Fazit Vietnam

Vietnam hat landschaftlich, kulturell sowie kulinarisch sehr viel zu bieten. Es ist ein unheimlich großes & bevölkerungsreiches Land (ca. 90 Mio. Einwohner). Auf einer Länge von über 1.600 km gibt es viele Strände, Nationalparks, Berge, Flüsse & noch mehr Städte zu erkunden. Wir mussten feststellen, dass 25 Tage für Vietnam nicht ausreichen (30 Tage hätten wir mit unserem Visum sowieso nur maximal bleiben dürfen), um relativ entspannt durch das Land zu reisen & dabei dennoch viel zu sehen. Anfangs hatten wir deutlich mehr Orte/Regionen auf dem Plan, allerdings merkten wir schnell, dass das in der Kürze der Zeit nicht machbar ist, wenn es nicht in Stress ausarten soll. Daher strichen wir großzügig & dennoch fühlten wir uns am Ende irgendwie gestresst & sehnten uns nach Ruhe & Entspannung.

Was uns ein wenig in Vietnam gefehlt hat, waren Tiere. Das lag sicher auch daran, dass wir uns viel in Städten/Ortschaften bewegt haben, so dass für Tiere einfach kein Platz war. Aber selbst Hunde & Katzen waren kaum anzutreffen & wenn, dann ausschließlich angekettet oder in Käfigen.

Wie schon in Sri Lanka & Thailand sind Unterkünfte & öffentliche (!) Transportmittel sehr günstig & vergleichsweise komfortabel. Hotelzimmer waren fast ausnahmslos mit Klimaanlage & TV ausgestattet & kosteten meist zwischen 8 und 12 Euro. Die meisten Stadtbusse waren mit Klimaanlage ausgestattet & für längere Strecken kamen große, ebenfalls klimatisierte Reisebusse zum Einsatz. Da waren wir schon sehr überrascht & wurden ordentlich verwöhnt. 😉

Dank CouchSurfing haben wir in Vietnam ganz wunderbare Menschen (sowohl Vietnamesen als auch Ausländer) kennengelernt, die allesamt mehr als hilfsbereit waren & unseren Aufenthalt in Vietnam zu etwas ganz Besonderem gemacht haben. An dieser Stelle daher noch mal ganz lieben Dank an Vu (Saigon), Thuy An, Giang & Familie (Mekong-Delta) sowie Kirt & Ellin (Hanoi). Es war wunderbar!

Verkehr/Transport

„Theoretisch gilt in Vietnam Rechtsverkehr.“ (So stand es im Reiseführer.) Wie nur „theoretisch“? Rechtsverkehr wird doch wohl sein, oder? Aber wir wurden eines Besseren belehrt! Rechtsverkehr gilt tatsächlich nur theoretisch – oft hatten wir den Eindruck, jeder fährt so, wie es ihm gerade am besten passt. Wenn eben der kürzeste Weg entgegen der Fahrtrichtung führt, dann wird der genommen. Auch Ampeln sind mehr oder weniger nur Makulatur: Bei Grün wird gefahren, bei Gelb ebenfalls & auch Rot ist wohl nur eine Mischung aus Grün & Gelb. 😉 Eigentlich ist es ein Wunder, dass wir nicht ständig Augenzeugen von Unfällen wurden (vereinzelt haben wir den einen oder anderen gesehen), aber das liegt dann wohl auch wieder an der Geschwindigkeit, mit der gefahren wird. Die ist in den meisten Fällen eher niedrig, so dass Ausweichmanöver meistens klappen. Hinzukommt, dass insbesondere Saigon (aber auch Hanoi) vor allem von Mopeds geradezu bevölkert zu sein scheint. Sie sind allgegenwärtig & prägen das Stadtbild.

Und auf Mopeds kann man alles transportieren – wirklich alles! Wir haben gesehen, wie Kühlschränke, Klimaanlagen oder Unmengen an Kisten darauf festgeknotet & transportiert wurden. Hier ein paar Eindrücke:

In Saigon als Fußgänger über die Straße zu gehen, ist ein echtes Erlebnis. Man braucht nicht darauf warten, dass eine eventuell vorhandene Ampel mal grün wird (Erklärung siehe oben!) oder dass gerade kein Moped oder Auto kommt, sondern man geht einfach los & beobachtet beim Überqueren die sich nähernden & vorbeifahrenden Mopeds/Autos/Busse, wobei vor allem Autos & Busse mit Vorsicht zu genießen sind – die haben immer Vorfahrt. Bevor wir es das erste Mal selbst probiert haben, schauten wir ein paar Einheimischen dabei zu bzw. hefteten uns an ihre Fersen. Und das klappte überraschend gut! Aber Vorsicht – nicht zur Nachahmung in Deutschland oder generell in Europa geeignet! So etwas scheint nur in Vietnam zu funktionieren. 😉

Der Mann im gestreiften Shirt versucht es gerade ...

