Abtauchen will gelernt sein

Jeder, der von den Perhentian Islands berichtet, sagt, wie toll das Tauchen dort war. Dazu kommt, dass ein Tauchkurs in Malaysia recht günstig sein soll. Also ein guter Ort, das Tauchen zu lernen! 🙂

Wir hatten uns mehrere Tauchschulen angesehen und bei zweien mal beraten lassen. Beide schienen ganz gut zu sein und waren auch preislich recht ähnlich. Bei den Angel Divers war uns der deutsche Tauchlehrer „Ramon“ von Anfang an sehr sympathisch, so dass wir uns für diese Tauchschule entschieden. An unserem 3. Tag auf Perhentian Kecil ging es auch schon los. Wir sollten halb 10 da sein, was sich erst mal entspannt anhört, aber wir sind schon kurz nach 8 zum Frühstück gegangen (und wir sollten gut frühstücken, denn Tauchen sei anstrengend) und sind entsprechend noch früher aufgestanden. Für Urlaub viel zu früh, aber wir wollten ja was lernen.

PADI hat ganz aktuell (eigentlich erst ab Juli) neue Unterlagen und Videos herausgebracht, allerdings beides auf Englisch. Die Theorie ist in den Kursunterlagen in 5 Lektionen unterteilt und zu jeder Lektion gibt es ein Video (meist ca. 60 min) sowie ein Review mit vielen Fragen zum Lehrstoff. Außerdem gehören zum Open-Water-Kurs noch 5 Übungsteile im flachen Wasser sowie 4 Open-Water-Tauchgänge. Wir haben also ganz entspannt mit dem ersten Video angefangen, sind anschließend die Fragen durchgegangen und haben die Antworten mit Ramon diskutiert. Als Abschluss folgte dann noch ein Test zu jeder Lektion, der allerdings noch nicht überarbeitet war, so dass wir diesen nach den alten Kursunterlagen machen mussten. Aber dafür gabs die Prüfungsfragen auf Deutsch und auf Englisch. 🙂 Dann haben wir die passende Ausrüstung (BCD – aufblasbare Weste mit Druckluftflaschenhalterung, Gewichtegürtel, Mundstück, Flossen, Maske und Schnorchel) herausgesucht, anprobiert und angepasst. Ramon gab uns anschließend eine Einweisung in die Technik und die Vorbereitung des Equipments. Alles immer sehr entspannt, nur so schnell, wie wir wollten, und auch immer mal eine Pause.

Anschließend folgte die erste Übung im Wasser und unser erster Tauchgang. Wir liefen also komplett mit Ausrüstung zum nahegelegenen Strand „Golden Bay“ und machten einige einfache Übungen im flachen Wasser – Maske unter Wasser fluten und wieder entleeren, Tarierung, Mundstück raus und wieder rein, usw., bevor wir von hier aus auf unseren ersten Tauchgang „Open Water 1“ starteten. Es war toll durch das Wasser zu schweben, aber ich habe mich noch sehr unsicher und hilflos gefühlt. Wir haben beide zu viel mit den Armen rumgewedelt, was aber sicher hauptsächlich daran lag, dass wir noch zu unerfahren mit Flossen waren. Auch musste ich mich immer sehr auf die Technik konzentrieren, so dass ich zumindest noch nicht so viel von der Unterwasserwelt genießen konnte. Trotzdem war es ein Erfolgserlebnis, das uns bestärkt hat weiterzumachen. Der Tauchgang dauerte 42 min und wir waren auf einer maximalen Tiefe von 7,90 m. Danach waren wir im Restaurant Shari-La und haben uns auf einer sehr hübschen Terrasse erst mal ein Eis gegönnt. 🙂

Am späten Nachmittag folgte dann noch die Lektion 2 inkl. Review. Bei den englischen Kontrollfragen musste ich mir oft helfen lassen, aber das war kein Problem. Halb 7 hatten wir dann „Feierabend“ und waren auch ziemlich geschafft.

