Unter dem Wolkenpass hindurch

Am nächsten Morgen hieß es wieder zeitig aufstehen, da unser Bus nach Huế bereits 8 Uhr abfahren sollte bzw. wir um diese Zeit im Homestay abgeholt werden sollten. Wir frühstückten wieder gut & packten unsere restlichen Sachen zusammen. Unsere frisch gewaschene Wäsche hatten wir am Vorabend zurückbekommen & bereits verstaut. Dann bezahlten wir noch schnell & schon hieß es, dass der Bus da sei. Als wir aber unten ankamen (es war gerade 10 vor 8), war der Bus oder Abholservice schon wieder weg. Was denn nun? Trang & ihr Mann sprachen aufgeregt miteinander & überlegten offensichtlich, was sie nun mit uns machten. Kurz darauf erklärten sie uns, dass sie uns zum Bus bringen würden – mit den Motorrädern. Jeder von uns also vollbepackt mit den Rucksäcken auf dem Rücken mit auf jeweils ein Motorrad & dann rasten sie mit uns durch die Stadt. Zum Glück dauerte die Fahrt nur ein paar Minuten & dann waren wir auch schon an der Busstation, wo bereits weitere Fahrgäste saßen & auf den Bus nach Huế warteten.

Richtige Tickets für den Bus hatten wir von Trang übrigens nicht bekommen. An der Busstation wurden wir auch nur einmal gefragt, ob & bei wem wir für die Fahrt bezahlt haben. Die Antwort, dass wir bei Trang vom Thiên Tan Homestay bezahlt haben, reichte dann völlig aus.

Unser Bus kam ein paar Minuten später. Es handelte sich um einen so genannten sleeper bus – mit liegeartigen Sitzen. Am Bus selbst wurde groß beworben, dass es sich um european standard seats handele (also Sitze nach europäischem Standard). Klingt erst mal nicht so schlecht, sobald man aber größer als 1,70 m ist (was wir ja beide sind), wird es in diesen Liegesitzen anstrengend, da man einfach nicht weiß, wohin mit seinen Beinen. 😉

Unweit von Danang ging es ein Stück den Berg hinauf & schon bald in einen ewig langen Tunnel. Schade! So unterquerten wir leider nur den Wolkenpass. Dabei handelt es sich um die natürliche Grenze & Wetterscheide zwischen Nord- & Südvietnam. Der Pass ist etwa 20 km lang & hier führt die Nationalstraße 1 entlang. Zur Entlastung dieser Strecke wurde 2005 ein Tunnel gebaut, den wir nun gerade durchquert hatten.

Eigentlich hieß es, dass diese Verbindung nach Huế eine Non-Stop-Verbindung sei. An der Busstation war auch ausdrücklich darauf hingewiesen worden, dass man sich Essen mitnehmen soll. Nach gut 2 Stunden Fahrt fuhr der Bus jedoch ein kleines Restaurant an – dass er dafür direkt in den zweispurigen Gegenverkehr fahren musste, um auf der gegenüberliegenden Seite zu parken, störte nicht weiter. 😉 Hier hatten wir jedenfalls eine halbe Stunde Pause. Die meisten blieben allerdings im Bus sitzen. Hauptsächlich die Mitarbeiter (4, wenn ich mich recht entsinne) kehrten dort ein & aßen wohl ihr 2. Frühstück.

Während der Fahrt wurde ich mit der Zeit ganz schön müde, so dass mir immer mal wieder die Augen zufielen. Die Landschaft, durch die wir fuhren, war (oder wäre 😉 ) allerdings sehr sehenswert. Da ich jedoch einen Platz im Mittelgang hatte (außerdem eine Liege oben), konnte ich nicht so richtig gut aus dem Fenster sehen. Es ging an ein paar großen Seen vorbei & den Berg hinauf, immer am Abhang entlang. Wunderschön!

Gegen Mittag kamen wir in Huế an (bei gleißender Hitze) – mal wieder an einem Busbahnhof, der sich weit außerhalb des Zentrums befand, so dass Laufen keine wirkliche Option war. Im Vorfeld hatten wir uns wieder ein Hotel ausgesucht, dass wir ansteuern wollten. Aber wie dorthinkommen?

Wir waren kaum aus dem Bus ausgestiegen, geschweige denn, dass wir unser Gepäck bereits hatten, da wurden wir alle schon wieder von zig Taxifahrern umringt, die uns zu ganz tollen Hotels bringen wollten. Einer bot uns dann tatsächlich das Hotel an, zu dem wir als erstes schauen wollten, also willigten wir ein. 2 andere (deutsche) Mädels wurden auch noch „eingefangen“ & dann ging es in Richtung Zentrum. Allein die Fahrt mit diesem klapprigen Minibus-Taxi kostete noch mal 80.000 Đong. Wir 2 wurden auch kurzerhand an einem anderen Hotel abgesetzt, als wir gedacht hatten. Auf der Visitenkarte, die uns der Vermittler am Busbahnhof gezeigt hatte, war außer unserem gewünschten Hotel noch ein 2. vermerkt (unweit des anderen). Da hatten wir wohl nicht richtig aufgepasst, aber nun waren wir schon einmal hier – dann können wir uns in diesem Hotel (das Star Binh Duong Hotel) auch ein Zimmer ansehen. Falls es uns nicht zusagt, könnten wir immer noch weiterziehen.

Der Vermittler zeigte uns nun ein Zimmer (auf der 1. Etage), das ordentlich aussah, sehr geräumig war, Doppelbett, Klima, TV, Bad mit Wanne, WLAN und auch sonst alles Nötige hatte. Kosten sollte es allerdings 320.000 Đong pro Nacht. Nico sagte daraufhin, dass unser Maximum 250.000 Đong sei. Kein Problem! Unser Vermittler hätte auch Zimmer in dieser Preisklasse. Die wären aber weiter oben. Okay, dann sehen wir uns mal so ein Zimmer an. In der 3. Etage schauten wir uns ein kleineres Zimmer an, das ansonsten aber alle Annehmlichkeiten des vorherigen Zimmers aufwies. Ungeziefer konnten wir auf den ersten Blick auch nicht entdecken. Gut, das nehmen wir. Unser Gepäck hatten wir vor der Besichtigung unten in der Lobby abstellen können – das holten wir noch schnell & dann ruhten wir uns erst mal etwas aus. 🙂

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