Reise ins Mekong-Delta

Wir waren schon gespannt, hatten wir doch ganz kurzfristig eine Zusage für eine private Unterkunft über Couchsurfing erhalten. 🙂

Unser Bus nach Vinh Long fuhr laut Plan 9:45 Uhr los. Die Ticketverkäuferin meinte, als wir die Tickets 2 Tage zuvor gekauft hatten, dass wir eine Stunde vor Abfahrt am Ticketbüro sein sollen und uns dann ein Bus zum Bus bringt.

Wir sind also gegen 6:45 aufgestanden, haben uns fertig gemacht, gepackt und ausgecheckt, sind dann noch zur ABC Bakery, um belegte Brötchen zu holen, und anschließend mit einem Linienbus zum Ticketbüro gefahren. Mit dem Bus zum Bus zum Bus! 😉

Wir waren genau pünktlich am Ticketbüro und 2 min später kam auch schon ein kleiner Bus (mit einem noch kleineren Gepäckfach), der sich schnell füllte. Als unser Gepäck verstaut war, gab es nur noch 2 freie Plätze, Juli saß ganz hinten und ich ganz vorn auf einem Klappsitz. Wir fuhren dann etwa 15 min bis zu einem sehr großen Busplatz in einem Vorort von Ho Chi Minh City (HCMC, wie Saigon seit der Wiedervereinigung 1976 heißt). Hier gab es sogar ein (ich glaube) 4-stöckiges Parkhaus für Mopeds. Verrückt!

Vor dem Wartehäuschen unserer Busgesellschaft (Futa Buslines) stand eine Schlange von Reisebussen, mittendrin hielt unser Minibus. Immer, wenn vorn ein Bus losfuhr, rückte die gesamte Schlange nach, trotzdem stiegen weiter Leute ein und Gepäck wurde verstaut. Ein wildes Durcheinander! Ein Mitarbeiter sah unsere suchenden Blicke und fragte, wo wir denn hinwollten? Wir sollten uns erst mal in den Warteraum setzen und 10 min vor Abfahrt rauskommen. Im Warteraum kamen wir mit einem Amerikaner ins Gespräch, der schon 3 Jahre in Vietnam lebt und hier als Englischlehrer arbeitet. Er warnte uns auch noch mal vor den betrügerischen Maschen einiger Vietnamesen.

Irgendwann kam der Futa Mitarbeiter und gab uns zu verstehen, dass unser Bus jetzt da sei. Er brachte uns noch ans Ende der Busschlange. Man hatte den Eindruck, dass sich die Schlange kontinuierlich bewegt. Man läuft also neben dem Bus her und versucht sein Gepäck loszuwerden. Dieses wurde noch mit einer Nummer versehen und dann durften wir einsteigen. Kurz darauf ging es dann auch los. Nach 5 min war schon der erste Stop an einer Tankstelle und es gingen wirklich schon einige auf Toilette. Nach 2 Stunden Fahrt war dann der offizielle Stop an einem Futa Center. Wir wollten weder etwas kaufen noch auf Toilette und blieben im Bus sitzen. Der Fahrer stellte den Bus ab und verschwand selbst auch. Nur ohne Klimaanlage und mit geschlossener Tür wurde es im Bus sehr schnell sehr warm. Das war wohl keine gute Entscheidung, im Bus bleiben zu wollen. Nach 30 min ging es weiter und die Klimaanlage kühlte uns wieder runter.

