Fazit Sri Lanka

Sri Lanka ist ein unglaublich faszinierendes & landschaftlich sowie kulinarisch sehr abwechslungsreiches Land. Wer „exotische“ Tiere wie Elefanten, Warane, Krokodile usw., die man in unseren Breitengraden nur aus dem Zoo kennt, in freier Wildbahn sehen möchte, der ist hier goldrichtig. Es gibt viele Nationalparks, die sicher alle einen Besuch lohnen, auch wenn die Touren dorthin  relativ teuer sind. Unterkünfte & öffentliche (!) Transportmittel sind sehr günstig, insbesondere wenn man nicht so großen Wert auf Komfort legt, sondern ein Zimmer mit einfachen Betten & Ventilator ausreicht. Es gibt natürlich auch jede Menge große Hotels mit AI-Angeboten, aber nicht in der Preisklasse, in der wir uns bewegt haben. 😉

Die Menschen, die wir in Sri Lanka (näher) kennenlernen durften, waren allesamt überaus freundlich. Wir sind unheimlich dankbar dafür, dass uns zum Teil so tiefe Einblicke in das Leben hier gewährt wurden. Ganz lieben Dank auch noch mal an K. für all die Informationen & Empfehlungen, die unser Interesse an Sri Lanka noch verstärkt haben. 🙂

Verkehr/Transport

Der Verkehr in Sri Lanka ist – sagen wir mal – gewöhnungsbedürftig. Es herrscht Linksverkehr & im Allgemeinen gilt das Gesetz des Stärkeren (je größer das Gefährt, umso häufiger nimmt es sich die Vorfahrt). Es wird eigentlich immer gehupt, wobei Hupen als Zeichen gilt für: „Mach Platz, ich überhole!“, „Achtung, ich komme!“, „Sei gegrüßt!“ & „Hallo Touri!“. Dazu kommt, dass wirklich immer & überall überholt wird – auch in unmöglichsten Situationen. Da wird schnell aus einer zweispurigen Straße eine vierspurige. Und dann macht das Hupen irgendwie auch Sinn. 😉

In vielen Gegenden (besonders in den Bergen) sind die Straßen nicht sehr gut ausgebaut, sondern eher mit (holprigen) Feldwegen zu vergleichen, was aber keinen Einfluss auf die Fahrweise hat.

Mit dem Bus oder Tuk Tuk zu fahren, wird dadurch zum Abenteuer. Wir haben ja schon häufig erwähnt, dass Busse eigentlich immer überfüllt sind – wer also Angst vor Körperkontakt hat, sollte vielleicht lieber nicht mit dem Bus fahren. Außerdem stehen Türen & Fenster grundsätzlich offen. Wer mit Gepäck reist, hat oft nur wenig Möglichkeiten, dieses gut zu verstauen. Häufig ist neben dem Fahrer eine Ablagefläche oder man stellt es in den Gang. Selten gibt es Gepäckfächer oder einen Kofferraum. Die Kosten für den Bus sind in der Regel sehr gering (Richtwert: 50-70 Rupees/Person pro 30 km). Ein Tuk Tuk ist da vergleichsweise teuer (Richtwert: 30-60 Rupees pro Kilometer, was natürlich dennoch günstig ist). Und auch im Tuk Tuk kann es schon mal eng werden, wenn man mit Gepäck unterwegs ist (siehe z. B. diesen Bericht).

Bahnfahren ist im Gegensatz dazu recht einfach & bequem. Hierfür hat sich besonders eine Smartphone-App als äußerst hilfreich erwiesen: Sri Lanka Train Schedule. Über die App kann man alle Verbindungen & die entsprechenden Zeiten abfragen, allerdings haben die Züge häufig Verspätung, so dass die Ankunftszeiten eher als Richtwerte anzusehen sind. Etwas schwierig war es, am Bahnhof dann den richtigen Zug zu finden. Durchsagen sind oft nur schwer verständlich, aber hier sollte man am besten einen der (meist uniformierten) Mitarbeiter fragen – die geben gern Auskunft. Zugfahrten sind sehr günstig (in der App kann man sich auch die Preise anzeigen lassen, z. B. Zugfahrt von Kandy nach Badulla über 7 Stunden: 270 Rupees pro Person, 2. Klasse). Es empfiehlt sich, Tickets für die 2. Klasse zu kaufen. Die 3. Klasse ist eigentlich immer hoffnungslos überfüllt & selbst die 2. Klasse ist oft sehr voll. Sitzplatzreservierungen waren für uns nie erforderlich. Es kommt aber sicherlich auf die Strecken an, die man fahren möchte. Türen & Fenster stehen auch im Zug immer offen. Um die Verpflegung während der Fahrt muss man sich keine Sorgen machen – es kommen immer (!) Händler durch den Zug gelaufen, die ihre Waren (Obst, Teilchen, Wasser, Kaffee) anbieten.