Der Mann im gestreiften Shirt versucht es gerade …

Gehupt wird übrigens auch wieder sehr viel, häufig & gern, so dass es auf den Straßen eigentlich immer laut ist. Und den Sinn dahinter kannten wir ja schon aus Sri Lanka. Ansonsten waren die Straßen, auf denen wir so unterwegs waren, im Allgemeinen recht gut ausgebaut. Wir haben aber später von einer anderen Reisenden gehört (die selbst mit einem Moped durch Vietnam gefahren ist), dass manche Straßenabschnitte zum Teil nur aus Baustellen & Schlaglöchern bestehen.

In Vietnam mit dem Bus zu fahren, ist eine gute & vor allem günstige Möglichkeit, von A nach B zu kommen. Auf Überlandstrecken sind meist relativ (!) moderne Reisebusse unterwegs & in den Städten Hanoi & Saigon Linienbusse, die manchmal schon ihre besten Tage hinter sich hatten. Das Linienbussystem an sich funktionierte in beiden Städten sehr gut, auch wenn sich uns das in Saigon so gar nicht recht erschlossen hat. Hier ist allerdings die Busfunktion von Google Maps sehr hilfreich. In Hanoi hat uns zusätzlich die App Hanoi Bus gute Dienste geleistet. Wenn man mit Gepäck reist, kann es in den Stadtbussen schon mal sehr eng werden, da es hier keine Verstaumöglichkeiten gibt. Einmal haben wir aufgrund unseres Gepäcks & der Fülle im Bus unsere Haltestelle verpasst & konnten erst später aussteigen. In den großen Reisebussen kann das Gepäck hingegen in der Regel in einem Gepäckfach sicher verstaut werden. Vorsicht bei den sogenannten sleeper busses mit liegeartigen Sitzen. Auch wenn damit geworben wird, dass es sich um european standard seats handele (also Sitze nach europäischem Standard), so heißt das noch lange nicht, dass man als Europäer ausreichend Platz darin hat. Die Liegebusse sind für Menschen mit einer Körpergröße bis max. 1,70 m gut geeignet, für größere Menschen wirds eng. Allgemein gilt auch noch: Ohne Navi wären wir in den Stadtbussen ziemlich aufgeschmissen gewesen. 1. versteht von den Kassierern im Bus kaum jemand Englisch, 2. wussten wir selten, wie die Haltestelle heißt, bei der wir aussteigen müssen, geschweige denn, wie man sie ausspricht & 3. war das für den Preis irrelevant, da wir immer den vollen Preis oder den angeschriebenen Höchstpreis bezahlt haben, egal, wie weit wir fahren wollten.

Tuk Tuks findet man in Vietnam eher selten. Wir haben sie nur auf der Insel Quan Lan gesehen & genutzt. Sie unterschieden sich in ihrem Aussehen allerdings deutlich von denen in Sri Lanka.

