Xin chào Vietnam

Der Flug nach Ho Chi Minh City (häufig immer noch Saigon genannt) verlief eher unspektakulär. Juli hatte noch einen Sprachtrainer für Vietnamesisch geladen und lernte daraus ein paar Worte, ich versuchte die ganze Zeit eine entspannte Sitzposition zu finden. Bei AirAsia ist sehr wenig Platz zwischen den Reihen, aber irgendwie ging es dann auch. Trotzdem war ich froh, als wir nach 2 Stunden endlich gelandet waren.

Der Flughafen von Saigon ist überraschend klein und daher sehr übersichtlich. Mit dem Visum hat auch alles geklappt – wir bekamen die Aufenthaltsgenehmigung bis Ende Mai. 🙂
Dann brauchten wir noch Geld und eine Prepaid-SIM, was Dank Geldautomat und mehreren Verkaufsständen für SIM-Karten auch kein Problem war.

Im Reiseführer hatte Juli gelesen, dass man mit der Buslinie 152 ins Zentrum zum Ben-Thanh-Markt fahren könnte. Der Bus stand auch (mehr oder weniger) direkt vor der Ankunftshalle (nachdem man die Taxifahrer hinter sich gelassen hat). Aber wo bekommt man Tickets? Man sollte, wo immer möglich, die Tickets bei einem offiziellem Schalter kaufen, da die Busfahrer wohl gern mal tricksen, wie wir im Vorfeld gelesen hatten. Einen Ticketschalter haben wir nicht gefunden, weshalb wir dann versucht haben herauszufinden, was ein Ticket normalerweise kostet. Im Internet hieß es 3000 Dong pro Person, allerdings würde großes Gepäck auch noch mal so viel kosten. Wir sind dann einfach in den Bus Nr. 152 eingestiegen und der Busfahrer kassierte 20.000 Dong für uns zusammen inkl. 2 großer Rucksäcke (ca. 0,75 Euro), was auch OK war. Platz für das Gepäck gibt es nicht, so dass man zwangsläufig Sitzplätze belegen muss. Das ist aber alles kein Problem.

Für die erste Nacht hatten wir eine Zusage bei Couchsurfing bekommen. Unser Host Vu hatte geschrieben, dass wir bei ihm eine Nacht schlafen könnten, er dann aber selbst in den Urlaub fährt. Er hatte uns auch geschrieben, wie wir zu ihm fahren müssen und dass er um 6 Feierabend hätte. Wir hatten also noch ein bisschen Zeit und sahen uns ein wenig am Ben-Thanh-Markt um, landeten letztendlich aber in einem Burger King & verspeisten hier ein leckeres Eis. Die Rucksäcke sind auf Dauer einfach zu schwer (vor allem bei dieser Hitze hier).

Am Ben Thanh befindet sich ein großer, sehr belebter Kreisverkehr und es ist ein Erlebnis, dort als Fußgänger über die Straße zu gehen. Wir haben es versucht, wie es im Reiseführer steht. Man muss ganz mutig einfach losgehen und der Verkehr fließt um einen ringsherum, zumindest die Mopeds. Nur Busse und PKWs sollte man umgehen. Es gibt zwar Fußgängerüberwege und -ampeln, man hat aber den Eindruck, dass die keinen interessieren. Aber es funktioniert – man kommt völlig unbeschadet auf der anderen Seite an. Faszinierend! Viele Mopedfahrer haben hier einen Mund- und Nasenschutz auf, um die von Abgasen verpestete Luft nicht einatmen zu müssen.

Viertel 6 (17:15 Uhr 😉 ) sind wir so langsam los zum Busplatz am Ben Thanh. Die Linie hatte uns Vu ja geschrieben, auch die Haltestelle, an der wir aussteigen mussten, aber in welche Richtung wussten wir noch nicht. Zusammen mit einem Übersichtsplan aller Buslinien, einem Plan zu dieser Haltestelle und dem Navigator haben wir es aber herausgefunden. Im Bus sollten wir dem Kassierer die Haltestelle zeigen, wo wir aussteigen sollen, und da wohnt dann wohl auch gleich Vu. Im Navigator haben wir uns während der Fahrt auch orientiert und den Fahrtweg mitverfolgt. Als wir uns Vus Adresse näherten, gab uns aber auch der Kassierer ein Zeichen, dass wir aussteigen müssen. Wir sahen uns etwas um und entdeckten auch gleich das Geschäft, wo wir uns mit Vu treffen wollten. Vu war noch nicht da und so beobachteten wir wieder fasziniert die Mopedlawine, die in jeder Grünphase an uns vorbeirollte. Die Abgase! Der Lärm! Verrückt!

Abends - gerade grün geworden

Abends – gerade grün geworden

Vu bat uns gleich mit zu sich hinein, als er kam. Wir konnten uns erst mal setzen und etwas ausruhen, bevor er uns sein Zimmer zeigte, in dem wir heute Nacht mit schlafen durften. Man geht durch ein Geschäft in das Haus von Vu. Im Erdgeschoss hat Vu ein Zimmer mit Bad und oben wohnen Vus Mutter und sein Bruder mit Familie. Nach der langen Reise kam es uns dann auch ganz gelegen, als Vu meinte, das er nochmal kurz los müsse und wir in der Zeit ja duschen könnten. Gesagt – getan! Wir waren auch gerade erst fertig, als Vu zurückkam. Wir plauderten noch ein wenig und erfuhren, dass Vu verheiratet ist, seine Frau mit dem 20-monatigen Sohn aber entfernt auf Phu Quoc (eine Insel vor der Südwestküste Vietnams) lebt und sie sich nur einmal pro Monat sehen. Schuld daran ist die Arbeit. Vus Frau arbeitet auf dem dortigen Flughafen und Vu selbst hier in Saigon als Synchronsprecher. Klingt spannend! Derzeit arbeitet er an einem koreanischen Drama.