2 Händler im Anmarsch

2 Händler im Anmarsch

In Anspruch genommen haben wir diesen Service allerdings selbst nicht. Für Gepäck gibt es übrigens eigentlich immer einen Platz (Ablageflächen über den Sitzen).

Einziger Nachteil: Das Streckennetz ist nicht so umfangreich ausgebaut, dass man mit dem Zug jeden beliebigen Ort auf Sri Lanka erreichen könnte. Um Bus, Tuk Tuk oder Taxi kommt man also nicht wirklich herum.

Essen

Zum landestypischen Essen & zur Nahrungsaufnahme mit der Hand hatten wir ja schon recht ausführlich berichtet (siehe hier und hier). Die Portionen in den Restaurants/Lokalen sind meist recht groß, so dass wir immer (mehr als) satt geworden sind. Eine Portion kostete zwischen 250 und 600 Rupees. Für eine große Flasche Wasser (1,5 l) haben wir meist 75 Rupees bezahlt, für ein paar gelbe Mini-Bananen (4-6 Stück) 20 Rupees, rote sind etwas teurer.

Leben/Wohnen/Unterkünfte

Wir hatten den Eindruck, dass die überwiegende Mehrheit der Einheimischen (insbesondere auf dem Land) in einfachsten Verhältnissen lebt, häufig mehrere Generationen unter einem Dach. Duschen sind in der Regel nur mit kaltem Wasser vorhanden, in den höheren Lagen (& sicher auch in Hotels) gibt es auch Duschen mit Warmwasser. Wir haben uns in der Zeit in Sri Lanka immer kalt geduscht – das war bei den hohen Temperaturen eine angenehme Erfrischung. Öffentliche Toiletten (auch im Zug) waren meist lediglich Löcher im Boden & ohne Toilettenpapier (also möglichst immer Taschentücher dabei haben). In unseren Unterkünften gab es hingegen immer WCs mit Toilettenpapier. Die meisten (auch einfachen) Unterkünfte sind mindestens mit einem Ventilator & häufig auch mit Moskitonetz ausgestattet. Wenn vorhanden, sollte man dieses auch nutzen (es schützt ja nicht nur vor Mücken, sondern auch vor anderen kleinen Mitbewohnern 😉 ). Wer low budget reist, sollte besser auch ein eigenes mitnehmen (wir haben auch eins mit & hatten es schon ein paar Mal im Einsatz, weil es in unserem Zimmer keins gab).

Menschen

Uns (oder allgemein Touristen) gegenüber waren die Einheimischen eigentlich durchweg freundlich & hilfsbereit, auch wenn für so manche Hilfestellung dann gern ein wenig Trinkgeld eingefordert wurde. Häufig wurden wir gefragt, ob es uns denn in Sri Lanka gefällt & dass wir doch jedes Jahr herkommen sollten. Untereinander wirkten sie nicht immer so freundlich – beim Einsteigen in den Bus oder Zug wurde geschubst & gedrängelt, ohne Rücksicht auf Verluste. Sobald aber ein Mönch zustieg (egal ob Bus oder Bahn), wurde für ihn sofort Platz gemacht; bei Frauen mit kleinen Kindern war die Reaktion ähnlich. Auffällig fanden wir, dass eigentlich so gut wie überall Müll herumliegt (meist Plastikmüll wie Flaschen oder Tüten, aber auch Babywindeln etc.) – sei es in den Ortschaften am Straßenrand, während der Bahnfahrt neben den Gleisen oder auch am Strand. Mehrmals konnten wir beobachten, wie Einheimische ihren Müll während der Fahrt aus dem Zug warfen (wobei wir nicht behaupten wollen, dass Touris das nicht auch machen würden). Und wirklich jeder Einheimische jeder Altersklasse hat mindestens (!) ein Handy, entweder direkt am Ohr oder eben nur in der Hand – allerdings nur selten ein Smartphone, sondern meist eins von den alten, „normalen“ Modellen (oft auch notdürftig repariert mit Klebeband & Gummi – Hauptsache, es funktioniert).