Bahnfahren war ebenfalls recht einfach. Wir sind nur 2 Mal mit dem Zug gefahren, aber dafür jeweils längere Nachtfahrten (einmal 16 und einmal 12 Stunden). Das hat ganz wunderbar geklappt. Tickets bekommt man am ehesten (& am günstigsten) am Bahnhof selbst oder in Saigon über ein offizielles Ticketbüro im Backpackerviertel (siehe diesen Bericht). Unsere Züge hatten zwar jeweils eine knappe Stunde Verspätung, aber für uns war das nicht dramatisch, sollte man aber wohl bei der Planung mit einkalkulieren. Apropos Planung, Zugtickets sollte man für gewöhnlich mind. 2-3 Tage im Voraus kaufen oder eben zeitlich bzw. bei seinen Ansprüchen flexibel sein. Insgesamt werden im vietnamesischen Bahnverkehr wohl 4 Klassen unterschieden: hard seats (ungepolsterte Sitze) mit oder ohne Klimaanlage, soft seats (gepolsterte Sitze) mit Klima, hard sleepers (Schlafabteil mit 6 recht harten Liegen) mit Klima & soft sleepers (Schlafabteil mit 4 gut gepolsterten Liegen) mit Klima. Wir haben sowohl die soft sleepers als auch die hard sleepers getestet – beide sind nicht mal so schlecht, wobei es im hard-sleeper-Abteil ganz oben wirklich sehr eng & sicher auch sehr kalt ist, da sich die Klimaanlage an der Decke befindet & sie sich bei uns nicht einstellen ließ. Und bei den hard sleepers sind die Liegen wirklich deutlich dünner & dadurch – wie der Name schon sagt – härter als die Liegen in den soft sleepers. Wer es also gern bequem hat, dem empfehlen wir die soft sleepers. Wir hatten allerdings gelesen, dass die Züge mit den höheren Nummern (über 20) deutlich älter sind als die mit den niedrigen (1 bis 8) & hier die soft sleepers auch ihre besten Zeiten hinter sich haben.

Durchsagen sowohl im Zug als auch am Bahnhof erfolgen grundsätzlich nur in vietnamesischer Sprache (so haben wir es zumindest nur erlebt), was das Verständnis erschwert bzw. unmöglich macht ohne entsprechende Vietnamesischkenntnisse. Aber zumeist sitzt ein netter Vietnamese/eine nette Vietnamesin in der Nähe & kann weiterhelfen. 😉 Oder man fragt einen der Mitarbeiter – mit etwas Glück kann da jemand sogar etwas Englisch. Zugfahrten sind in den besseren Klassen immer noch recht preiswert (verglichen mit deutschen Preisen), wenn auch deutlich teurer als bspw. in Sri Lanka. Suppe, Kaffee oder Tee wurden während der Fahrt nur bei den soft sleepers angeboten. Auf unserer Fahrt im hard sleeper gab es keine derartigen Verpflegungsangebote. Dies sollte man also ebenfalls bedenken. Zwar wird man bei den Nachtfahrten die meiste Zeit versuchen zu schlafen, aber irgendwann melden sich Hunger & Durst ja doch. 😉

Für Gepäck gibt es im Zug übrigens eigentlich immer einen Platz (Ablageflächen ganz oben und unter den untersten Liegen).

Das Streckennetz in Vietnam umfasst im Wesentlichen die Nord-Süd-Verbindung zwischen Hanoi & Saigon sowie eine weitere Verbindung ins Bergland im Nordwesten nach Sapa (bzw. Lao Cai) – von Hanoi aus. Das ist wohl ebenfalls ein Nachtzug, der 8 bis 10 Stunden für die Strecke benötigt. Wie wir gehört haben, wird allerdings derzeit eine Autobahn nach Sapa gebaut, so dass sich die Fahrtzeit hier auf 4-5 Stunden reduzieren soll. Dann gibt es noch eine Strecke nach Haiphong, von wo aus man mit der Fähre auf die Cat-Ba-Insel in der Halong-Bucht fahren kann, sowie eine Verbindung nach China. Um den übrigen Teil des Landes zu erkunden, muss man dann wohl auf Busse, Mopedtaxis (xe ôm) oder Taxis zurückgreifen – oder ein eigenes Gefährt, wobei wir uns das angesichts der bereits beschriebenen Verkehrssituation nicht getraut hätten. Wir haben auch erfahren, dass man als Ausländer auf einem eigenen Moped im Falle eines Unfalls mit einem Einheimischen immer eine Mitschuld tragen würde.

In Vietnam sind wir mehrfach Fahrrad gefahren (z. B. im Mekong-Delta, in Hoi An & in Hue). Die Räder konnten wir jeweils recht günstig (ca. 20.000-30.000 Dong/Tag) in unseren jeweiligen Unterkünften ausleihen. Im städtischen Straßenverkehr stinkt es ganz schön, aber es gibt genug Wege abseits der Moped- & Automassen. Bedenken sollte man beim Fahrradfahren noch, dass man meist für das Parken etwas Geld bezahlen muss (ca. 5.000 Dong/Rad).

