Ausflug Railay

Was kann man in Krabi noch unternehmen? – haben wir Patrick (Chef im Smile Guesthouse) gefragt, nachdem wir vom Tiger Cave Tempel zurück waren. Die Frage „Geführt oder auf eigene Faust?“ beantwortete ich gleich mit „Auf eigene Faust“. Damit war es für Patrick ganz klar: „Dann müsst ihr nach Railay, das ist der schönste Ort, den es hier gibt.“ Wir sollten uns um 9:00 Uhr vor das Haus stellen und den Bootsjungen, die Railay rufen, einfach folgen. OK, um 9 ist zwar sehr früh für uns, aber wenn der Ort so angepriesen wird, dann machen wir das.

Am Abend saßen wir mit anderen Reisenden auf der Dachterrasse unseres Guesthouses und haben uns nett unterhalten. 2 von ihnen haben auch von ihrer Tour nach Railay berichtet und konnten uns auch noch Tipps geben. Wir sollten unbedingt festeres Schuhwerk als Flip-Flops tragen und auf keinen Fall das letzte Boot um 17 Uhr verpassen. Ansonsten fanden sie die Tour aber sehr gut. Wir saßen dann noch recht lang zusammen, so dass die Nacht wieder mal kurz war.

Für das Frühstück auf dem Boot hatten wir uns beim Bäcker wieder Teilchen geholt und waren dann kurz nach 9 zurück. Wir sind auch gleich weiter Richtung Hafen gelaufen und schon kam uns ein Bootsjunge entgegen, der uns fragte, ob wir nach Railay wollten. Wir sollten ihm dann folgen und er brachte uns zu einem schattigen Platz, an dem bereits 3 Leute warteten. Der Bootsjunge meinte noch, dass wir noch etwas warten müssten. Juli wurde von einem Wartenden gleich in ein Gespräch verwickelt. Es stellte sich heraus, dass er auch Deutscher war und seine Frau und deren Sohn in Thailand besuchte. Es wurden langsam immer mehr Fahrgäste für den Trip nach Railay. Als wir dann endlich zu neunt waren, kam ein Bootsführer und brachte uns zu seinem Long-tail Boat, verschwand dann aber nochmal, um 2 Kanister mit vermutlich Diesel zu füllen. 10 vor 10 sind wir letztendlich losgefahren und 45 min später legten wir an der Ostseite der Halbinsel an.

Patrick hatte uns noch gesagt, dass wir unbedingt zur Westküste laufen sollten, aber nicht zum West Beach, sondern zum Phranang Beach, dem schönsten Strand der Halbinsel (die übrigens nur per Boot zu erreichen ist). Wir sind dann auch direkt zu diesem Strand gelaufen, aber diese Idee hatten auch schon viele andere vor uns. Wir kamen also an einen Strand, an dem schon richtig was los war. Dazu kam noch, dass gerade Flut war und das Wasser sehr hoch stand. Es drängelten sich also alle Besucher über einen schmalen Strandstreifen auf der Suche nach einem freien Liegeplatz. Im Wasser war auch alles voller Boote, entweder hatten sie am Strand angelegt oder sie fuhren durch die Bucht.

Wir haben uns nur kurz etwas umgesehen und dann beschlossen, dass wir uns das nicht antun wollen. Wir hatten ja im Reiseführer von einem Aussichtspunkt und einer Lagune gelesen. Auf dem Weg zum Strand waren wir auch schon an einem entsprechenden Wegweiser vorbeigekommen. Für diesen Weg hatten uns die Deutschen aus unserer Unterkunft auch das festere Schuhwerk empfohlen. Wenn da nicht die Wegweiser angebracht wären, würde man das nicht als Weg erkennen. Es ging steil nach oben! Verrückt! Damit begann unsere Klettertour.

Es waren immer wieder dicke Seile angebracht, an denen man sich festhalten bzw. hochziehen konnte. Oben angekommen, teilte sich der Weg. Wir entschieden uns zunächst für den Aussichtspunkt und der weitere Weg dorthin war auch sehr einfach. Man wurde belohnt mit einer sehr schönen Aussicht auf die Insel. Nachdem alle anderen weitergegangen waren, blieben wir noch etwas und genossen die Ruhe an diesem Ort.

Wo wir nun schon mal hier oben waren und auch noch genügend Zeit hatten, wollten wir natürlich auch noch zur Lagune. Über eine „Abkürzung“ kam man wieder zum Lagunenweg.

Hier gehts abwärts ...

