Durch die Halong-Bucht

Bei Kirt & Ellin war es richtig schön! Wieder eine tolle CouchSurfing-Erfahrung! Thank you so much, guys. 🙂 Jetzt blieben uns nur noch ein paar Tage, bevor es wieder nach Malaysia ginge. Wir wollten unbedingt noch in die Halong-Bucht, wussten nur noch nicht so recht, wohin genau oder wie. Bei einem Reisebüro (Cat Ba Ventures, das sehr gute Bewertungen im Internet hat) hatten wir uns per E-Mail ein Angebot für eine 2-Tage-Tour zuschicken lassen & waren dann doch von dem hohen Preis etwas überrascht. Wir hätten den Trip gern in einer kleinen Gruppe gemacht – zu viert oder zu sechst, hatten aber bisher noch niemanden getroffen, den wir hätten fragen können, & auch keine entsprechenden Angebote gefunden. Das Angebot von Cat Ba Ventures war also nur für uns beide & kosten sollte es 400 US-Dollar (2 volle Tage in der Bucht, 1 Nacht auf dem Boot, inkl. Verpflegung, Kayakfahren – Getränke exklusive) zzgl. Transport von/nach Hanoi für 180 US-Dollar. Hmm, das war uns dann doch zu happig. Kirt hatte allerdings einen Tipp für uns: die Insel Quan Lan in der Bai-Tu-Long-Bucht, die direkt an die Halong-Bucht angrenzt. Um dorthin zu gelangen, müssten wir erst nach Halong oder Hon Gai, wie es auch genannt wird. Von dort aus könnten wir eine Fähre zur Insel nehmen & würden dabei auch die Halong-Bucht durchqueren. Das klang gut!

Nachdem wir von Kirt & Ellin zurück im Hotel waren, recherchierten wir noch eine ganze Weile, wann & wie wir morgen zur Insel fahren könnten. Abends waren wir wieder lecker essen – im Thien Phat, einem sehr edel aussehenden vegetarischen Restaurant – nicht ganz billig, aber auch nicht so teuer, wie es aussah, aber sehr gutes Essen. 🙂

Nach einer recht kurzen Nacht machten wir uns gegen 7 Uhr auf den Weg zum Busbahnhof Luong Yen. Wir hatten zwar herausgefunden, dass man von dort aus mit einem Bus (einem großen klimatisierten Reisebus) nach Hon Gai fahren könnte, nur nicht, wann & wie oft die Busse fahren, daher wollten wir früh genug da sein, um möglicherweise einen Bus um 8 zu erwischen. Die Fahrt sollte insgesamt mind. 4 Stunden dauern. Und die Fähre würde gegen 1/halb 2 fahren.

Mit einem Stadtbus (Linie 18) fuhren wir in die Nähe des Busbahnhofs (von unserem Hotel aus gab es keine Direktverbindung) & liefen den Rest des Weges. In den Straßen war bereits richtig viel los – es wurde fleißig gehandelt, verkauft, Moped gefahren usw.

Am Busbahnhof suchten wir erst mal einen Schalter, um uns Bustickets zu kaufen. Die bekamen wir auch schnell (ohne zu bezahlen) & irgendwie wirkte es so hektisch & wir sollten uns beeilen. Gepäck schnell verstaut & hinein in den Bus. Puuh, geschafft! Kurz danach setzte sich der Bus auch schon in Bewegung – 5 Minuten vor der eigentlichen Abfahrtszeit. Allerdings fuhren wir erst mal nur Schritttempo & der Kassierer (der uns dann später auch noch abkassierte – 100.000 Dong pro Nase) lief neben dem Bus her, um noch nach weiteren Fahrgästen Ausschau zu halten. Bisher war der große Reisebus nicht mal halbvoll. So ging das eine ganze Weile – auf der Hauptstraße stieg der Kassierer zwar wieder ein, aber unsere Geschwindigkeit erhöhte sich nicht merklich. Alle paar Hundert Meter stieg auch noch jemand zu, so dass sich der Bus allmählich füllte. Wir waren mal wieder die einzigen „westlichen“ Touris (schon im Stadtverkehr in Hanoi & Saigon war uns das aufgefallen) & wurden daher auch immer mal angestarrt. Ein Lächeln von uns hilft dann meist & es wird zurückgelächelt. 🙂

Unser Bus tuckerte also weiter so vor sich hin – mit durchschnittlich 20-25 km/h – & hielt außerdem ständig an, oft auch ohne dass neue Leute zustiegen. Wenn das so weiterginge, würden wir 18 Uhr noch nicht in Hon Gai ankommen. 😉 Für die ersten 20 Kilometer brauchten wir jedenfalls eine Stunde … Danach fand der Busfahrer aber doch noch das Gaspedal & versuchte nun offensichtlich die verlorene Zeit wieder rauszuholen – riskante Überholmanöver inklusive. 😉 Für die musikalische Unterhaltung sorgten ein Fernsehen & ein DVD-Player, in den eine DVD nach der anderen eingelegt wurde – immer mit vietnamesischen Schlagern (Nico meint: Schnulzen 😉 ), die für unsere Ohren stets gleich klangen.