 

Nach insgesamt 3,5 Stunden kamen wir in Vinh Long an, nur nicht, wie gehofft, auf dem Busplatz im Zentrum, sondern wieder etwas außerhalb. Unser Host Thuy An wohnt auch nicht direkt in Vinh Long, sondern auf der Insel Dong Phu. Sie hatte uns geschrieben, dass wir mit der Fähre nach An Binh übersetzen müssen und dort dann mit einem Motorbiketaxi bis zu ihr nach Dong Phu fahren sollten. Der Einfachheit halber sind wir dann mit einem PKW-Taxi bis zum Fährhafen gefahren. Trotz Taxameter wurden wir, wie wir aber erst bei der Rückfahrt merkten, ziemlich beschi…! Für exakt dieselbe Strecke haben wir hinzu 65000 und rückzu 45000 Dong bezahlt. Gut, umgerechnet entspricht die Differenz nur 0,70 €, aber wer lässt sich schon gern beschei…?

Die Fähre war dagegen wieder richtig billig, nur hat auf der Fähre keiner kassieren wollen. Wir sind dann einfach den Einheimischen nach und auf der Insel kam man am Kassierer vorbei, wo wir für die Überfahrt zusammen 1000 Dong bezahlt haben. Dann ging das Abenteuer los! Wir wurden direkt von Motorbikefahrern in Beschlag genommen. Thuy An hatte uns geschrieben, dass wir für das Motorbiketaxi etwa 70000 Dong/Person zahlen müssten. Die Fahrer wollten aber 100000. Unser Angebot von zusammen 150000 Dong haben sie erst angenommen, nachdem wir deren Angebot abgelehnt und uns umgedreht hatten, um zu gehen. Das ist oft die einzige Möglichkeit, die eigenen Vorstellungen durchzusetzen. Erschwerend kam noch hinzu, dass die beiden (wie fast alle hier auf der Insel) so gut wie kein Wort Englisch sprachen.

Jedenfalls waren sie dann doch einverstanden und es gab Helme für uns. Julis Rucksack hatte ihr Fahrer vor sich (also zwischen Lenker und Sitzbank) eingeklemmt, während ich meinen Rucksack einfach aufgesetzt lassen sollte. Ja, na klar, kein Problem! So ein Rucksack mit fast 20 kg zieht ordentlich nach hinten, wenn man auf dem Moped sitzt. Aber das trainiert die Bauchmuskeln. 😉 Die halbe Stunde Fahrt kam mir ewig vor, zumal sich unsere beiden Fahrer nicht sicher waren, wo wir hin mussten und mehrfach nach dem Weg fragten. Ich war so froh, als wir endlich da waren. Ich wollte auf keinen Fall die gleiche Tortur noch einmal auf dem Rückweg durchmachen.

Wir wussten zwar, dass Thuy An dort ein richtiges Guesthouse hat, aber selbst einen Großteil des Jahres bei ihrem Mann in Finnland lebt. So auch zur Zeit. Sie hatte aber alles von der Ferne aus organisiert, so dass wir direkt von ihrem Bruder Giang und ihrem Cousin Tuân in Empfang genommen und in ein Gästezimmer gebracht wurden. Der erste Eindruck hier war sehr gut – es war sehr hübsch angelegt und alles noch sehr neu. Wir erfuhren dann, dass das Guesthouse noch gar nicht eröffnet ist und bis jetzt eigentlich nur Freunde und Couchsurfer hier übernachtet hätten.

Auch wenn die Kommunikation etwas schwierig war, so wurden wir doch sehr herzlich aufgenommen. Etwas unsicher waren wir nur, ob es jetzt etwas kosten sollte oder nicht. Couchsurfing ist eigentlich so angelegt, dass das Übernachten in einer privaten Wohnung nichts kostet. Später erfuhren wir, dass wir, da der Kontakt über Couchsurfing zustande gekommen war, wirklich nichts für das Zimmer bezahlen sollten. Cool! Die Anreise war zwar etwas abenteuerlich, aber hier hatten wir mal wieder richtig Glück mit der Unterkunft! Aber später dazu mehr! 🙂

Dieser Beitrag wurde unter Reise, Vietnam abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort zu Reise ins Mekong-Delta

  1. icke schreibt:

    schööön 🙂 klingt gut euer kleines abenteuer 🙂

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s