Melaka – historische Sehenswürdigkeiten & Chinatown

Nachdem wir unser Zimmer im Ajit Guesthouse bezogen hatten, machten wir noch einen kleinen Spaziergang durch das Viertel. Zunächst liefen wir in Richtung Menara Taming Sari, einem Drehturm, & sahen uns ein wenig um. Am Fuße des Turms standen einige Fahrradrikschas herum & die Fahrer boten uns fast alle an, mit ihnen eine Runde zu drehen. Wollten wir aber nicht. 😉 Wir fanden es schon witzig, sie nur anzuschauen: Sie blinkten & leuchteten nämlich in allen möglichen Farben & waren (fast) alle mit verschiedenen Hello-Kitty-Motiven versehen & häufig auch noch pink angemalt. Seeehr lustig! Einige der Rikschas hatten sogar Boxen installiert, aus denen die unterschiedlichste Musik schallte – meistens Techno! Diese Mischung kann man sich kaum vorstellen – Hello Kitty & Techno. Na ja, wer es mag. 😉

Anschließend begaben wir uns auf die Suche nach einem Restaurant. Der Hunger machte sich langsam bemerkbar. Ganz in der Nähe fanden wir ein vegetarisches chinesisches Restaurant & kehrten dort ein. Das Essen war okay, aber nicht so ganz unser Geschmack.

Übrigens – bisher hatten wir es noch nicht erwähnt, aber um vegetarische Restaurants in der Nähe zu finden, gibt es eine sehr empfehlenswerte App fürs Smartphone namens HappyCow. Die haben auch eine Website: http://www.happycow.net. Über die App (& auch im Internet) kann man sich Restaurants (nach den Kriterien vegan, vegetarisch & veg.-freundlich) sowie Shops/Bioläden in einem bestimmten Radius (von 1,6 bis 16 km) anzeigen lassen. Zum Teil sind die Lokalitäten bewertet, was ebenfalls bei der Auswahl hilfreich sein kann. In Malaysia haben wir damit schon sehr gute Erfahrungen gemacht & tolle Restaurants gefunden.

Nach dem Essen liefen wir nochmals Richtung Drehturm bzw. zu einem großen Einkaufszentrum (einer sog. Mall), das wir schon von Weitem gesehen hatten. Dort war es wieder richtig kalt, sprich klimatisiert. Krass! Hier braucht man eigentlich lange Kleidung, wenn man sich darin länger aufhält. Oder man geht eben wieder nach draußen, um sich aufzuwärmen. 😉

Nachdem wir etwas durch die Heroes Square Melaka Mall geschlendert & von der schieren Größe beeindruckt waren, traten wir den Rückweg an. Im Guesthouse angekommen, wurden wir plötzlich von jemandem begrüßt. Das Gesicht kam mir auch gleich bekannt vor, aber ich brauchte einen Moment: Es war der Franzose aus dem Nazri Nipah Camp, den wir am Abend zuvor auch noch dort gesehen hatten. Er war selbst ziemlich baff, uns hier anzutreffen, zumal wir außer Begrüßung(en) & Verabschiedung(en) kaum Worte miteinander gewechselt & uns also nicht abgesprochen hatten. Sehr lustig! Wir haben uns dann kurz unterhalten (auch am nächsten Tag noch mal). Er war schon ein paar Monate unterwegs & wollte insgesamt etwa 1,5 Jahre reisen. Nicht schlecht! 🙂 Echt ein großer Zufall, dass wir uns hier wiedergetroffen haben. Manchmal ist die Welt doch ganz schön klein. 😉