Hier gehts abwärts …

Auf die Entfernungsangaben auf den Schildern kann man sich nicht wirklich verlassen, aber hier ist alles sehr nah. Interessanter als die Entfernung wären hier auch die Höhenmeter. Der Weg zur Lagune sollte sich wieder als schwieriger erweisen, dagegen war der erste Anstieg sogar ein Klacks. Am schwierigsten waren die drei senkrechten Abschnitte, an denen es 4-6 m senkrecht nach unten ging. Es gab wieder Seile mit Knoten und Schlaufen, an denen man sich abseilen konnte. Alles natürlich ohne Sicherung oder Geländer. Verrückt! Ich habe ja schon Spaß am Klettern, aber diesen Weg fand ich auch grenzwertig.

Ich seh nix :o

Ich seh nix 😮

Viele, die wir hier gesehen haben, sind barfuß geklettert und hatten ihre Flip-Flops in der Hand oder hatten sie irgendwo abgelegt. Genau das hatten auch die Deutschen aus unserem Guesthouse berichtet, die dann auch barfuß geklettert sind. Mit Flip-Flops ist es einfach noch gefährlicher! Ich hatte trotzdem viel Spaß dabei, es war wie ein kleines Abenteuer. Da hatten wir auch noch die Hoffnung, dass wir uns in der Lagune erfrischen können.

Als wir unten ankamen, mussten wir allerdings feststellen, dass der Grund sehr felsig war, weshalb wir auf ein Bad verzichtet haben. Juli war etwas enttäuscht, als die Erwartungen auch hier nicht erfüllt wurden. Und dafür hatten wir die vielen kleinen Abschürfungen und Beulen in Kauf genommen. Die Lagune war trotzdem sehr schön, aber es fehlte das i-Tüpfelchen, zumal kurz nach uns eine größere Gruppe runtergeklettert kam, die sehr laut war.

Der Aufstieg war auch wieder sehr anstrengend, aber wir haben es ohne größere Verletzungen geschafft.

Wir sind anschließend erst noch mal zum Aussichtspunkt gegangen, um zu sehen, wie weit die Ebbe vorangeschritten war. Das Wasser verschwand zwar langsam, aber es war noch nicht sehr weit zurückgegangen.

Am Viewpoint

Am Viewpoint

Nach einer kurzen Pause folgte der Abstieg, den wir auch gut gemeistert haben.

Abstieg

Abstieg

Es muss dann so kurz nach 3 gewesen sein und wir wären auch jetzt schon zurückgefahren, allerdings haben wir am Bootsanleger erfahren, das nicht nur das letzte Boot um 5 fährt, sondern auch das erste. Es fahren also alle Boote um 5 Uhr! Wir hatten daher noch ein wenig Zeit und sind zum Weststrand geschlendert, haben dort ein Eis gegessen und waren auch noch mal am Phranang-Strand. Mittlerweile war das Wasser stark zurückgegangen, so dass man einfach in eine Schlucht gelangte. Wir haben auch noch Kletterer beobachtet, die dort am Felsen hingen.

Kurz vor 5 waren wir dann wieder am Bootsanleger und mittlerweile hatten sich auch noch mehr Leute eingefunden. Das Wasser war hier bestimmt 100 m zurückgegangen und es gab sogar einen betonierten Weg durch das Watt bis zu den Booten. Zunächst sollten wir noch warten und dann plötzlich ganz schnell zu den Booten gehen. ?? Am Ende des Weges sind wir beide auch noch falsch getreten und haben uns verletzt. 😦 Juli an der Ferse und ich am großen Zeh. Prima! :-/

Weg zum Boot

Weg zum Boot

Auf dem Rückweg haben wir mal wieder festgestellt, dass diese touristischen Ziele nix für uns sind. Der Aussichtspunkt und die Lagune (abgesehen von dem Weg) waren sehr hübsch, die Strände aber einfach nur zu voll. Wenn die Tagestouristen (uns inklusive) wieder weg sind, ist es dort sicher angenehmer.

Zurück in Krabi sind wir erst mal zu unserer Unterkunft, wir mussten noch packen, auschecken und das Taxi zum Flughafen organisieren. Patrick hat uns auch gleich angeboten, dass uns sein Fahrer am nächsten Morgen fahren könne. Wir haben das auch gleich alles mit bezahlt und die Zeit ausgemacht. Lecker gegessen haben wir dann wieder auf dem Nachtmarkt. Zum Nachtisch gab es süßen Kokosreis mit frischer Mango. Dafür, dass wir so früh aufstehen mussten (das Taxi kam um 6), sind wir wieder viel zu spät ins Bett gegangen. Aber es hat alles geklappt – wir saßen pünktlich kurz vor 8 Uhr im Flieger nach KL. 🙂

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2 Antworten zu Ausflug Railay

  1. icke schreibt:

    also die fotos sind super toll, da weiß ich auch, warum da so viele hin wollen und ein touristenmagnet draus wird…. ich hoffe nur, eure verletzungen heilen balde wieder ab. .

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