Wir fahren mit der Eisenbahn …

Wir merkten eher zufällig, dass die Türen zum Bahnsteig geöffnet wurden, da plötzlich eine Unruhe in der Wartehalle entstand & einige hektisch nach ihren Taschen & Koffern griffen. Also packten wir auch unseren Kram zusammen & schlenderten gemütlich zum Bahnsteig. Hier wurden die Tickets zum ersten Mal kontrolliert. Vor jedem einzelnen Waggon des Zuges stand mindestens ein Zugbegleiter bzw. eine Zugbegleiterin, der/die auch noch mal einen Blick auf die Tickets warf.

In unserem 4er-Abteil (soft sleepers) war bereits das andere Pärchen dabei, sein Gepäck zu verstauen. Die beiden hatten die unteren Liegen gebucht, während wir auf den oberen nächtigen würden. In dem Abteil gab es außer den 4 Liegen eine Klimaanlage, die bereits auf Hochtouren lief, ein kleines Tischchen, eine kleine Plastikblume am Fenster, an jeder Liege ein Leselicht & eine Steckdose sowie etwas Stauraum über der Kabinentür & unter den unteren Liegen.

Unsere beiden Mitreisenden stellten sich als Kong & Rachel vor, ein frisch verheiratetes Pärchen aus Texas, USA, auf verlängerter Hochzeitsreise durch Südostasien & China. Die beiden waren seit etwa 4 Wochen unterwegs & hatten in dieser Zeit bereits Kambodscha & Laos bereist, wollten von Vietnam aus nach China, danach noch mal für 1,5 Monate nach Hause, um dann im Sommer für ein paar Monate durch Europa zu reisen. In Deutschland wollten sie auf jeden Fall zum Oktoberfest. 😉

Die beiden hatten den ersten Teil ihrer Reise unserem Eindruck nach mehr durchorganisiert als wir & waren anscheinend nicht low budget unterwegs. Ihr Hotel in Hoi An hatten sie auch schon gebucht – im Gegensatz zu uns. Wir wussten noch nicht mal genau, wie wir von Danang, wo unser Zug morgen Mittag ankommen würde, nach Hoi An fahren. Allerdings hatten wir uns wenigstens schon mal eine nett klingende Unterkunft herausgesucht & diese sogar am Vortag angeschrieben & nach einem Zimmer gefragt, nur bisher noch keine Antwort erhalten. Diese Unterkunft wollten wir jedenfalls als Erstes ansteuern.

Kong schlug irgendwann vor, sich am nächsten Tag von Danang bis Hoi An zu viert vielleicht ein Taxi zu teilen. Das klang nach keiner schlechten Idee, obwohl das natürlich nicht so ganz zu unserer Art des Reisens passt, aber wir wollten es uns überlegen. 🙂 Im Internet hatten wir im Vorfeld nur gelesen, dass es mit dem Bus etwas kompliziert sei bzw. dieser schwer zu finden sein soll & die Busfahrer von Touristen gern mal das Doppelte oder Dreifache des üblichen Fahrpreises verlangen. Vorstellbar ist das, da wir in Saigon auch des Öfteren das Gefühl hatten, im lokalen Bus den angeschlagenen Höchstpreis oder noch etwas mehr zahlen zu müssen, wobei wir hier von Einzelbeträgen von umgerechnet unter einem Euro sprechen, also nicht so dramatisch, aber irgendwie geht es ja auch ums Prinzip. 😉

So wirklich redselig waren wir alle 4 nicht & irgendwie konnte man auch nur jeweils auf seiner Liege liegend Platz nehmen. Nico & ich schrieben daher auf unseren Smartphones ein bisschen für den Blog, die beiden Amerikaner lasen bzw. ruhten sich einfach nur aus.

Gegen 20 Uhr kam dann eine Zugbegleiterin & prüfte noch mal unsere Tickets & strich irgendwas auf ihrer Liste ab. Kurze Zeit später klopfte es erneut: dieses Mal der Essenswagen. Kong & Rachel nahmen die Hühnersuppe – wir hatten uns vor der Abfahrt noch im Backpacker-Viertel bei unserer Lieblingsbäckerei belegte Baguette geholt, die wir jetzt genüsslich vertilgten. 🙂

Ich wurde dann schon allmählich müde & versuchte etwas zu schlafen. So wirklich tief habe ich nicht geschlafen. Ich hatte immer das Gefühl, das Tuckern & Rattern des Zuges zu hören, der mit maximal 70 km/h durch die Landschaft fährt. Nico ging es wohl ähnlich. Von der Landschaft selbst haben wir nachts nicht wirklich etwas sehen können. 😉

Es war übrigens ganz schön kalt im Abteil – die Klimaanlage (die sich an der Decke befindet) konnte man nicht regulieren. Es gab zwar einen Regler, aber wenn man daran drehte, passierte nichts. 😉 Da wir beide die oberen Liegen hatten, war es hier sicher noch mal ein Stück kälter als unten. Glücklicherweise gab es Decken, die ganz gut wärmten. Selbst Nico sagte später, dass er es auch ganz schön kalt fand, & der ist sonst keine Frostbeule. 😉

Morgens ab kurz vor 5 Uhr hörte ich die ersten Kinder durch die Flure rennen & schreien. Halb 6 klopfte bzw. trommelte es kräftig gegen unsere Tür – verbunden mit den Worten „wake up, wake up„. Es war die Zugbegleiterin. Was soll das denn? Wir öffneten kurz die Tür, um sie etwas verwundert anzusehen & anschließend weiterzudösen. 😉 Bis 12 Uhr war noch genügend Zeit & laut Fahrplan & dem letzten Stopp hatten wir aktuell etwa 1 Stunde Verspätung. Also, keine Hektik!

Am späten Vormittag wurden wir so langsam wach, entspannten noch ein wenig & sahen uns die vorbeiziehende Landschaft an. Mit gut einer halben Stunde Verspätung kamen wir schließlich in Danang an. Wir hatten uns entschlossen, uns doch ein Taxi mit den beiden Texanern zu teilen. Daher begaben wir uns zum Ausgang & wurden vor dem Bahnhof schon direkt mit Taxiangeboten nach Hoi An überschüttet. Verrückt, was hier schon wieder los war. Ein Angebot für 350.000 Dong sagte uns allen zu, so dass wir kurz darauf in einem Minibus-Taxi saßen & auf dem Weg nach Hoi An waren. Wir durchquerten Danang (was nach einer sehr großen Stadt aussah) & fuhren dann idyllisch am Strand entlang Richtung Hoi An, das wiederum selbst etwa 5 km vom Meer entfernt ist.

Hier angekommen, wurden erst die beiden Texaner an ihrem Hotel abgesetzt & wir anschließend zu unserer hoffentlich schönen Unterkunft, dem Blue Clouds Homestay, gefahren. Hier trafen wir auf ein anderes Pärchen, das offensichtlich gerade abreiste & ganz erfreut zu uns meinte, dass es hier wirklich toll sei & wir eine schöne Zeit haben werden. Das klang ja sehr vielversprechend! 🙂

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