, schlafen zu wollen, & stattdessen an seinem Fernseher „Caveman“ gespielt.

Insgesamt war es relativ ruhig im Flieger, aber ich glaube, die wenigstens haben wirklich geschlafen. Der Flieger war anscheinend auch bis auf den letzten Platz besetzt – zumindest in dem Bereich der Economy Class, in dem wir saßen. Wir hatten übrigens Plätze  in der linken Fensterreihe (die – wie die rechte Fensterreihe – nur aus 2 Plätzen bestand, die Mittelreihe hatte 4 Plätze).

Etwa 2 Stunden vor der Landung ging dann wieder das Licht an & dann sollte es schon wieder zu essen geben. Wir hatten aber noch gar keinen Hunger, also haben wir nur den Salat & das Obst unserer Mahlzeit genommen – im Gegensatz zu unseren Nachbarn. 😉 Alle anderen schlemmten wieder fröhlich vor sich hin. Und danach war eigentlich nicht mehr an Schlaf zu denken – bis zur Landung war ja auch nicht mehr viel Zeit.

Nur noch wenige Kilometer bis zum Ziel

Nur noch wenige Kilometer bis zum Ziel

4:40 Uhr (Ortszeit, 0:10 Uhr dt. Zeit) sind wir schließlich pünktlich nach knapp 10 Stunden Flug gelandet. Die Außentemperatur betrug 25 °C, was man erst mal nicht so sehr gemerkt hat, da am Flughafen eigentlich alles klimatisiert ist.

Nachdem wir einen schier endlos langen Gang entlang gelaufen waren, um unser Gepäck abzuholen, mussten wir aber zuvor noch einen Zettel mit unseren persönlichen Daten (Name, Geburtsdatum Reisepass-Nr.), der Adresse unserer Unterkunft & dem Zweck unserer Reise ausfüllen (Holiday, Business etc.) & uns anschließend an der Schlange beim Immigration Officer anstellen, der unseren Reisepässen jeweils einen neuen Aufkleber & Stempel verpasste.

Außerdem hat er noch gefragt, wie viele Tage wir bleiben wollen, & das wars. Ein Weiter- oder Rückflugticket (wie im Vorfeld häufig zu lesen war) wollte niemand sehen. Direkt danach liefen wir durch den Duty-Free-Bereich, wo wir uns mit Fernsehern, Waschmaschinen, Mikrowellen, Alkohol und Ähnlichem hätten eindecken können. Ähm, nein – brauchen wir gerade nicht. 😉

Nachdem wir endlich am Gepäckband angekommen waren, auf dem unsere Rucksäcke schon fleißig Runden drehten, haben wir uns die geschnappt & sind Richtung Ausgang gelaufen.

Am Flughafen Colombo

Am Flughafen Colombo

Dort war auch schon jede Menge Trubel – hauptsächlich Bus- und Taxifahrer, die Reisegruppen abholen wollten, aber auch die Geldwechsler hatten gut zu tun & die Verkaufsstände für Prepaid-SIM-Karten waren ebenfalls schon besetzt, die Touristen-Info allerdings (leider!) nicht. Wir haben erst mal einen Geldautomaten gesucht, um uns mit unseren ersten srilankischen Rupien einzudecken. Das hat auch geklappt & nun mussten wir zusehen, wie wir am besten zum Bahnhof in Colombo kommen (der Flughafen liegt etwa 30 km nördlich von Colombo in Katunayake).

Zunächst sind wir  nach draußen, um uns einen Überblick zu verschaffen. Keine so gute Idee! Uns erwarteten außer tropischer Hitze & feuchtwarmer Luft mehrere Minibus- und Taxifahrer, die uns unbedingt nach Galle fahren wollten. Eieiei – bloß weg! Also, doch wieder rein in die Ankunftshalle & dort ein Taxi buchen (da war es etwa 6.40 Uhr). Die Kosten für das Taxi waren ein recht teures Vergnügen, aber egal – erst mal weiter (und wir hatten eine Quittung, auf dem der Preis für die Fahrt stand – im Reiseführer hatten wir gelesen, dass man bei Fahrten mit Taxis oder Tuk Tuks häufig übers Ohr gehauen wird, wenn man nicht vorher den Preis aushandelt).

Im Taxi (ohne Klimaanlage)

Im Taxi (ohne Klimaanlage)

Kurz nachdem wir nun Katunayake verlassen hatten, fragte uns der Fahrer, ob wir Autobahn oder Landstraße fahren wollen – Autobahn würde 3.000 Rupees (umgerechnet etwa 17,70 EUR) extra kosten (mehr als die eigentliche Taxifahrt!) – ähm, nein, unter diesen Umständen fahren wir lieber Landstraße. Die Antwort gefiel ihm nicht so gut – er meinte, dass wir auf der Landstraße etwa 2 Stunden brauchen würden, wenn viel los ist (und es war viel los, inzwischen hatte ja der Berufsverkehr angefangen). Auf der Autobahn würde es nur etwa eine halbe Stunde dauern & plötzlich sollte es nur noch 300 Rupees extra kosten. Okay, das hörte sich schon besser an. Also fuhren wir Autobahn – die 300 Rupees wurden dann auch direkt an der Mautstelle kurz vor Colombo kassiert. Der Fahrer brachte uns jedenfalls sicher zum Bahnhof „Colombo Fort“.