Ach ja, auch mit Fahrrädern lässt sich einiges transportieren:

Hinsichtlich der Fußwege war uns aufgefallen, dass diese zum Teil sehr verrußt waren – sicher von den vielen ungefilterten Abgasen, die sich darauf ablagern. Und selbst wenn es Fußwege gab, dann waren diese zumeist mit Mopeds und/oder Straßenständen zugestellt, so dass man schließlich doch wieder auf der Straße laufen musste.

Essen

Zum landestypischen Essen haben wir in unseren Beiträgen zum Mekong-Delta ja schon ein wenig berichtet (siehe hier und hier). Allgemein gibt es zu (fast) jeder Mahlzeit Reis dazugereicht & gegessen wird grundsätzlich mit Stäbchen. Suppe wird mit Stäbchen & zusätzlich einem kleinen Porzellanlöffel (die man bei uns auch von den chinesischen Schälchen kennt) gegessen. Auf diesen Löffel werden die festen Bestandteile (z. B. Nudeln) mit den Stäbchen befördert & der Rest der Suppe wird (häufig recht lautstark) geschlürft. Die Portionen in den Restaurants/Lokalen sind meist recht klein, so dass wir häufig 3 Gerichte bestellt haben, um satt zu werden. Für das Abendessen haben wir zwischen 60.000 (einfaches Straßenrestaurant) und 350.000 Dong (im gehobeneren Restaurant) bezahlt. Eine (vegetarische) Portion Fried Rice oder Fried Noodles kostete zwischen 40.000 und 80.000 Dong. Für eine große Flasche Wasser (1,5 l) beim Straßenverkäufer haben wir meist 10.000 Dong bezahlt, manchmal auch 12.000 Dong. Mitunter wurden bis zu 20.000 oder 25.000 Dong verlangt. Die Verkäufer haben wir dann aber stehen lassen & sind einfach ein paar Ecken weitergegangen, wo es das gleiche Wasser für deutlich weniger Geld gab. Es lohnt sich also durchaus zu vergleichen – verhandeln möchte nämlich nicht jeder, insbesondere in Hanoi fanden wir es sehr schwer, mit den Verkäufern zu verhandeln. Mini-Ananas & Mangos gibt es häufig sehr günstig auf der Straße zu kaufen. Wir haben sie eigentlich immer ungeschält gekauft & dann selbst geschält – schon um etwaigen Verunreinigungen aus dem Weg zu gehen.

Obst, Gemüse, Nüsse etc. werden häufig so transportiert

Obst, Gemüse, Nüsse etc. werden häufig so transportiert

Was uns in Vietnam essenstechnisch außerdem sehr gut gefallen hat, waren die doch recht häufig anzutreffenden Bäckereien mit ihren frisch belegten Baguettes & dem zumeist sehr umfangreichen Teilchen- & Kuchenangebot. Hier können wir besonders die ABC Bakery in Saigon & die French Bakery in Hue wärmstens empfehlen. 🙂

Leben/Wohnen/Unterkünfte

Unserem Eindruck nach lebt ein Großteil der Bevölkerung (insbesondere der Landbevölkerung) in einfachen Verhältnissen oder zumindest auf sehr kleinem Raum, häufig auch wieder mehrere Generationen unter einem Dach, wie wir das auch schon in Sri Lanka & Thailand gesehen haben. Duschen sind in Vietnam bereits in günstigen Hotelzimmern mit Warmwasser ausgestattet, wobei wir das nur sehr selten in Anspruch genommen haben. Aufgrund der hohen Temperaturen ist eine kalte Dusche eben eine angenehme Erfrischung. Öffentliche Toiletten (auch im Zug in den hard sleepers – bei den soft sleepers gab es eine so genannte western toilet mit Sitz) sind meist die für Südostasien typischen Hock-Klos (Löcher im Boden). Toilettenpapier gibt es nicht überall, daher sollte man Taschentücher immer dabei haben. Mitunter ist das Toilettenpapier in dafür vorgesehenen Müllbehältern zu entsorgen & nicht in der Toilette, da die sonst auch gern mal verstopft. In unseren Unterkünften gab es immer WCs mit Toilettenpapier. Wie schon erwähnt, sind die meisten (auch günstigen) (Hotel-)Unterkünfte mit Klimaanlage ausgestattet. Außerhalb von größeren Städten empfiehlt sich in jedem Fall die Verwendung eines Moskitonetzes (das sicher meistens vorhanden ist – ggf. in der Unterkunft nachfragen).

