Ausflug nach Batticaloa & zum Light House in Komari

Für diesen Beitrag muss ich etwas ausholen. Ranga, Eigentümer der Beach Hut in Arugam Bay an der Südostküste Sri Lankas, ist ein guter Freund von Karl, der wiederum ein Freund von mir ist. Die beiden kennen sich schon viele Jahre & insbesondere nach dem Tsunami im Dezember 2004 (mit verheerenden Folgen auch für die Ostküste) hat Karl immer wieder privat sinnvolle (Hilfs-)Projekte (zur Selbsthilfe in Sri Lanka) initiiert bzw. bei deren Organisation geholfen & dafür Spenden gesammelt.

Bei einem ganz aktuellen Projekt geht es – ganz grob gesagt – darum, Mädchen aus sehr armen Familien den weiterführenden Unterricht zu ermöglichen. Gute Schulen findet man am ehesten in Batticaloa (ca. 115 km nördlich von Pottuvil bzw. der Arugam Bay), weshalb Ranga hier ein Haus gekauft & hergerichtet hat, damit seine Tochter & ein paar andere Mädchen in Batticaloa ihre A-Levels (vergleichbar mit dem deutschen Abitur) machen können.

Die Mädchen können hier kostenlos wohnen & werden außerdem von der Mutter von einem der Mädchen betreut. Da das Haus sozusagen schon voll ist, Ranga aber noch andere arme Familien kennt, die sich den weiterführenden Unterricht an einer Schule in Batticaloa (weit entfernt von ihrem Zuhause im ärmeren Südosten) für ihre Kinder nicht leisten können, möchte er zusätzlich Zimmer anmieten, um weitere Mädchen unterzubringen.

Wir sind irgendwie auch ein bisschen in das Projekt involviert – Karl hatte uns gebeten, einen Teil der hierfür gesammelten Spenden an Ranga zu übergeben. Das haben wir auch gemacht – sehr gern sogar. 🙂 (Und selbst haben wir auch noch etwas Geld dazugegeben.) Nähere Infos zu diesem Projekt & generell über Sri Lanka hat auch Karl (k.wehrens@gmx.de). Er freut sich immer über neue Interessierte. 🙂

Jedenfalls fragte uns Ranga, ob wir vielleicht mal nach Batticaloa fahren & die Mädchen treffen wollen würden. Wir stimmten sofort zu & vereinbarten, am Mittwoch früh morgens loszufahren. Ranga bestellte dazu einen Freund, der uns kurz vor 6 Uhr in der Beach Hut mit seinem Auto (einem alten Toyota Corolla) abholte & dann ging es auch schon los.

Wir waren aufgrund der frühen Stunde noch recht müde & daher auch eher schweigsam. Zunächst trafen wir unterwegs eher Tiere als Menschen an, hauptsächlich Hunde, Ziegen & Rinder (in der Ferne sahen wir sogar einen Elefanten), aber allmählich kehrte Leben auf den Straßen ein – die einen fuhren mit dem Rad oder dem Moped zur Schule oder zur Arbeit, die anderen warteten auf den Bus. Die Fahrt bis Batticaloa (auch Batti genannt) dauerte etwa 2,5 Stunden (wohlgemerkt mit dem Auto, nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln).

Nach der Ankunft kehrten wir zunächst in einem Lokal ein, um zu frühstücken. Wir hatten es bisher noch nicht erwähnt, aber in Sri Lanka wird üblicherweise mit der (rechten!) Hand gegessen. Dadurch würde sich der Curry-Geschmack im Gaumen besser entfalten & typischerweise gibt es Reis mit verschiedenen Currys zu jeder Mahlzeit. Für Touristen gibt es meist Besteck zum Essen – in diesem Lokal aber nicht, also gaben wir unser Bestes. 😉 (Vorher natürlich Hände waschen – Waschbecken & manchmal auch Seife gibt es in jeder Lokalität.)

Nur mit der rechten Hand essen - gar nicht so einfach ;-)

Nur mit der rechten Hand essen – gar nicht so einfach 😉

Rechts Ranga, links Rangas Freund (unser Fahrer)

Rechts Ranga, links Rangas Freund (unser Fahrer)

Nachdem wir das wirklich leckere Frühstück erfolgreich gemeistert hatten, fuhren wir zu Rangas Haus, wo wir die Mädchen treffen wollten. Es war allerdings noch zu früh – die waren noch in der Schule (momentan ist außerdem Prüfungszeit), also hatten wir noch etwas Zeit, um die Gegend zu erkunden. Ranga hatte ein paar Erledigungen zu machen & wir machten uns auf den Weg Richtung Strand. Von der Stadt hatten wir während der Fahrt schon einiges gesehen & waren auch nicht so erpicht darauf, bei dieser Hitze (mind. 35 Grad im Schatten!) durch die Stadt zu laufen (wo es eigentlich immer laut ist & nach Abgasen stinkt & Schatten Mangelware ist).

Wir liefen durch ein vergleichsweise schönes Viertel mit großen Häusern & Villen. Am Strand gab es sogar eine Art Promenade & Bänke im Schatten! Außer uns und ein paar Einheimischen war hier allerdings niemand. Wir ruhten uns erst mal ein wenig aus, bevor wir dann schon bald wieder den Rückweg antraten (durch die brütende Hitze).