Bahnhof "Colombo Fort"

Bahnhof „Colombo Fort“

Dort wurden wir nun auch direkt wieder von Tuk-Tuk-Fahrern bestürmt, die uns sonstwohin bringen wollten. Wir hatten aber vor, mit dem Zug nach Ambalangoda zu fahren, wo uns dann Roy (der Hausherr der „Piya Nivasa“, unsere erste Unterkunft) abholen wollte, wenn wir ihm mitteilen, mit welchem Zug wir ankommen.

Nachdem wir die Tuk-Tuk-Fahrer abgeschüttelt hatten, haben wir erst mal den Schalter gesucht, an dem wir die Tickets für die 2. Klasse nach Ambalangoda kaufen können. In Sri Lanka gibt es drei Klassen: die 3. Klasse mit Holz- oder Plastikbänken, die 2. Klasse mit gepolsterten Sitzbänken und Ventilatoren an der Decke und die 1. Klasse als Schlaf- oder Panoramawagen, die aber eher selten mitgeführt werden. Den Schalter haben wir mit etwas Suchen & Unterstützung von einem Einheimischen (der uns erzählte, dass er eigentlich aus Ambalangoda käme & wohl auch Roy kennen würde) letztlich gefunden & unsere Tickets zum Preis von (nur) 190 Rupees (!) pro Person gekauft (umgerechnet etwas mehr als 1 € – wohlgemerkt für die 2. Klasse & für eine Fahrt von knapp 2 Stunden). Bis zur Abfahrt hatten wir noch etwa eine Stunde Zeit. Der „Freund“ von Roy hatte uns schon gesagt, dass unser Zug von Gleis 5 fahren würde – wir wollten das aber noch mal prüfen, denn wer weiß, ob das stimmt. Vor der Anzeigetafel stehend (deren Anzeige zwischen Singhalesisch, Tamil und Englisch wechselte), kam wieder jemand auf uns zu, der allerdings kein Wort sprach, sondern nur Zeichen machte & uns noch auf ein anderes Schild hinwies, auf dem auch die Abfahrten in allen drei Sprachen standen. Da bestätigte sich, dass wir auf Gleis 5 wechseln müssten.

Am Bahnhof war auch wieder viel los. Alle paar Minuten fuhr jeweils ein sehr voll besetzter Zug ein und aus (die Leute standen zum Teil in Trauben an den offenen Türen – sowohl bei der Ein- als auch der Ausfahrt). Eingestiegen wurde auch noch während der Abfahrt … Das wollten wir nicht machen – schon gar nicht mit unseren Rucksäcken auf dem Rücken. 😉 Auf Gleis 5 warteten wir also auf unseren Zug & wurden von dem jungen Mann wiederentdeckt, der uns das Hinweisschild gezeigt hatte. Er gab uns dann – wieder ohne Worte – zu verstehen, dass unser Zug noch nicht käme, als die Abfahrtszeit schon ran war – es kamen ja auch ständig Durchsagen, die wir aber nicht verstehen konnten & Anzeigetafeln an den einzelnen Gleisen gab es natürlich auch nicht. An den Zügen selbst stand ebenfalls nie dran, wohin sie fahren würden, von daher waren wir dankbar, dass sich hier offensichtlich jemand um uns kümmerte (auch wenn diese Hilfe nicht kostenlos sein würde). Er hat uns sogar noch einen Sitzplatz im Zug verschafft & zeigte uns anschließend ein Blatt, auf dem stand, dass er aus einer Schule für Taubstumme sei & wir doch sicher etwas spenden wollten/sollten. Wir gaben ihm 700 Rupees & haben das auch gern gemacht – schließlich hatten wir einen Sitzplatz & saßen im richtigen Zug. 🙂 [Somit war der Sitzplatz allerdings noch mal fast doppelt so teuer wie das Bahnticket.]

