Bạch-Mã-Nationalpark

Man kann sooo viel unternehmen in Zentralvietnam, das man sich entscheiden muss. Gut, es gibt auch Touren, die fünf Sehenswürdigkeiten (DMZ, Tunnel, Brücke, Nationalpark, …  ) nacheinander besuchen, aber das war uns nichts. Die Beschreibungen zum Bạch-Mã-Nationalpark klangen sehr gut & vor allem soll es dort nicht so überlaufen sein. Einen Anbieter zu finden, der eine Tour dorthin zu einem für uns vertretbaren Preis anbietet, war nicht so leicht, aber das hatte am Vortag ja doch noch geklappt. Wir wollten eigentlich keine private Tour, weil es in einer kleinen Gruppe sicher mehr Spaß macht, man nette Leute trifft und der Preis niedriger ist. Bei „Impressiveland Travel“ (02 Vo Thi  Sau, Hue City) haben wir das für uns passende Angebot gefunden. Zu dem Zeitpunkt, als wir gebucht haben, waren wir die einzigen, aber wir waren gespannt, wer noch mit uns am kommenden Tag in den Bạch-Mã-Nationalpark fährt. Später am Abend hatten wir noch Sandwiches für das Frühstück vorbereitet und standen dann am nächsten Morgen pünktlich um 7:00 Uhr vor dem Hotel. Wir standen und standen und wurden etwas skeptisch, ob das alles noch klappen würde. Aber nach 30 min kam ein Kleinbus vorgefahren und der Guide entschuldigte sich gleich für die Verspätung. Wir erfuhren, dass die Gruppe nur aus uns besteht. Na gut, das ist auch OK! 😉

Eineinhalb Stunden Fahrt lagen vor uns. Wir bekamen noch ein paar Informationen und einen Zettel mit dem geplanten Ablauf & dann war erst mal Zeit für unser vorbereitetes Frühstück. 🙂 An der Einfahrt zum Nationalpark war das Bạch-Mã-Informationscenter, wo schon ein „Freund“ unseres Guides (das war wahrscheinlich einfach ein Mitarbeiter dort) auf uns wartete, um uns einige Erklärungen zum Park zu geben. Er wurde nach dem Berg Bạch Mã (gesprochen: Back Ma) benannt, was übersetzt „weißes Pferd“ bedeutet. Der Park wurde 1991 gegründet, hat eine Größe von 22.000 Hektar und beherbergt von der Küste bis hoch zum fast 1500 m hohen Gipfel verschiedene Vegetationszonen.

Es ging dann weiter mit dem Kleinbus bis fast zum Gipfel. Der Weg war gut befestigt, aber nicht besonders breit. Glücklicherweise ist hier wirklich nichts los, es gab nur auf dem Rückweg eine enge Situation, als ein LKW entgegenkam. Aber irgendwie hat auch das gepasst. Am Gipfel stiegen wir die letzten Meter zu Fuß hinauf. Es ging an mehreren Eingängen zu einem Tunnelsystem vorbei, das während des Vietnamkrieges vom vietnamesischen Widerstand genutzt wurde. Mittlerweile sind die Tunnel stark verfallen und werden wohl hauptsächlich von Fledermäusen bewohnt.

Oben erwartete uns eine herrliche Sicht bei schönstem Sonnenschein. Außerdem gibt es eine Gipfelglocke (die mehrfach geschlagen wurde) und eine Gipfelhütte, in der unser Guide Kaffee servierte (er hatte alles mit hochgebracht). Selbst Juli hat sich überzeugen lassen, einen Kaffee zu trinken (aber wirklich nur einen 😉 ). Kaffee wird hier typischerweise mit gesüßter Milch und Eiswürfeln serviert und ist daher schön kalt und sehr süß.

Wir genossen noch ein wenig die Aussicht und liefen dann zurück zu unserem Kleinbus, mit dem wir die Hälfte der Strecke wieder hinunterfuhren. Der Fahrer setzte uns zusammen mit dem Guide am Beginn eines kleinen Wanderweges ab. Hier startete die Wanderung zum 5-Lakes-Trail & zum Rhododendron-Wasserfall. Unser Guide stattete uns noch mit Wanderstöcken aus und schon ging es auf sehr schmalen Pfaden über kleine Brücken vorbei an Seen mitten durch den Wald. Er legte ein ordentliches Tempo vor, obwohl er noch einen riesigen Rucksack auf dem Rücken hatte. Da merkt man, dass er die Tour jeden Tag läuft.

An einer Lichtung gab es einen kleinen Tempel, den wir uns kurz ansahen und Räucherstäbchen entzündeten. Und weiter gehts – wir überquerten Bäche, kamen an einer verlassenen Siedlung vorbei und gingen immer weiter durch den Wald. Ohne Guide wären wir verloren gewesen. Schließlich kamen wir zu einem mehrstufigen Wasserfall, den wir erklommen und an einer mittleren Stufe erst mal eine Pause mit Picknick einlegten. Man konnte sogar baden, aber wir testeten nur mal mit den Füßen an. Es war seeehr kalt!