Wir sind dann aber erst mal los, um etwas zu essen. Dass Vu Vegetarier ist (seit 2 Jahren), traf sich super mit unseren Vorlieben, da wir auch schon seit mehreren Jahren immer mehr auf Fleisch und tierische Produkte verzichten und uns seit dem Beginn dieser Reise vegetarisch ernähren. Vu führte uns zu seinem Lieblingsrestaurant (eine Mischung aus Garküche und Restaurant), in dem er fast jeden Abend anzutreffen ist, und bestellte eine kleine Auswahl an Speisen, die wir unbedingt probieren sollten. Alles wirklich sehr lecker! Nur ungern ließ sich Vu von uns einladen, meinte schließlich aber, dass er uns dann aber noch auf ein Eis einlädt. Wir waren zwar schon sehr satt, aber ein Eis geht immer. 😉 Er führte uns zu einem, bei den Einheimischen sehr bekannten und vor allem sehr beliebten Eisladen, in den förmlich jeder reingezogen (gestikulierend & verbal) wird, der nur vorbeiläuft oder mit dem Moped vorbeifährt. Das Eis hier war aber auch sehr lecker! Die Portion war nur sehr klein (wurde uns eingeredet) 😉 und wir müssen noch eine zweite Sorte testen. 🙂 Vu bestellte sich ein Eis mit Durian (die nicht umsonst auch Stinkfrucht genannt wird), was nach dem Erlebnis in Melaka nichts für uns war. 😉 Wir nahmen ein Kokoseis. Nun waren wir schon supersatt, aber die kulinarische Reise durch das Viertel war noch nicht zu Ende. Als nächstes mussten äh durften wir eine regionale Spezialität an einem Straßenverkauf probieren. Eine süße Suppe (Sweet Soup) mit Bohnen, Mais, Gelee, Kokosmilch und im Topping leider auch Durian. Das Topping wurde kurzerhand wieder entfernt und so war es dann auch recht lecker, nur irgendwann ging nichts mehr und ich musste kapitulieren. Vu bestellte jetzt noch 2 Bananensuppen zum Mitnehmen, die wir uns dann morgen zum Frühstück schmecken lassen sollten.

Typische Verpackung für Suppen oder Getränke aus dem Straßenverkauf, hier: Bananensuppe

Typische Verpackung für Suppen oder Getränke aus dem Straßenverkauf, hier: Bananensuppe

Danach sind wir nur noch zurückgelaufen, haben die Betten fertig gemacht (wir sollten im Doppelbett schlafen – da halfen keine Überredungskünste unsererseits) und noch ein paar Worte Vietnamesisch gelernt, bevor wir glücklich über den tollen Start in Vietnam eingeschlafen sind.

Bei Vu daheim

Bei Vu daheim

Der Wecker klingelte um 6, da Vu um 7:00 Uhr zu seinem Urlaubsflieger musste. Als wir 20 vor 7 schon alles gepackt hatten, schlug Vu vor, dass wir ja noch ein Kaffee trinken gehen könnten. Zum Abschied bekam Juli von Vus Mutti sogar noch eine sehr schöne Halskette geschenkt. Verrückt! Die Familie ist sooo lieb!

:) *freu*

🙂 *freu*

Das Café ist zwar nur schräg über die Straße, trotzdem war es dann schon kurz nach 7, als wir zurück waren. Wir verabschiedeten uns nur noch und wünschten Vu einen schönen Urlaub!

Wir wollten nun noch irgendwo gemütlich frühstücken und uns anschließend im Backpacker-Viertel von Saigon eine Unterkunft suchen. Als wir an einem Bäcker vorbeikamen und „richtiges“ Brot im Schaufenster liegen sahen, wussten wir, dass wir hier einkehren wollen. Wir bestellten erst mal etwas zu trinken. Die frisch gebackenen Teilchen lagen noch auf Gittern zum Auskühlen und wurden dann später auch zu einem Buffet angerichtet. Und dann wollten wir auch endlich probieren. Juli besorgte die erste Auswahl an süßen Teilchen. Das Buffet wurde ständig erweitert, so dass ich eine zweite Runde organisierte.

Gut gesättigt, ging es dann mit dem Bus Richtung Zentrum und ins Backpacker-Viertel. Wir hatten auch wieder nix reserviert, hatten nicht mal eine Idee, wollten uns einfach mal umsehen und dann entscheiden.

Das Backpacker-Viertel ist wirklich cool, wir hatten die Hauptstraße verlassen und sind durch richtig enge Gassen (oft nur einen Meter breit) gelaufen und haben nach einem Hostel Ausschau gehalten. Plötzlich standen wir vor dem Thien Phu und wollten uns unverbindlich mal einen Raum ansehen, sofern denn einer verfügbar war. Es gab auch einen freies Zimmer und der erste Eindruck war gut. Der Preis war auch noch super, so entschieden wir uns dafür und bezahlten zunächst für eine Nacht.

Happy :)

Happy 🙂

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