Verständigt haben wir uns im Übrigen fast ausschließlich über Englisch (was so gut wie alle zumindest sprechen) oder – wenn nötig – mit Händen & Füßen. 😉 „Danke“ auf Singhalesisch (istuti) & Tamil (nandri) kamen auch immer gut an.

Geld

Landeswährung ist die sri-lankische Rupie (Rupee). Wechselkurs (Stand: März 2014) 1 € ~ 176 Rupees. Bankautomaten, die VISA- oder Master-Karten akzeptieren, gibt es eigentlich in jeder „größeren“ Stadt/Ortschaft & am Flughafen. Den besten Wechselkurs beim Geldabheben hatten wir bei der Bank of Ceylon am Flughafen. Der höchste Betrag, den wir am Automaten bei einer Transaktion abheben konnte, waren 20.000 Rupees – man konnte aber auch mehrmals hintereinander mit derselben Karte diesen Höchstbetrag abheben. Grundsätzlich sollte man darauf achten, dass man genügend „Kleingeld“ (also Scheine im Wert von 20 bis 100 Rupees) in der Tasche hat, um im Bus damit zu zahlen, um den Tuk-Tuk-Fahrer zu bezahlen (die haben wohl manchmal kein Wechselgeld 😉 ) oder um Trinkgeld geben zu können.

Sonstige praktische Hinweise

Wir haben uns direkt am Flughafen eine Prepaid-SIM-Karte von Dialog besorgt. Für 1.200 Rupees bekommt man 1,5 GB Datenvolumen, 700 Rupees Guthaben sowie Freiminuten & Frei-SMS zu Dialog.

Als sehr praktisch haben sich die Apps Währungsrechner und MapFactor Navigator (Alternative zu Google Maps, die ohne Datenverbindung auskommt) sowie die bereits erwähnte App Sri Lanka Train Schedule erwiesen.

Hilfreich war es auch, in Erfahrung zu bringen, wie viel eine Fahrt mit dem Tuk Tuk zum gewünschten Ziel etwa kostet & welches Guesthouse man zuerst aufsuchen möchte (auch ohne Buchung), so dass man ein gutes Argument für die überall (!) wartenden Tuk-Tuk- oder Taxifahrer hatte, die alle gaaaanz tolle Fahrten & Unterkünfte anbieten. 😉

Zum Thema Sicherheit: Wir haben uns während unseres gesamten Aufenthalts in Sri Lanka nie in irgendeiner Weise unsicher oder gefährdet gefühlt. Roy in der Piya Nivasa hatte uns nur den Tipp gegeben, nichts unbeaufsichtigt zu lassen – auch nicht an seinem Privatstrand. Von daher gilt natürlich wie überall: Vorsicht ist besser als Nachsicht.

Zu guter Letzt: unsere persönlichen Highlights

Für uns waren definitiv der Aufstieg zum Adam’s Peak & der Sonnenaufgang von dort oben sowie die vielen Tiere, wie etwa Elefanten, Affen, Krokodile, Flughunde, Warane, Pelikane, Agamen usw., in ihrer natürlichen Umgebung die besonderen Highlights in Sri Lanka (neben ganz vielen anderen).

Für uns zumindest war das sicher nicht der letzte Besuch in Sri Lanka! Wir kommen (sehr gern) wieder! 🙂

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2 Antworten zu Fazit Sri Lanka

  1. icke schreibt:

    Schöne Zusammenfassung :). Und mit dem Englisch habt ihr euch auch gut durchschlagen können, oder?

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