Rundgang durch Hanoi & Wasserpuppentheater

Ein bisschen Erholung & vor allem Abkühlung im gut klimatisierten Hotelzimmer tat bei dieser Hitze sehr gut. Am frühen Nachmittag machten wir uns auf den Weg, um Hanois Altstadt zu erkunden. Außerdem wollten wir uns unbedingt eine Vorstellung im Wasserpuppentheater ansehen. Das gibt es nur in Vietnam & besonders sehenswert soll es in Hanoi sein. Wir liefen also in Richtung Hoan-Kiem-See & kauften beim Thang-Long-Theater Karten für die Vorstellung um 17:20 Uhr für 100.000 Đong pro Nase (es gibt täglich bis zu 5 Vorstellungen). Bis dahin waren nun noch ein paar Stunden Zeit, um die Stadt zu erkunden.

Auf dem See gibt es eine kleine Insel mit dem Jadeberg-Tempel, die über eine Brücke zu erreichen ist. Der Eintritt dafür kostete 20.000 Đong pro Person. In diesem Tempel ist unter anderem eine riesige, goldene Schildkröte ausgestellt, die 1968 aus dem See geborgen (angeblich um die 400 Jahre alt) & präpariert wurde. Diese – genau wie der Name des Sees „Hoan Kiem“ (See des zurückgegebenen Schwertes) – steht im Zusammenhang mit einer Legende, nach der der arme Fischer Le Loi Anfang des 15. Jahrhunderts von einer goldenen Schildkröte, die in diesem See lebte, ein Schwert erhielt, das ihn unbesiegbar machte. Nachdem er König geworden war & zum See zurückkehrte, um sich zu bedanken, verlangte die Schildkröte das Schwert zurück. In Erinnerung & aus Dankbarkeit ließ er auf dem See den Schildkröten-Turm errichten, der abends sehr schön beleuchtet wird.

Danach liefen wir ein wenig durch den angrenzenden Park & das Kolonialviertel von Hanoi.

Immer wieder wurden uns Rikschafahrten oder Fächer oder Feuerzeuge oder Sonnenbrillen angeboten. Wir lehnten stets freundlich ab, aber manche Verkäufer/Fahrer waren sehr anhänglich. 😉 Auf Dauer wird das echt anstrengend, so dass wir uns – auch wegen der Hitze – in einem (klimatisierten) Lotteria ein Eis holten. Hier trafen wir auf eine kleine Gruppe Amerikaner (aus San Francisco) – 2 ältere Damen & ein älterer Herr (Mitte/Ende 60 oder älter). Wir kamen ins Gespräch & erfuhren, dass die Reisegruppe einen 10-Tagestrip durch Vietnam gemacht hat & dabei eigentlich auch an allen Orten war, an denen wir bisher waren (Saigon, Mekong, Hoi An, Hue & jetzt Hanoi). Verrückt! Wir staunten nicht schlecht – so viel in so kurzer Zeit (wir empfanden unseren Zeitplan schon als stressig, der 2,5-mal so viel Zeit ließ) & sie staunten über uns – dass wir so ganz auf eigene Faust durch Vietnam reisen, mit öffentlichen Verkehrsmitteln & selbst organisiert usw. Zum Wasserpuppentheater wollten sie jetzt auch noch, allerdings in die Vorstellung vor uns. Sie verabschiedeten sich & wir blieben noch ein wenig sitzen. Gegen 5 gingen wir dann auch zum Theater. Wir waren schon ein wenig gespannt.

Kurze Zeit später war Einlass. Wir hatten ziemlich gute Plätze – in der 2. Reihe (die wurden allerdings automatisch beim Kauf zugeteilt) mit einem guten Blick auf die Bühne. Links saß das Orchester, daneben die eigentliche Bühne, ein riesiges Wasserbecken. Nach einer kurzen Einführung auf Vietnamesisch, Englisch & Französisch ging es dann auch schon los.

Das Orchester spielte auf, es wurde gesungen & es erschienen die ersten Wasserpuppen. Diese sind auf Stangen montiert, die meist unter Wasser sind, so dass hauptsächlich die Puppen selbst zu sehen sind. Sie werden von Akteuren bedient, die hinter dem Vorhang im Wasser stehen (daher während der Vorstellung nicht zu sehen sind & sich erst am Schluss zeigten). Es wurden viele verschiedene Szenen gespielt, u. a. auch die Legende um das zurückgegebene Schwert, aber auch Fischer beim Fische fangen oder ein Drachentanz. Uns hat es richtig gut gefallen. Wer nach Vietnam reist, sollte sich das keineswegs entgehen lassen.

Nach dem Theater gingen wir im Restaurant Aubergine lecker essen & anschließend noch im Supermarkt Intimax ein paar Kekse & Wasser einkaufen. 🙂

Für den nächsten Tag hatten wir eine Zusage über Couchsurfing bekommen. Yeah! Soweit wir wussten, handelte es sich um ein australisches Pärchen (Kirt & Ellin), die derzeit in Vietnam arbeiten. Sie wohnen im Stadtteil Tay Ho, unweit eines großen Sees. Über die Funktion „öffentlicher Nahverkehr“ von Google Maps & die App Hanoi Bus hatten wir schon herausgefunden, wie wir zu den beiden mit dem Bus fahren können. Sie hatten uns geschrieben, dass sie ab 17 Uhr auf jeden Fall zu Hause wären. Bis dahin hätten wir also noch Zeit.

Wir schliefen an dem Tag erst mal aus, frühstückten noch im Hotel (das war inklusive) & dann checkten wir aus. Das Gepäck konnten wir bis zum Nachmittag problem- & kostenlos in einem Raum lagern. Es war wieder unglaublich heiß heute, dennoch machten wir uns zu Fuß auf den Weg zum Ho-Chi-Minh-Mausoleum & -Museum (beide jedoch geschlossen).

In einem kleinen Park in der Nähe legten wir eine Verschnaufpause ein, bevor es dann zum Literaturtempel ging. (Eintritt: 20.000 Đong) Dabei handelt es sich um die erste Akademie & Universität Vietnams, in der von 1076 bis 1915 unterrichtet & ausgebildet wurde. Die Anlage unterteilt sich in mehrere schön angelegte Innenhöfe & beherbergt über 80 Stein-Stelen (auf Schildkröten) mit den Namen der Absolventen.


Nach dem Literaturtempel gingen wir noch in ein kleines Café (Chat & Date Café), um uns abzukühlen (sowohl von innen als auch von außen). 😉 Und dann fuhren wir mit dem Bus Richtung Hotel zurück – inzwischen war es bereits gegen halb 5.

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