Radtour nach Vinh Long

Am nächsten Morgen wollten wir auch noch mal die Insel erkunden und, wenn wir es schaffen, sogar bis nach Vinh Long radeln. Motorbike kam nicht in Frage, dafür waren mir die Wege zu schmal (auch oft direkt an einem Wasserweg entlang), zu viele Leute unterwegs und in Vinh Long zusätzlich Busse und Autos. Sport kam sowieso zu kurz auf unserer Reise und da war es ganz gut, direkt noch mal Rad zu fahren. Toân bot uns auch Frühstück an, aber wir hatten uns überlegt wieder auf dem Markt von Dong Phu zu Frühstücken. Wir kannten uns ja mittlerweile voll aus und als wir ankamen, wurden wir auch wiedererkannt. Dann ging es direkt weiter, es waren schließlich einige Kilometer bis zur Fähre zu radeln. Wenn wir wirklich in Vinh Long ankommen, wollten wir auch mal zur Busstation für die Fernbusse gucken und versuchen, Tickets nach Saigon zu bekommen. Durch die Feiertage am vergangenen Mittwoch und Donnerstag war zu erwarten, dass sich viele ein langes Wochenende gegönnt hatten und nun am Sonntag wieder zurück nach Saigon wollten. Um dann nicht an der Bushaltestelle zu stehen und nicht weg zu kommen, wollten wir vorher klären, ob es noch Tickets gibt. Die Strecke zog sich und die Sonne war schon sooo heiß. Aber in Vinh Long (ja, wir haben es gefunden und geschafft! 😉 ) war es noch mal drückender. Vorbei am Markt und verschiedenen Sehenswürdigkeiten wollten wir aber nur noch am Busplatz ankommen.

Unsere Vermutung war ganz richtig, bei der Busgesellschaft (Futa Buslines), mit der wir hierher gefahren waren, gab es zwischen 3 Uhr morgens und 8 Uhr abends keinen freien Platz mehr. Bei einer zweiten Busgesellschaft (Mai Linh) gab es dann aber noch Tickets nach Saigon und so haben wir dort auch 2 gekauft (für 130.000 Dong/Ticket). Für weitere Stadterkundungen war es uns zu heiß und es sah auch so aus, als würde sich wieder ein Gewitter zusammenbrauen, weshalb wir uns dann auf den Rückweg machten. Irgendwie hatten wir Glück und die Gewitter zogen um uns drumherum. Direkt an der Fähre auf Dong Phu gibt es noch eine Pagode zu besichtigen, was aber recht kurz ausfiel.

Der aufmerksame Bildergucker wird vielleicht schon bemerkt haben, dass bei Tempeln oder Pagoden oder Buddhas häufiger mal eine Swastika (die aber nicht auf der Spitze steht) zu sehen ist, die im Buddhismus und Hinduismus als Zeichen für das Gute, das Heilbringende verwendet wird.

Auf dem Markt in Dong Phu haben wir uns noch mit frischem Obst eingedeckt und sind dann weiter in unsere Unterkunft geradelt. Am Ende hatten wir 34 km zurückgelegt und waren froh zurück zu sein. Nun mussten die Melone und die Mangos vorbereitet werden, die wir uns dann auf der Terrasse haben schmecken lassen. Das tat soooo gut!

Von Thuy Ans Mutti bekamen wir auch noch Kochbananen mir Chiliöl und Salz angeboten. Eine regionale Spezialität, die sehr lecker war. Bis zum Abend haben wir uns nur noch auf der Terrasse ausgeruht, haben die vorbeifahrenden Schiffe beobachtet und festgestellt, dass Bananenboot hier noch eine andere Bedeutung hat als an Touristenstränden. 😉 Einige traditionelle Holzboote sind bunt bemalt – oft mit schaurig schönen Augen am Bug. Es gibt aber auch einfach nur Schlepper, die leise an uns vorbei ziehen. Transportiert wird alles, was wir auch schon auf Mopeds gesehen haben, nur eben ganze Schiffsladungen. Es gibt neben den Bananenbooten also auch Ananasboote, Kohlkopfboote, Reisboote (die so voll beladen sind, dass immer etwas raus rieselt), Melonenboote, Holzstammboote, Kiesboote, Schweineboote, …

Auf dem Fluss treiben auch jede Menge Wasserpflanzen, wo ich mich immer gefragt habe, ob die aufs Meer treiben und wie es da dann aussieht. An diesem Abend musste ich lernen, dass die Pflanzen, bedingt durch Ebbe und Flut, mal in die eine Richtung treiben und dann wieder in die andere. Schade, die Vorstellung von einem riesigen Wasserpflanzenteppich im Meer fand ich auch schön. 😉

Wir hätten es auch noch länger hier ausgehalten, aber es war noch ein langer Weg bis nach Hanoi, daher war es schon unser letzter Abend im Happy Familie Guesthouse. Es ist sooo schön hier! Wir sollten ja schon nichts für das Zimmer zahlen, da wir Thuy An über Couchsurfing noch einer Couch gefragt hatten. Heute hat uns Giang auch noch gesagt, dass wir auch das Essen nicht bezahlen brauchen. Wir wären eingeladen. Das ist toll, aber wir hätten auch gern dafür bezahlt. Die Familie ist so nett! Auch heute hat Thuy Ans Mutti ein letztes Mal für uns gekocht, was, wie auch die Tage zuvor, sehr lecker war. Erschöpft von der anstrengenden Tour fielen wir am Ende dieses schönen Tages nur noch müde ins Bett.

Abendessen :)

Abendessen 🙂

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3 Antworten zu Radtour nach Vinh Long

  1. icke schreibt:

    lustig euer bild mit dem essen – der hintergrund ist echt interessant, da schlummert wer in der hängematte – wird in dem restaurant ein verdauungsschlaf angeboten ;)?

  2. icke schreibt:

    ps: klingt als wärt ihr im schlaraffenland gewesen 😉

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