Am nächsten Morgen schliefen wir erst mal ein wenig aus. Frühstück sollte es bis 11 Uhr geben. Wir waren gegen 10 Uhr in der Küche & es gab kein Toastbrot zum Toasten. Es waren noch ein paar Bananen da, Eier ebenfalls, Kaffee & Tee sowieso. Die Eier kann (bzw. muss) man sich selbst zubereiten, allerdings war der (Gas-)Herd etwas tricky. Mithilfe eines Mitarbeiters bekamen wir ihn aber an (nachdem die Gasflasche dann auch offen war), nur das fehlende Toastbrot machte uns stutzig. Ich fragte auch direkt mal nach & bekam als Antwort, dass hier „self service“ ist. Hmm, okay – ich interpretierte diese Antwort so, dass wir Toastbrot selbst besorgen müssen. Nico ging also direkt zum nächsten 7/11 & besorgte dort Toast – es regnete zwar gerade noch etwas, aber es half ja nichts. In der Zwischenzeit kochte ich die Eier & bereitete Tee & Kaffee zu. Als Nico zurück war, toasteten wir noch unser frisch gekauftes Toastbrot (man mag es nicht glauben, aber auch die Bedienung des Toasters war etwas tricky 😉 ) & setzten uns im Aufenthaltsraum an den Tisch. Kurze Zeit später kam ein anderer Gast an uns vorbei (auf dem Weg zur Küche) & schnappte sich ganz selbstverständlich unser eben gekauftes übriges Toastbrot, das wir auf dem Tisch liegen hatten. Ähm, Moment – wir haben das eben gekauft. – Upps, war keine Absicht. Er sah sich dann in der Küche um, fand ebenfalls kein anderes Brot & fragte auch noch mal nach. Und plötzlich holte derselbe Mitarbeiter, den ich zuvor wegen des Brots gefragt hatte, aus einer Kammer Nachschub! Ach, verrückt! Brot ist also doch inklusive. Na ja, für morgen wissen wir es. 😉 Der andere Gast setzte sich später noch zu uns an den Tisch & dann erklärte ich noch mal das Missverständnis von vorher. Er meinte daraufhin nur, dass es immer wieder lustig ist, eine ganz einfache Frage zu stellen & dann zu schauen, was passiert. 😀

Nach dem Frühstück arbeiteten wir ein wenig am Blog & machten uns am Nachmittag auf den Weg ins Zentrum bzw. in die Altstadt von Melaka. Wir wollten eigentlich erst noch ans Meer, denn Melaka als alte Seehandelsmetropole (im Deutschen eher unter dem Namen Malakka bekannt) liegt direkt an der Straße von Malakka, allerdings fanden wir keinen Zugang. Wir stießen immer wieder nur auf Baustellen & kamen nicht weiter. [Das ging uns am übernächsten Tag an einer ganz anderen Ecke von Melaka noch mal so.] Na gut, dann eben nicht. Also, auf in die Altstadt, die aus holländischer Kolonialzeit stammt.

Hier suchten wir erst mal die Touristeninformation auf & bekamen einen Stadtplan sowie eine kleine Beschreibung für einen Rundgang zu den wichtigsten Attraktionen in der Altstadt. Das hörte sich gut an, also machten wir uns auf den Weg. 🙂 Zunächst zum Roten Platz mit der Christ Church & dem Stadthuys (Rathaus), dann hoch auf den St. Paul’s Hill zu den Ruinen der St. Paul’s Church, weiter zum holländischen Friedhof, dann zur Porta de Santiago, vorbei an den Gebäuden des Sultanspalastes von Malakka (die allerdings Nachbauten sind) & dem Islamischen Museum sowie zu den Ruinen der Middleburg Bastion.

Der Rundgang führte uns dann noch nach Chinatown zur Kampung-Kling-Moschee (malaiisches Gebäude), zu einem der ältesten chinesischen Tempel in Malaysia, dem Cheng-Hoon-Teng-Tempel aus dem Jahre 1645, und zu einem Hindu-Tempel (Sri Poyyatha Vinayagar Moorthi Temple). Das Chinatown in Melaka ist wirklich schön mit vielen alten Gebäuden.

Allerdings war hier um 18 Uhr schon gar nichts mehr los. Kaum ein Geschäft oder Restaurant hatte noch geöffnet & auch die Straßen waren recht leer (abgesehen von den Autos). Wir wussten nicht, woran das lag, vermuteten nur, dass der Tag hier einfach sehr früh beginnt, daher auch zeitig endet & ab dem nächsten Tag bzw. Abend Jonker’s Walk-Nachtmarkt wäre, der sich wohl über das gesamte Wochenende hinzieht.

