Zurück nach Hanoi

Am nächsten Morgen ging es schon wieder zurück. Wir mussten sehr früh aufstehen, da die Fähre nach Hon Gai bereits 7 Uhr ablegen & uns ein Tuk Tuk um 6:30 Uhr vom Hotel abholen sollte. Wir waren also noch entsprechend müde, als wir auscheckten. Zunächst schien auch unklar, welches Tuk Tuk uns fährt. Es wurde diskutiert & gestikuliert & schließlich saßen wir doch in einem dieser Tuk Tuks & wurden zur Fähre gebracht (wie schon bei der Hinfahrt für 30.000 Dong). An der Fähre dann ein ähnliches Prozedere wie auf dem Hinweg: mit Namen, Nationalität & Geburtsdatum in eine Liste eintragen & dann aufs Boot. Abkassiert wurde auf dem Boot kurz nach der Abfahrt – gleicher Preis wie für die Hinfahrt (160.000 Dong pro Person). Wir machten auch wieder 2 Zwischenhalte & nach knapp 2 h waren wir bereits am Fähranleger in Hon Gai. Die Bai-Tu-Long- & die Halong-Bucht sahen auch am Morgen wunderschön aus.

Von der Fähre in Hon Gai ging es mit dem Taxi zur Busstation – wieder nicht auf dem kürzesten Weg, sondern über den anderen Fährhafen. Leichte Verwirrung, aber nachdem ich dem Fahrer den vietnamesischen Namen der Busstation auf meinem Zettel gezeigt hatte (Bến xe khách Bãi Cháy‎), nickte er freundlich & fuhr weiter. An der Busstation angekommen, musste auch wieder alles ganz schnell gehen. Der Bus (wieder ein großer Reisebus) stand schon da & davor ein Verkäufer mit einfachen Baguettebrötchen. Wir hatten noch nichts gefrühstückt, also nahmen wir ihm 2 ab. Das waren wohl die teuersten Baguettebrötchen in ganz Vietnam: 40.000 Dong! Ich war irgendwie zu müde zu verhandeln, daher hatte er hier leichtes Spiel. Im Nachhinein hab ich mich schon ziemlich geärgert, dass wir uns da so haben überrumpeln lassen, aber vielleicht haben wir dem Verkäufer ja damit seinen Tag gerettet. Alles hat schließlich immer was Gutes. 😉

Die Busfahrt zurück verlief recht unspektakulär – bezahlt haben wir wieder im Bus (100.000 Dong pro Person), es liefen wieder Musik-DVDs mit vietnamesischen Schlagern & gegen 11 Uhr wurde ein ca. 30-minütiger Stopp an einer Raststätte eingelegt. Die Einheimischen bestellten sich Essen, wir setzten uns nur an einen Tisch & beobachteten das Treiben.

Anschließend ging es zügig weiter, so dass wir gegen 13 Uhr am Busbahnhof ankamen, diesmal allerdings am My Dinh (im Westen der Stadt). Und hier wurden wir von mindestens 20 Motorbike- & Taxifahrern in Empfang genommen. Wir lehnten nur höflich, wenn auch leicht genervt ab (No, thank you!). Als wir endlich unser Gepäck hatten & gerade gehen wollten, packte mich einer der Taxifahrer am Arm, um mich zu seinem Moped zu bringen. Was soll das denn jetzt? 😮 Ich gab ihm daraufhin sehr deutlich zu verstehen, dass er das lassen soll (Stop it!) & drehte mich weg, um mich zu befreien. Glücklicherweise ließ er sofort wieder los, aber ich wollte hier schnellstmöglich weg. Nur wohin?

Wir verließen zunächst den Busplatz & bogen nach rechts ab, liefen an gefühlten hundert Taxen vorbei zur nächsten Kreuzung (und lehnten mindestens doppelt so häufig die Fahrangebote ab), um dort erneut nach rechts abzubiegen. Ein paar Meter weiter sahen wir unser Ziel – den Busbahnhof, von dem die Stadtbusse aus fahren. Über die App Hanoi Bus hatten wir herausgefunden, dass wir mit Linie 34 bis zum Literaturtempel fahren können, um dort im Chat & Date Café eine kurze Pause einzulegen & leckeres Baguette zu essen. 😉 So zumindest der Plan. Die Busfahrt zum Café klappte prima. Dort wurden wir freudig begrüßt, nur Baguette war leider alle! 😦 Wie schade! Ansonsten hatten sie nichts weiter auf der Karte an Essbarem, daher tranken wir nur einen erfrischenden Lemon Juice & zogen anschließend weiter. Irgendwo musste sich ja etwas zu essen auftreiben lassen – am liebsten ein belegtes Baguette. Wir landeten schließlich in einem kleinen Restaurant (Ban Bé Bé), in dem es zwar kein Baguette, aber fried noodles & fried rice gab.