Bei unserer Rückkehr waren die Mädchen bereits von der Schule zurück & halfen bei den Essensvorbereitungen – es gab Reis mit verschiedenen Currys. Ich war eigentlich noch satt vom Frühstück, aber das half ja nichts. Das Angebot konnte man schlecht ablehnen, zumal es auch so verlockend roch. 😉

Gegessen wurde wieder mit der Hand – Reis auf diese Weise sicher in den Mund zu befördern, ist nicht so einfach. Probiert es mal aus. 😉

Beim Mittagessen

Beim Mittagessen

Jedenfalls war auch dieses Essen wieder überaus lecker. Die Mädchen waren allesamt sehr schüchtern uns gegenüber & grinsten & kicherten immer mal. Rangas Tochter Laxa war etwas mutiger – sie stellte einige Fragen & unterhielt sich mit uns. Zum Abschluss machten wir noch ein paar Fotos & traten den Rückweg an.

Ranga hatte vorher schon gesagt, dass er gern noch zu seinem 2. Standort in Komari fahren möchte, um dort nach dem Rechten zu sehen & etwas Brot, Obst & Gemüse vorbeizubringen. Wir wussten nur, dass er dort auch ein paar Cabanas (Strandhütten) hat & man auch dort übernachten kann. Das wollten wir uns auf jeden Fall auch gern ansehen. 🙂 Wir fuhren also los – noch in Begleitung von Gini (wir wissen leider nicht, ob ihr Name so geschrieben wird), der Tochter unseres Fahrers. Gini hat eine Stelle an der Uni & unterrichtet dort Landwirtschaft.

Wir waren alle recht müde, daher wurde kaum gesprochen während der Fahrt. Nach etwa 1,5 Stunden fragte uns Gini, ob wir noch zu ihr nach Hause kommen möchten. Da willigten wir gern ein, also machten wir einen kleinen Abstecher zu Ginis Elternhaus. Fotos haben wir leider nicht davon gemacht, aber es war wirklich schön dort. Wir wurden ins Wohnzimmer geführt, bekamen kaltes Wasser & heißen Tee angeboten, wir unterhielten uns, bekamen Kinderfotos von Gini gezeigt & währenddessen lief im Fernsehen eine Serie (im Bollywood-Stil).

Wir verabschiedeten uns bald darauf & fuhren mit Ranga & Ginis Vater weiter Richtung Komari. Das liegt ca. 20 km nördlich von Arugam Bay. Auf dem Weg dorthin hatten wir noch eine Begegnung mit einer Kobra, die wohl die Straße überqueren wollte & nicht so begeistert davon war, dass plötzlich ein Auto angefahren kam. 😉 Sie bäumte sich auf & unser Fahrer machte einen großen Bogen um sie. Respekteinflößend! Leider hatten wir die Kamera nicht so schnell bereit, um ein Foto davon zu machen. 😦 Wir fuhren jedenfalls noch ein paar Kilometer an der Küste entlang & bogen bald auf einen kleinen, sehr holprigen Feldweg ab.

Nach etwa 20 Minuten erreichten wir das Light House.

Zur Orientierung - hier ist das Light House zu finden

Zur Orientierung – hier ist das Light House zu finden

Erst mal war nur eine Cabana zu sehen, im Hintergrund wurde gerade an einer weiteren gebaut. Und dahinter waren auch schon der Strand & das Meer! Wow, was für ein schöner Ort – mitten im Nirgendwo. Hier gab es keine Shops oder lärmende Autos, dafür jede Menge Ruhe & Entspannung. 🙂 Ranga bat dann einen der Arbeiter, uns zu einer Cabana zu führen, damit wir uns etwas ausruhen könnten (ausruhen wollten wir uns eigentlich gar nicht, aber wir liefen einfach mal mit). Einen kleinen Sandweg entlang & an etlichen Palmen vorbei ging es zu einer wirklich hübschen Cabana – mit wunderbarem Ausblick!

Ranga meinte zuvor, dass wir bis etwa 18 Uhr bleiben würden, wir hatten also gut 2 Stunden Zeit. Zu unserer Hütte hatten uns auch 2 Hunde begleitet, die erst mal auch nicht von unserer Seite wichen oder zumindest in unserer Nähe blieben.

Auf "unserer" Terrasse

Auf „unserer“ Terrasse

Endlose Wege (unten links unsere Begleiter)

Endlose Wege (unten links unsere Begleiter)

P1050013aNachdem wir etwas die Aussicht genossen hatten, machten wir uns auf Erkundungstour über das Gelände. In der Beach Hut stehen die Cabanas recht dicht beieinander – hier in Komari war das anders: Von einer Hütte bis zur nächsten waren sicher mindestens 200 m Abstand. Total abgeschieden & idyllisch. Das Gelände ist teilweise abgezäunt, an verschiedenen Stellen gibt es Zugänge zum Strand. Den haben wir auch noch etwas erkundet … Herrlich! Hier kann man wirklich abschalten. 🙂

Als es dann auf 18 Uhr zuging, hielten wir nach Ranga Ausschau. Mit etwas Suchen fanden wir ihn auch. 😉 Er teilte uns mit, dass er über Nacht hier im Light House bleiben würde, er aber für uns schon ein Tuk Tuk organisiert hätte, das uns zur Beach Hut fahren würde. Wir brauchten noch nicht einmal dafür zu zahlen – das übernahm er, trotz unseres Einspruchs. Vielen lieben Dank dafür! Wir fuhren also mit dem Tuk Tuk zur Beach Hut in Arugam Bay zurück & waren total begeistert von diesem wunderbaren Tag! 🙂 Diese doch sehr persönlichen Einblicke in das Leben in Sri Lanka werden uns in jedem Fall in sehr guter Erinnerung bleiben. Nandri!

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Eine Antwort zu Ausflug nach Batticaloa & zum Light House in Komari

  1. icke schreibt:

    mensch, wieso konntet ihr denn nich dort übernachten an diesem wunderbaren örtchen ;)?!

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