In Vietnam haben wir häufiger Stromausfälle erlebt. Das wird wohl nicht zuletzt an der interessanten Verkabelung in den Straßen gelegen haben. 😉

Menschen

Ein ganz großes Thema – überall wimmelt es von Menschen, besonders natürlich in den Städten. Wir haben die Einheimischen im Süden als ausgesprochen freundlich & hilfsbereit erlebt – eigentlich hatte jeder ein Lächeln im Gesicht. Auch wenn niemand Englisch verstand, so wurden wir doch freudig begrüßt (von Jung & Alt) & im Zweifelsfalle wurde jemand herangeholt, der etwas Englisch verstand. Das war besonders im Mekong-Delta so, also in unserem Fall abseits des Massentourismus. Eventuell hing es auch genau damit zusammen – hier waren wir mal wieder die Exoten. Je mehr wir nun nach Norden kamen, umso gleichgültiger empfanden wir den Gesichtsausdruck der Einheimischen. Dafür waren sie umso aufdringlicher & hartnäckiger mit ihren Verkaufsangeboten. Wir würden jetzt Hunderte Fächer, Feuerzeuge, Hüte, Sonnenbrillen, T-Shirts, Schuhe, Anzüge, Kleider usw. mit uns herumtragen, wenn wir auf alle Angebote eingegangen wären. Ganz zu schweigen von den vielen Rikscha-, Moped- & Taxifahrten, die wir gemacht hätten. 😉 Untereinander wirkten sie auch nicht immer so freundlich – beim Einsteigen in den Bus oder Zug oder auf die Fähre wurde geschubst & gedrängelt, ohne Rücksicht auf Verluste. In Saigon hält der Bus manchmal nicht richtig an, sondern man muss eben, während der Bus langsam fährt, auf- & abspringen – gar nicht immer so einfach mit Gepäck. 😉

Das Müllproblem, das uns in Sri Lanka & Thailand aufgefallen war, konnten wir in dem Ausmaß nicht in Vietnam beobachten. Besonders in den Städten wurden die Bürgersteige immer gefegt – egal zu welcher Uhrzeit. Vereinzelt lag natürlich auch mal Müll am Straßenrand oder an den unbeaufsichtigten Strandabschnitten & auf Quan Lan sind wir auch an einer Art Müllkippe vorbeigelaufen, aber es war nicht so auffällig. Ganz anders hingegen das Problem der Luftverschmutzung, vor allem in den größeren Städten. Die meisten Einheimischen tragen – sobald sie außer Haus gehen – einen Mundschutz. Anfangs hat uns das ein wenig gewundert, aber es wurde uns schnell klar. Sobald man sich ein paar Minuten zu Fuß in der Stadt bewegt, fallen einem der Gestank & die vielen Abgase auf, die da ungefiltert in die Luft gelangen.

Die meisten Vietnamesinnen halten ihre Haut übrigens gern vollständig bedeckt, wenn sie sich draußen aufhalten. Einerseits hat das etwas mit dem Schönheitsideal hier zu tun. Helle (ungebräunte) Haut wird als besonders schön & erstrebenswert empfunden, gebräunte Haut dagegen als hässlich. Als Sonnenschutz dient da häufig eine dünne (meist bunt gemusterte), langärmelige Jacke mit Extraschutz für die Hände sowie Kapuze, zusätzlich dann noch Sonnenbrille & Mundschutz, lange Hose, (aber:) Flip-Flops & mitunter auch schon mal spezielle Flip-Flop-Socken. Alles in allem ist das ja halb so wild – wenn da nicht diese schier unglaubliche Hitze wäre. Wir sind so schon fast zerflossen (in kurzen Hosen & Shirts) & an den Mädels sah man kaum eine Schweißperle.

Moderne Handys & Smartphones sind in Vietnam weitverbreitet & sehr häufig im Einsatz – gern auch beim Mopedfahren. 😉

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Apropos Mopeds – wirklich jede/r scheint eins zu haben, ob Jung oder Alt. Es gibt erheblich mehr Mopeds bzw. Motorräder als Autos. Wenn sich die Mopedfahrer alle ein Auto kaufen würden, wäre das Verkehrschaos perfekt – nichts ginge mehr.