Am nächsten Tag ging es erst mal weiter mit der Theorie und den restlichen Übungen im flachen Wasser. Diesmal mussten wir unter anderem die Maske komplett abnehmen und wieder aufsetzen, sollten auf das zweite Mundstück von Ramon wechseln, den Gewichte-Gürtel und anschließend auch den kompletten BCD abnehmen und wieder anlegen sowie noch mal Tarierung üben, was bei mir auch schon ganz gut geklappt hat. 🙂

Die Tarierung ist beim Tauchen besonders wichtig, da man über die aufblasbare Weste (BCD) den negativen Auftrieb, bedingt durch das Equipment, ausgleicht und nur noch durch Ein- und Ausatmen aufsteigt bzw. absinkt. Man bewegt dann nur noch die Flossen und gleitet quasi schwerelos durch das Wasser. Zwischendrin, ich weiß nicht, was passiert ist, war plötzlich mein Mundstück weg. Panik! Ich hatte schon einiges an Wasser geschluckt und deutete Ramon, dass ich auftauchen muss. Das falscheste, was man machen kann! Gut, wir waren nur im flachen Wasser, aber bei einem richtigen Tauchgang kann man nicht einfach auftauchen. Stattdessen sollte man die Technik zum Wiederfinden des Atemstücks anwenden. 😦 Na ja, beim nächsten Mal weiß ich es!

Am Nachmittag ging es dann mit dem Boot für den „Open Water 2“ Tauchgang zur „Romantic Bay“. Nach einigen Übungen sind wir diesmal auf eine Tiefe von 11,30 m getaucht, allerdings verspürte ich nach 30 min nur noch Auftrieb und wusste nicht, was ich dagegen tun könnte.
Ramon deutete mir, ich solle weiter auftauchen, und er kam dann nach dem Safety Stop mit Juli auch hoch. Blöd, hätte ich doch nur den BCD entlüften und aktiv mit den Flossen nach unten treten müssen. Aber offensichtlich leichter gesagt als getan. 😉 Der Tauchgang war dann beendet, wir haben nur noch ein paar Übungen zum gegenseitigen „Abschleppen“ gemacht und uns dann vom Boot zurückbringen lassen. Ramon meinte zwar, das sei kein Problem und so was passiere oft beim Open Water 2, aber für mein Selbstvertrauen beim Tauchen war das nicht besonders förderlich. 😦

Zurück in der Tauchbasis erklärte uns Ramon noch die Verwendung des „Dive Planners“. Das ist eine Karte, mit der man Tauchgänge planen kann. Darauf ist angegeben, wie lange man auf welcher Tiefe bleiben darf wie lang die Pausen zwischen 2 (oder mehr) Tauchgängen sein müssen. Als Hausaufgabe haben wir dann noch Übungen dazu aufbekommen. Ja, Hausaufgaben! Verrückt! Im Urlaub. Wir waren dann erst mal zu Abend essen, haben uns aber danach noch bis gegen 11 auf unserer Terrasse mit dem Dive Planner und weiteren Übungen beschäftigt.

Am dritten Tag haben wir dann am Vormittag alle Theorieteile mit den noch offenen Tests abgeschlossen und sogar (sehr gut) bestanden. 🙂 Wenn man die gesamte Theorie durchhat, kommt noch die eigentliche Abschlussprüfung, die aus 50 Fragen besteht und in der das Wissen aus allen Lektionen abgefragt wird. Auch diese Prüfung haben wir mit Bravour gemeistert! 😉 Am Nachmittag folgten die 2 verbliebenen Open-Water-Tauchgänge, wobei uns Ramon überlassen hat, ob wir beide machen wollen oder den Open Water 4 erst einen Tag später. Der 3. lief dann aber so gut, dass wir den 4. gleich am späten Nachmittag noch machen wollten. Auch hier waren wieder Übungen zu absolvieren, unter anderem eine Technik zum Auftauchen im Notfall ohne Luftversorgung – CESA (Controlled Emergency Swimming Ascent) bzw. bekamen wir für Open Water 4 noch eine Einweisung in das Tauchen mit Kompass und mussten dann eine bestimmte Entfernung in eine vorgegebene Richtung schwimmen, anschließend nach Kompass zurück und so am Ausgangspunkt ankommen. Das war alles nicht so leicht, aber wir haben es geschafft. 🙂 Hier klappte auch das Tarieren und das Schwimmen mit den Flossen viel besser, so fühlten wir uns sicherer und konnten die Tauchgänge noch mehr genießen. Open Water 3 dauerte 55 min und wir waren auf einer max. Tiefe von 17,7 m und Open Water 4 führte uns in 45 min auf max. 16,2 m. Das war toll und wir haben sooo viele intakte Korallen und unzählige Fische gesehen. 🙂 Zum Beispiel von diesen hier (die Karten lagen in der Tauchschule, um sich nach dem Tauchgang anzusehen, was man so alles unter Wasser gesehen hat):