Gut gesättigt, liefen wir zur Bushaltestelle zurück & fuhren mit Linie 18 zu unserer Standardunterkunft in Hanoi, dem Blue Sky Hotel 2. Glücklicherweise hatten die wieder ein freies Zimmer für uns, in das wir uns erst mal zurückzogen, um uns dank Klimaanlage & Dusche abzukühlen.

[Unser kleiner Ausflug in die Halong-Bucht hatte uns übrigens inkl. aller Transportkosten, Essen & 2 Übernachtungen gerade mal 2,7 Mio. Dong gekostet, umgerechnet knapp 100 Euro – also deutlich weniger als das Angebot über 580 US-Dollar, auch wenn man es natürlich nicht so ganz vergleichen kann.]

Den Rest des Tages verbrachten wir mit Recherche zu unseren nächsten Reisezielen in Malaysia. Diesmal wollten wir an die Ostküste & mal sehen, wo noch so hin. 🙂 Auf jeden Fall sollte es entspannt sein. Vietnam hatte uns doch ganz schön geschafft. Aber noch hatten wir einen ganzen Tag in Hanoi. Die Wetteraussichten waren alles andere als stadterkundungsfreundlich – ich sage nur heiß, heiß, heiß! 😉 Unsere Wahl fiel schließlich auf das Ethnologische Museum – in der Hoffnung, dass wir dort der Hitze etwas entfliehen könnten. Diese Hoffnung bewahrheitete sich zwar nicht, aber egal. 😉

Am nächsten Nachmittag fuhren wir mit Bus 14 zum Museum, so nah es eben ging. Den Rest des Weges liefen wir zu Fuß (durch die sengende Hitze). Das Ethnologische Museum (Eintritt: 40.000 Dong pro Person) ist leider nur bis 17:30 Uhr geöffnet (& montags übrigens geschlossen), so dass wir bei unserer Ankunft gerade mal noch gut 1,5 Stunden Zeit hatten. Und das stellte sich als viel zu wenig heraus – das Museum ist nicht nur sehr interessant, sondern auch sehr anschaulich eingerichtet. Im (nicht klimatisierten) Hauptgebäude werden die verschiedenen in Vietnam lebenden Volksgruppen & Kulturen mit ihren Bräuchen, ihrer Lebensweise & ihrer Kleidung vorgestellt. Auf dem Außengelände finden sich dann bspw. Nachbauten von Häusern & Grabstätten in Originalgröße, die zum Teil betreten & erkundet werden können. Die Erläuterungen zu den einzelnen Exponaten sind jeweils in französischer, englischer & vietnamesischer Sprache gehalten. Zusätzliche Flyer gibt es auch in vielen anderen Sprachen wie etwa Deutsch oder Chinesisch. Unser Fazit zum Ethnologischen Museum: unbedingt ansehen – sehr lohnenswert!

Abends waren wir in der Altstadt noch etwas shoppen. Meine Flip-Flops waren inzwischen so plattgelaufen, dass sie wie 2 Nummern größer wirkten. Nach einiger Sucherei hatte ich endlich einen guten & günstigen Ersatz gefunden (für umgerechnet 5,50 Euro). Hurra!

Unseren letzten Abend in Vietnam ließen wir gemütlich & vor allem lecker im Restaurant Thien Phat ausklingen, bevor es wieder hieß: Tasche packen, unser Flieger geht bald. 😉

Die letzte Nacht fiel dann auch wieder entsprechend kurz aus. Gegen 5 Uhr morgens checkten wir im Hotel aus – dafür mussten wir den Rezeptionisten leider aus seinen süßen Träumen reißen. Er bot uns noch (mit wenig Überzeugungskraft) an, ein Taxi zu bestellen, aber wir hatten uns bereits für die (deutlich günstigere) Busvariante entschieden. Auf dem Weg zum Busbahnhof konnten wir noch das letzte Treiben des Nachtmarktes beobachten, bevor wir mit Linie 17 für 9.000 Dong pro Nase (ca. 0,35 Euro) zum Flughafen fuhren. Die Fahrt dauerte knapp 1,5 Stunden & bis zum Abflug waren auch noch mehr als 2,5 Stunden Zeit. Wir gaben also unser Gepäck auf, durchliefen die Sicherheitskontrolle & hatten dann noch Zeit zu frühstücken (zu den völlig überteuerten üblichen Flughafenpreisen natürlich 😉 , aber wir hatten ja bei der Fahrt zum Flughafen ordentlich gespart).

Mal wieder im Flieger

Mal wieder im Flieger

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