Mithilfe unserer App HappyCow steuerten wir auf das Restaurant Geographer’s zu, das als „veg-friendly“ eingestuft (es gibt also auch nicht-vegetarische Gerichte) & sehr gut bewertet war. Es befindet sich in Chinatown an einer der Straßen, die am Wochenende zum Jonker’s Walk-Nachtmarkt umfunktioniert & damit für den Autoverkehr gesperrt werden. Hier konnte man sehr gemütlich sitzen, lecker Essen (das Essen war wirklich seeehr, sehr gut – allerdings auch nicht ganz so günstig wie vielleicht an einer Garküche 😉 ) & Leute beobachten. 🙂

Leckere frische Frühlingsrollen :-)

Leckere frische Frühlingsrollen 🙂

Gut gesättigt, machten wir uns auf den Rückweg – zunächst noch mal in die Mall, um noch Sonnencreme & ein Anti-Mückenmittel zu kaufen, danach ins Guesthouse.

Am nächsten Morgen arbeiteten wir nach dem Frühstück erst mal wieder am Blog. Am frühen Nachmittag wollten wir uns Little India ansehen, den indischen Stadtteil von Melaka. Wir stellten fest, dass selbst hier sehr viele Chinesen leben. Man sieht fast überall chinesische Schriftzeichen & auch die Häuser sind wohl eher Chinatown zuzuordnen. Eigentlich besteht Little India nur aus zwei großen Straßen, in denen auch wirklich indische Läden & viele Inder anzutreffen sind. Auf diesem Streifzug kamen wir an einem Sikh-Tempel (Gurdwara Sahib Melaka) vorbei, wo wir freundlich begrüßt & darüber aufgeklärt wurden, dass dieses Gebäude (das uns von der Seite betrachtet eher an ein Gemeindehaus erinnerte) tatsächlich ein Tempel ist.

Danach ging es weiter zum Bukit Cina (dem chinesischen Hügel), auf dem sich ein riesiger chinesischer Friedhof befindet. Sehr beeindruckend! Und vor allem war es angenehm ruhig. Außer uns waren nur ein paar Jogger unterwegs. Und wir trafen hier sogar auf zwei (recht große) Warane auf der Suche nach Fressen.

Auf dem Rückweg von dort entdeckten wir noch einen viel größeren Waran (der war etwa 1,5 m lang!), der durch die Kanalisation schwamm – wahrscheinlich auch gerade auf Futtersuche. Dem möchte ich nicht nachts allein begegnen. 😉

Da heute Freitag war, wollten wir uns den Nachtmarkt in Chinatown nicht entgehen lassen & liefen wieder dorthin. Die Stände wurden gerade aufgebaut & es waren schon einige Leute unterwegs. Wir hatten mal wieder Lust auf was Neues & probierten ein paar „Leckereien“ aus. Ähm, wie soll ich es ausdrücken? Das mit den „Leckereien“ klappte dieses Mal nicht so gut – die Sachen, die wir uns aussuchten (& vorher noch nie probiert hatten), waren nicht besonders lecker – auch wenn sie gut aussahen. 😉

Etwas frustriert von unseren kulinarischen Misserfolgen, steuerten wir wieder das Geographer’s an. Hier wussten wir, dass wir auch noch etwas Leckeres an diesem Abend bekämen – und so war es auch. 🙂

Neben uns saß ein englisch-sprechendes, älteres Pärchen, die uns irgendwann fragten, ob wir etwas vom so genannten „Coconut Kung Fu“ gehört hätten. Da gäbe es einen Mann, der mit seinem Zeigefinger eine Kokosnuss durchstößt, & der würde hier in Chinatown in regelmäßigen Abständen eine Show veranstalten. Und ob wir wüssten, wo diese Show stattfände. Wir konnten leider nicht weiterhelfen, sollten aber auf dem Weg zurück zum Guesthouse noch Zeuge dieser „spektakulären“ Show werden. 😉