Zurück an der Wasseroberfläche gratulierte uns Ramon zum bestandenen Tauchschein. 🙂 Wir waren sooo glücklich! Allerdings auch sehr geschafft und sehnten uns (mal wieder) nach Entspannung. Zurück in der Tauchschule mussten nun noch die Unterlagen für PADI ausgefüllt werden. Wir bekamen einen vorläufigen Ausweis und sind damit Open Water Diver. Natürlich mussten wir auch noch bezahlen, insgesamt haben wir 950 Ringgit/Person (ca. 250 Euro) ausgegeben, wobei ein Teil schon am Anfang für das Buch anzuzahlen war. In diesem Preis war ein kostenloser Fun Dive schon enthalten, d. h. wir konnten in den nächsten Tagen noch mal Tauchen. 🙂 Aber erst mal mussten wir uns ausruhen! 😉 Natürlich mussten wir auch noch auf den bestandenen Abschluss anstoßen. Wir besorgten also Bier und stießen mit Ramon auf unseren Tauchschein an. 🙂

4 Tage später war es so weit, unser erster Fun Dive stand an. Wir hatten uns eigentlich für „Tempel of the Sea“ eingetragen, dort soll es sehr schön sein, aber Ramon meinte schon, dass der Trip nur zustande kommt, wenn sich genug (zahlende) Taucher anmelden. Da zur Zeit nur wenig los war auf der Insel, hatten sich nicht genug Taucher gefunden und der Tauchspot wurde kurzfristig geändert. Es ging dann noch mal (wie schon beim Open Walter 4) zu „Tanjung Butung“, was uns aber auch recht war. Dafür war auch keiner weiter in unserer Gruppe und so hatten wir einen privaten Fun Dive mit Ramon. Im Boot sind wir zwar zusammen mit 2 weiteren Tauchgruppen zum Tauchspot gefahren, aber gesehen haben wir sie erst wieder nach dem Auftauchen. In 52 min waren wir auf max. 18,3 m Tiefe. Das war sooo toll!

Wir haben wieder viele Fische gesehen, unter anderem den Humphead Parrotfish, den Bluespotted Stingray, den Indian Bannerfish. Am niedlichsten finden wir immer wieder die Anemonenfische (Nemos 🙂 – Clown Anemonefish, False Clown Anemonefish), die sogar ein bisschen aus den Anemonen herauskommen, wenn man die Hand darüber hält. Außerdem haben wir eine Riesenmoräne gesehen, die sich allerdings nicht aus ihrem Versteck herausgetraut hat. Sehr toll sind auch die Yellow Box-Fische, die wirklich eckig sind. 😀 Es gibt sooo viele Fische hier, so vielfältig, so bunt, aber auch verschiedenste Korallen, die so schön anzusehen sind. Tauchen ist, wenn man es gut kann, um einiges faszinierender als Schnorcheln und das ist ja schon toll. Mal sehen, wo wir als nächstes tauchen gehen? 🙂

Dieser Beitrag wurde unter Malaysia, Reise, Wasserwelt abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

3 Antworten zu Abtauchen will gelernt sein

  1. Elisa schreibt:

    Ich war grad leicht verwirrt, weil ich die Mail-Benachrichtigung für diesen Beitrag eben erst bekommen habe.
    Ich dachte: „Wie jetzt? Habt ihr noch einen PADI-Tauchkurs gemacht und euch ein zweites Mal für OWD zertifiziert lassen??? Da gab’s doch schon mal einen Beitrag.“
    Und dann habe ich gesehen, dass dieser Beitrag hier ja vom 4. Juni ist. 🙂
    Wordpress kommt anscheinend mit den E-Mail-Benachrichtigungen über neue Beiträge nicht so klar. 😉

    Dass man am Anfang viel mit den Armen rumwedelt und aussieht wie eine bleierne Ente, ist völlig normal. Ich kenne niemanden, der beim ersten (und zweiten und dritten) Tauchgang mit total lässig verschränkten Armen auf ein und derselben Höhe durch’s Wasser schwebt. 😉

    • julinico schreibt:

      Hehe 😉 das liegt nicht an wordpress, sondern an uns – wir hängen einfach so sehr mit den ausführlichen beiträgen hinterher. 😉 zwischendurch gibts immer nur mal news-beiträge über sachen, die uns gerade besonders bewegt haben oder so 🙂 sorry für die verwirrung! das ist ein- und derselbe tauchkurs 😀

  2. icke schreibt:

    Irgendwie passend dazu finde ich: ‚Ich wünsche Euch, dass Ihr immer wieder entdeckt, welch reiche Schätze Mutter Erde bereithält.‘ PS: Ich war auch kurz verwirrt… warum ihr nochmal für nen Tauchkurs büffeln müsst aber irgendwann hats klick gemacht 😉

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s