Die Verständigung war in Vietnam nicht ganz so einfach. Viele, vor allem junge Leute, sprechen Englisch, zum Teil wird auch Französisch gesprochen, aber ansonsten kommt man kaum darum herum, wenigstens ein paar Brocken Vietnamesisch zu lernen & auch zu sprechen, vor allem, wenn man individuell – also ohne Reisegruppe – reist. Vietnamesisch wird zwar (seit fast 100 Jahren) mit lateinischen Buchstaben geschrieben, ist aber recht schwierig zu erlernen, da es wie das Chinesische eine Tonsprache ist – die Betonung entscheidet also über die Wortbedeutung. Da kann man unheimlich viel falsch machen. 😉 Wir haben mal ein paar Ausdrücke zusammengestellt, die uns Vu beigebracht hat & die uns sehr weitergeholfen haben (in Klammern ggf. die etwaige Aussprache):

Cảm ơn (gam aohn) – Danke
Xin chào (sin tschau) – Hallo, Guten Morgen/Tag/Abend
Xin lổi (sin loi) – Entschuldigung
Tội ăn chay (doi an tschai) – ich bin Vegetarier / „ich esse Gemüse“
Tính tiến (din dije) – Die Rechnung, bitte.
Bến xe (ben se)- Haltestelle
Cơm (gaohm)- Reis
Phở (fö) – Suppe mit Reisnudeln
Chè – süße Suppe
Kem – Speiseeis
Dưa – Wassermelone
Dừa – Kokosnuss
Dứa – Ananas

Die letzten 3 Begriffe sollen eigentlich nur zeigen, dass 3 gleiche Buchstaben mit unterschiedlichen Betonungszeichen völlig unterschiedliche Bedeutungen herbeiführen. Also, aufgepasst bei der Bestellung. 😉

Ansonsten war uns noch aufgefallen, dass die Recherche im Internet zu Linienbussen, Unterkünften usw. für Vietnam recht mühsam & zeitaufwendig war. Oft haben wir stundenlang am Computer gesessen & versucht, brauchbare Infos zu finden. Das lag vor allem daran, dass viele Websites nur in vietnamesischer Sprache verfügbar waren, z. B. von der Vietnamesischen Bahn, von Busgesellschaften und dergleichen. Wir haben uns daher häufig nur auf Infos aus zweiter Hand (also Reiseberichte, Reiseforen etc.) verlassen können – letztendlich hat aber irgendwie immer alles geklappt. 😉

Geld

Landeswährung ist der Vietnamesische Đồng. Wechselkurs (Stand: Mai 2014) 1 € ~ 28.000 Dong. Bankautomaten, die VISA- oder Master-Karten akzeptieren, gibt es eigentlich überall – es ist jedoch Vorsicht geboten, manche Automaten schlucken schon mal eine Kreditkarte (hier nachzulesen) oder akzeptieren sie einfach nicht, obwohl die entsprechenden VISA-/MasterCard-Zeichen dranstehen. Wir haben häufig bei der Vietcom-Bank Geld abgehoben (insbesondere nach unserem Kreditkarten-Erlebnis) – dort hat es immer ohne Probleme geklappt. Der höchste Betrag, den wir am Automaten bei einer Transaktion abheben konnte, waren 3 Mio. Dong (in der Regel waren es aber max. 2 Mio. Dong) – man konnte jedoch auch mehrmals hintereinander mit derselben Karte diesen Höchstbetrag abheben. Am Automaten gab es meistens 500.000-Dong-Scheine, die wir dann möglichst schnell „kleingemacht“ haben, damit wir bspw. im Stadtbus oder unser Wasser am Straßenstand bezahlen konnten.

Sonstige praktische Hinweise

Am Flughafen in Saigon (HCMC) haben wir uns eine Prepaid-SIM-Karte von Mobifone besorgt. (Wir wollten eigentlich eine von Viettel, dem größten Anbieter in Vietnam, allerdings haben wir die am Flughafen nicht bekommen.) Für 250.000 Dong bekamen wir 1 GB Datenvolumen & konnten außerdem telefonieren & SMS schreiben. Wer seine SIM-Karte nicht direkt nach der Ankunft braucht, kann sich auch eine in der Stadt kaufen. Es gibt sie praktisch überall!

Viel genutzt haben wir auch wieder die Apps MapFactor Navigator & Währungsrechner. Sehr nützlich für den Busverkehr in Hanoi fanden wir zudem die bereits erwähnte App Hanoi Bus sowie Google Maps.