Anfangs war noch eine zweite kleine Wandergruppe da (die wir auch schon am Informationszentrum und auf dem Gipfel gesehen hatten), die dann aber bald weiterzog. Unser Guide hatte wieder alles für das Picknick mitgeschleppt, sogar eine Picknickdecke. 🙂 Es gab Reis mit vegetarischer und nichtvegetarischer Beilage (was ich auch beides probiert habe), außerdem gab es Toast mit Ei, Marmelade oder Wurst sowie Joghurt, Kaffee und Milch. Auch Gewürze haben nicht gefehlt. Für den Kaffee hatte der Guide auch wieder gesüßte Milch und Eiswürfel dabei. Wir waren dann auch gut gesättigt, als wir zum Rhododendron-Wasserfall aufbrachen.

Picknick

Picknick

Unser Guide führte uns wieder über schmale Pfade durch den Wald an einem Fluss entlang, den wir auch mehrfach überquerten und der dann 300 m tosend in die Tiefe stürzte. Das war sehr beeindruckend, allerdings sah man nur wie das Wasser über die Kante lief und verschwand. Den eigentlichen Wasserfall konnte man nur erahnen bzw. hören.

Das Wetter ist hier sehr wechselhaft, oft scheint vormittags die Sonne und am Nachmittag brauen sich dann Gewitter zusammen und ziehen über die Berge. So sollte es auch heute sein. In der Ferne sah man bereits ein sich schnell näherndes Gewitter. Gern wären wir dem Wasserfall nach unten gefolgt, es gibt wohl eine Treppe mit 700 Stufen, und wenn es das Wetter zulässt, gehört der Abstieg auch zur Tour.

Zwischenzeitlich hatte unser Guide vorsorglich Einweg-Regencapes aus seinem Rucksack geholt. Die ersten Tropfen fielen, als wir uns auf den Rückweg machten. Die Intensität nahm so schnell zu, dass wir zusehen mussten, die Capes anzuziehen. Wir liefen durch das Gewitter mit Starkregen zurück zum Minibus. Irgendwie das Cape runterreißen und rein. Schön wars! Trotz oder gerade wegen des Gewitters am Ende.

Es schüttet!

Es schüttet!

Dann ging es nur noch zurück nach Hue, wo auch wieder die Sonne schien. Wir ließen den tollen Tag noch ein wenig auf uns wirken, bevor wir uns auf den Weg in ein vegetarisches Restaurant machten. Wir waren an einem Abend zuvor schon mal im Lien Hoa und das Essen war auch sehr gut, allerdings war es beim ersten Besuch so voll und hektisch, dass es manche Gerichte nicht mehr gab und ein bestelltes Essen nicht kam. Wir wollten dem Restaurant einfach noch eine Chance geben. Es war wieder genau so voll, wir bekamen wieder den letzten Tisch und die Organisation ließ wieder zu wünschen übrig. Frische Obstsäfte wurden heute gar nicht zubereitet, stattdessen konnte man Softdrinks bestellen. Auch die Speisenauswahl war wieder stark eingeschränkt. Dazu kamen Kommunikationsschwierigkeiten, aber mit Unterstützung unserer Tischnachbarn, die auch kaum Englisch konnten, haben wir eine Bestellung aufgegeben. Das Essen war wieder sehr gut, allerdings war das Drumherum etwas schade.

Anschließend wurden wir auf dem Rückweg noch Zeugen eines ganz besonderen Schauspiels. An einem sehr großen Kreisverkehr hatten sich mittlerweile viele Vietnamesen eingefunden (auf dem Hinweg zum Restaurant standen auch schon einige). Irgendwas muss hier heut noch passieren. Aber was? Wir wollten es, was auch immer, jedenfalls auch nicht verpassen und sahen uns das Schauspiel mal an. Es wurden immer mehr Schaulustige. Sie kamen mit ihren Mopeds angefahren und da der Fußweg schon voll war, blieben sie auf der Straße stehen. Ein mobiler Grillstand und ein Eisverkäufer machten ihre Geschäfte. Für Kinder gab es noch gasgefüllte Luftballons zu kaufen. Die Zeit verging und es wurden immer mehr Leute. Der Verkehr auf dem Kreisverkehr wurde immer mehr eingeschränkt. Irgendwann kamen Polizisten, um den Platz noch ein wenig freizuhalten. Die Vietnamesen interessierte das aber kaum – nur weil ein Polizist etwas sagt, heißt das nicht, dass man sich danach richten muss. Das war schön zu beobachten! 🙂 Nur was sollte hier stattfinden?

Wir waren schon sehr neugierig und spekulierten wild. Ein Feuerwerk hatten wir schnell wieder ausgeschlossen, am Ende waren wir davon überzeugt, dass ein führender Politiker etwas (möglicherweise Bohnentüten?) kostenlos verteilt. 😉 Anderthalb Stunden haben wir an diesem Kreisel verbracht, bis „es“ passierte. Jetzt kommts! Das ist der Knaller! 😉 Es kam ein Konvoi Umzugswagen vorbeigerast. Wir waren ein wenig enttäuscht, hatten wir doch etwas Spektakuläres erwartet. 😦 Am Vorabend war ein Umzug, u. a. mit diesen bunt beleuchteten Wagen, und an diesem Abend fuhren sie einfach noch mal durch die Stadt. Toll! 😉 Doch kein Ministerpräsident, der mit einer Bohnentütenwurfmaschine vorbeikommt. 😦 Man merkt, wir hatten viel Zeit rumzublödeln. 😉 Spannend zu beobachten war es dann wieder, wie tausend Mopeds gleichzeitig losfahren.

Wir sind dann nur noch (über den Kreisverkehr, mitten durch die Mopeds) bis zu unserem Hotel geschlendert und waren viel zu müde, um noch etwas für den Blog zu tun.

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