Wir liefen also nach einem wieder sehr guten Essen im Geographer’s zurück Richtung Roter Platz & sahen schon von Weitem eine große Menschenmenge auf der Straße stehen. Als wir uns näherten, entdeckten wir auch die Hauptfigur des Geschehens, den Kung-Fu-Meister Ho Eng Hui. Wenn wir schon mal hier waren, konnten wir uns das ja auch mal anschauen. 😉 Bis zum eigentlichen Höhepunkt der Show, dem Durchstoßen der Kokosnuss, dauerte es noch eine ganze Weile – sonst wäre es ja schließlich keine Show. Wir verstanden nicht viel davon, weil größtenteils Chinesisch gesprochen wurde, aber irgendwann hielt der Kung-Fu-Meister immer wieder eine Kokosnuss & seinen rechten Zeigefinger hoch. Ich hatte mir seinen Finger mal etwas genauer angesehen – der war krumm & schief an der Spitze. 😮 Aua! Da tat mir schon vom Anblick alles weh! Und es war noch gar nichts passiert. 😉 Irgendwann passierte es dann aber doch (ich konnte gar nicht richtig hinsehen …). Der Meister durchstieß die Kokosnussschale mit seinem Zeigefinger. Applaus!

Nico sagte danach, dass er es ganz schön eklig fand – er hatte den Gesichtsausdruck des Meisters nach dem Durchstoßen gesehen. Der sah sehr schmerzverzerrt aus … kein Wunder!

Die Show ging danach noch weiter – inkl. Publikumsbeteiligung, aber wir machten uns aus dem Staub. Uns hatte das gereicht. 😉

Roter Platz bei Nacht

Roter Platz bei Nacht

An unserem letzten Tag (Samstag) in Melaka wollten wir eigentlich eine kleine Tour mit dem Fahrrad machen, aber irgendwie kamen wir nicht richtig in die Gänge, vertrödelten zu viel Zeit mit dem Blog, so dass es dann schon nach 16 Uhr war, als wir endlich loskamen. Jetzt brauchten wir auch keine Räder mehr leihen. Wir liefen stattdessen zu einer weiteren Sehenswürdigkeit von Melaka, dem St. John’s Fort. Das ist etwa 3 km vom Stadtzentrum entfernt – an sich ja nicht so problematisch, aber der Weg dorthin führt hauptsächlich an größeren Straßen entlang – der größte Teil sogar ohne Fußweg. Da wir ja nicht vorher wussten, worauf wir uns einlassen, sind wir zu Fuß dahin gelaufen. St. John’s Fort befindet sich auf einem kleinen Hügel. Dort trafen wir nicht nur auf ein paar Läufer, sondern auch auf eine kleine Gruppe von Affen, die einfach die Sitzmöglichkeiten dort für sich in Anspruch genommen hatten & offensiv verteidigten. Eieiei …

Der Ausblick vom Fort über Melaka ist wirklich fantastisch!

Von hier konnten wir auch das Meer sehen & starteten einen erneuten Versuch, noch an einen Strand zu gelangen. Wie bereits erwähnt, missglückte dieser (wir landeten immer nur in Sackgassen), kamen aber an einer RIESIGEN Baustelle vorbei – Hatten City. Ein riesiger Komplex aus mehreren Hochhäusern mit Einkaufszentrum, Wohnungen, Büros etc. In der Mall hatten wir schon ein Modell davon gesehen. Echt verrückt, was hier noch so entstehen soll!

Zum Abschluss gingen wir noch mal schön essen (Veggie Planet) & liefen dann zurück zum Guesthouse. Wir klärten noch mit dem Chef des Hauses (Ajit), wie wir am besten zum Busbahnhof Melaka Sentral kommen bzw. wo hier der nächste Bus abfährt. Am nächsten Morgen würde es dann also wieder weitergehen – zurück nach KL (mal wieder!) & dann aber schon bald nach Vietnam! Aufregend! 🙂

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