Zum Thema Sicherheit: Hier gilt eigentlich dasselbe wie für Sri Lanka & Thailand – wir haben uns in der Regel überall sehr sicher gefühlt. Es gab nur eine Situation, die ich (Juli) als grenzwertig einstufen würde – das war die Aktion mit dem Mopedtaxifahrer, der mich am Arm gepackt hatte, um mich zu seinem Moped zu bringen. Da war ich aber mehr überrascht & auch verärgert als wirklich in Gefahr. Der wollte mir ja nur seine sicher tolle Fahrt andrehen. 😉 Und generell gilt natürlich wie immer: Vorsicht ist besser als Nachsicht.

Zu guter Letzt: unsere persönlichen Highlights

Dazu zählen definitiv die Besuche bei & Treffen mit den CouchSurfern Vu, Thuy An, Giang & Familie sowie Kirt & Ellin! Dank ihnen hatten wir unglaublich viel Spaß & haben viel über Vietnam gelernt. Tausend Dank noch mal an euch! 🙂

Weitere Highlights waren für uns das Mekong-Delta, die Tempelanlage in My Son & der Ausflug in den Bach-Ma-Nationalpark.

Außerdem gibt es noch soooo viele Ziele in Vietnam, die wir noch nicht gesehen haben. Aber so bleibt auch noch etwas für einen möglichen nächsten Besuch. 🙂

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16 Antworten zu Fazit Vietnam

  1. Hendrik Vohland schreibt:

    Hallo Ihr Zwei,
    wir lesen Eure Reiseberichte immer wieder gerne – sehr interessant und detailreich geschrieben und mit mit sehr schönen Bildern untermalt.
    Wir wünschen Euch eine weiterhin schöne und erlebnisreiche Zeit.
    Bleibt gesund.
    Herzliche Grüße
    Hendrik plus Familie

    • julinico schreibt:

      Vielen Dank für das Lob & die guten Wünsche & schön, dass ihr auch Spaß dabei habt. Wir nämlich auch 🙂 Ganz liebe Grüße an alle JuNi

  2. icke schreibt:

    Ich erinner mich an viele Spinnen oder war das woanders ;)?!

  3. Kristin schreibt:

    so…. endlich wieder aufm aktuellen stand. man darf nicht abreissen lassen, sonst kommt man nicht hinterher die tollen berichte zu lesen. und ich will keinen überspringen….
    liebe grüße auch von martin (euren pflanzen gehts gut bei uns :-D)
    p.s. ich erinner mich auch an viele große spinnen…. :-O

    • julinico schreibt:

      Das ist lieb 🙂 wir hängen nur mächtig hinterher, daher sind die Berichte nicht aktuell. Schön, dass es unseren pflanzen gut geht. Euch auch? Liebe grüße & nicht immer die spinnen erwähnen 😉

      • Kristin schreibt:

        uns gehts auch gut… 🙂 martin hat grad praktikum im kindergarten. die rasselbande schaft ihn 😀
        und letztes we (am 06.07.) konnten wir anne und denise (die zwei flotten flitzpiepen) beim swim & run in taucha anfeuern… haben sie gut gemacht die beiden 🙂

      • julinico schreibt:

        Huhu 🙂 das klingt ja super! also beides 🙂 habt ihr fotos vom swim & run gemacht?

  4. Kristin schreibt:

    fotos haben wir leider nicht gemacht. ich hatte meine kamera nicht dabei. aber hier könnt ihr die beiden beim zieleinlauf sehen… 😀
    http://www.baer-service.de/Video2.php?lid=SAR&year=2014&SN=250
    die haben ja den staffellauf mitgemacht, also erst ist denise ist 500m geschwommen (daher hat sie noch die bademode an 😉 ) und anne danach 5km gelaufen
    martin hat übrigens beim einzel den 3. platz belegt… 😀

  5. denise schreibt:

    year, jetzt sind wir berühmt!:D
    schön, dass es euch gut geht! liebe grüße auch von meiner seite von euren pflanzen, die sich vorbildlich benehmen und fein blühen (zumindest die blühpflanzen).

  6. icke schreibt:

    wieso wurde das video von martin hier eigentlich nich gepostet ;)? das hol ich gleich mal nach :)!!! http://www.baer-service.de/Video2.php?lid=SAR&year=2014&SN=162 Toller Zieleinlauf!!!

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