Unser Zug fährt ein

Unser Zug fährt ein

Da saßen wir nun also im Zug Richtung Ambalangoda & waren ziemlich k.o. – wir hatten ja inzwischen seit über 20 Stunden nicht geschlafen. Wie sollten wir denn bitte noch bis zum Abend durchhalten? Ich schrieb noch eine SMS an Roy & teilte ihm mit, dass wir jetzt in dem Zug von 8.35 Uhr säßen & dieser ein paar Minuten Verspätung hätte. Die Zugfahrt selbst war ganz angenehm – es war ziemlich voll, aber dafür wurden wir mit einer tollen Aussicht auf das Meer entschädigt. An den verschiedenen Bahnhöfen unterwegs stiegen immer wieder Verkäufer mit frischem Fisch, Gebäck oder anderen Sachen zu. An einer Station dann auch die Kartenkontrolleure, aber anscheinend hatten wir die richtigen Tickets, wir durften zumindest ungehindert weiterfahren.

Im Zug

Im Zug

Nach 1 ¾ Stunden Fahrt kamen wir in Ambalangoda an – ich ging also zur offenen Tür & stellte fest, dass der Zug länger als der Bahnsteig war bzw. der Zug zu weit gefahren war – vor mir ging es gut 1,5 m in die Tiefe statt 0,5 m auf den Bahnsteig. Also, wieder zurück & fix zur nächsten Tür des Waggons. Nach dem Aussteigen wurden wir noch von einem Bahnmitarbeiter gefragt, wo wir denn hinwollten – die Antwort „Ambalangoda“ stellte ihn zufrieden & er ließ uns ziehen.

Wir brachen also Richtung Ausgang auf & hofften, dort Roy anzutreffen. Leider war das nicht der Fall, aber dafür empfing uns (mal wieder) ein Tuk-Tuk-Fahrer, der uns natürlich wieder irgendwohin fahren wollte. Wir haben versucht ihm zu erklären, dass wir von jemanden abgeholt werden & ihn nicht brauchen, aber das wollte er nicht so recht verstehen. Er klebte an uns wie eine Klette. Schließlich holte er sich sogar noch Unterstützung von 2 anderen Fahrern, die uns dann auch noch belagerten. Unsere freundlichen Erklärungen halfen nicht weiter … Einer von den dreien fragte uns, wo wir herkommen würden, und sprach dann sogar Deutsch mit uns. Ich suchte in der Zwischenzeit die Nummern von Roy raus, um ihn anzurufen. Auf dem Festnetz habe ich ihn dann auch glücklicherweise erwischt – er erklärte mir, dass ihm etwas dazwischen gekommen sei & wir mit einem Taxi/Tuk Tuk zur Piya Nivasa fahren sollten. Okay, also mussten wir doch mit unseren neuen (etwas anhänglichen) „Freunden“ verhandeln. 😉 Roy hatte mir am Telefon gesagt, dass die Fahrt nicht mehr als 250 Rupees kosten würde. Der eine Fahrer (der auch Deutsch konnte) behauptete allerdings, dass er uns für 500 Rupees zur Piya Nivasa fahren würde. Ich schlug dann 250 vor, woraufhin er uns entgeistert anstarrte – 400 sei sein bestes Angebot. Daraufhin wollten wir eigentlich gehen, aber nach einem kurzen Hin und Her sagte der erste Fahrer, der uns angesprochen hatte, dass er nur 300 Rupees nehmen würde. Wir stimmten zu & verfrachteten unsere Rucksäcke im hinteren Teil des Tuk Tuks.

Im Tuk Tuk auf dem Weg zur Piya Nivasa

Im Tuk Tuk auf dem Weg zur Piya Nivasa

Bis Akurala (etwa 5 km von Ambalangoda entfernt) dauert die Fahrt wohl so etwa 5-7 Minuten – bei uns sollte es länger dauern. Der Fahrer meinte nämlich, kurz vor der Ankunft anhalten zu müssen, um uns seine Nummer aufzudrücken bzw. sollte ich die eigentlich direkt anrufen – er wollte, dass wir ihn für irgendwelche Touren, Ausflüge usw. buchen. Ich erklärte ihm daraufhin, dass mein Handy nicht funktionieren würde & er mir seine Nummer doch aufschreiben solle. (Etwas besseres fiel mir auf die Schnelle nicht ein, aber ich wollte auf keinen Fall, dass er unsere Telefonnummer kennt.) Stift & Zettel wollte er natürlich von uns & außerdem rief er noch einen jungen Mann (der da am Straßenrand lief) herbei, der seine Nummer für ihn notieren sollte. Eieiei – so langsam hatte ich keine Lust mehr auf diesen Quatsch. 😉 Nach dieser Aktion fuhren wir aber direkt weiter – etwa 500 m & diesmal waren wir endlich am Ziel & wurden bereits von Roy & seiner Frau Nisha erwartet. Die beiden hießen uns ganz herzlich willkommen – wir waren angekommen! Aber dazu dann später mehr. 🙂

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2 Antworten zu Ankunft in Sri Lanka – oder: Das Abenteuer beginnt! ;-)

  1. Mareike schreibt:

    Das hat ja schon abenteuerlich begonnen… Bin gespannt, wie es weitergeht und freue mich auf tolle Fotos

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