Kurz nach 12 Uhr kamen wir dann doch noch an – an einer Bushaltestelle weit entfernt vom Fähranleger. Super! Ein lokaler Bus war weit & breit nicht zu sehen – wir würden wohl ein Taxi nehmen müssen. Einen Taxifahrer (ausnahmsweise mal nur einen) hatten wir auch schon an uns kleben – kaum, dass wir ausgestiegen waren. 😉 Ich hatte mir glücklicherweise den vietnamesischen Namen des Fähranlegers für die Fähre nach Quan Lan aufgeschrieben (Bến tàn khách thuý Hòn Gai), so dass ich das dem Taxifahrer zeigen konnte. Er nickte & fuhr los. Allerdings nicht den kürzesten Weg, sondern erst mal zu dem anderen Fähranleger, von dem eigentlich alle Touristenboote starten – aber eben nicht die Fähre nach Quan Lan. Dort hielt er an & ein Einheimischer steckte seinen Kopf durchs Fenster, um uns (auf Englisch) zu fragen, wo wir denn hinwollen. Wir antworteten, dass wir nach Quan Lan wollen, & ich hielt ihm meinen Zettel vor die Nase. Ach, dann würden wir wohl gar nicht in die Halong-Bucht wollen?! No, thank you. 😉

Nach diesem Intermezzo ging die Fahrt endlich weiter & wir kamen schließlich noch zum richtigen Fährhafen. Die 20-minütige Taxifahrt kostete uns dann beinah so viel wie die 4-stündige Busfahrt (163.000 Dong). Am Fährhafen besorgten wir uns erst mal Tickets für die Fähre. Hier wurden wir jeder noch mal 160.000 Dong los & wir mussten uns mit Namen, Nationalität & Geburtsdatum in eine Liste eintragen.

Bis zur Abfahrt um 14 Uhr hatten wir noch knapp 1,5 Stunden Zeit & außerdem Hunger. Wir suchten also nach etwas Essbarem – gar nicht so einfach hier in der Ecke. Wir setzten uns in ein Café, aber zunächst hieß es, dass es hier nichts zu essen gibt, dann aber doch. Es war verwirrend. 😉 Mit Händen & Füßen einigten wir uns auf Eier mit Brot. Und das gab es dann auch – für jeden 2 Spiegeleier & 2,5 Scheiben Toastbrot. Außerdem bestellten wir noch 2 Lemon Juices. Da es keine Speisekarte gab & wir nicht nach dem Preis gefragt hatten (was man eigentlich in so einem Fall immer machen soll), kam die Überraschung am Ende: 60.000 Dong (ca. 2,20 €) kostete uns der Spaß. Für vietnamesische Verhältnisse ganz schön teuer (sonst hätten wir sicher maximal die Hälfte dafür bezahlt) – da war der Touriaufschlag schon drin, würde ich mal sagen. 😉

Anschließend liefen wir zurück zum Fährhafen & gesellten uns zu den anderen Wartenden (ausnahmslos Einheimische). Unsere Fähre (oder besser Schnellboot) war bereits da – wir erkannten sie nur nicht als solche. Den Beschreibungen im Internet nach sollte es sich um ein großes Boot aus Holz handeln – hier lag aber nur ein flaches Boot aus Plastik vor Anker. Komisch! Kurze Zeit später gingen jedoch alle anderen in diese Richtung & stiegen ein. Wir also hinterher & ebenfalls drauf. Unser Gepäck wurde auf das Dach gelegt & etwas verkeilt.

Punkt 14 Uhr war Abfahrt & dann ging es mit tosenden Turbinen durch die Halong-Bucht. Hmm, ein bisschen idyllischer hatten wir uns das schon vorgestellt, aber die Landschaft ist auch bei dieser Geschwindigkeit atemberaubend! Überall riesige Karstfelsen, die aus dem blauen (leider zum Teil sehr vermüllten) Meer ragen, & dazwischen kleine & (sehr) große Boote & eben wir mit unserer Schnellbootfähre.

Statt der erwarteten 4-stündigen Fahrt erreichten wir bereits nach gut 2 Stunden Quan Lan. Hier wurden wir wieder direkt von Tuk-Tuk-Fahrern in Empfang genommen.

Die Verständigung war etwas schwierig, aber für 30.000 Dong wurden wir vor unserem gewünschten Hotel (Ngan Ha Hotel) abgesetzt (das wir natürlich wieder nicht gebucht hatten, sondern uns erst mal ansehen wollten). Der Chef des Hotels sprach ebenfalls kaum Englisch, zeigte uns aber ein großes, sauberes Zimmer mit 2 Ventilatoren, TV & eigenem Bad für 300.000 Dong pro Nacht (Klimaanlage hätte extra gekostet). Wir willigten ein, legten unsere Sachen ab & machten anschließend eine kleine Runde durch den Ort. Morgen wollten wir uns ein Moped mieten, um die kleine Insel zu erkunden. Viel Zeit haben wir ja nicht – übermorgen wollen/müssen wir schon wieder nach Hanoi. Abends aßen wir noch im Restaurant (in der Lobby) des Hotels, bevor wir müde & erschöpft in unserem bequemen Bett einschliefen.

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