Auf der Insel mit 2 Bergen

Wir bezogen erst mal unsere Hütte & machten uns dann auf den Weg ins nächste Restaurant, das Senja. Von der Terrasse aus genossen wir die Aussicht auf das kristallklare Wasser & die untergehende Sonne. Als wir zu unserer Hütte zurückkamen, hatten wir auch schon die ersten Gäste auf unserem Balkon: ein paar Geckos, die sich eifrig über alles hermachten, was hier so um die Lampe flatterte. Sehr schön zu beobachten und die Mücken können sie gern wegfangen. 😉

Am nächsten Tag liefen wir zunächst zum Long Beach hinüber (ein Strand im Osten der Insel, auf der gegenüberliegenden Seite von Coral Bay – recht einfach über einen gut ausgebauten Weg zu erreichen), wo es uns aber schnell zu heiß wurde, da die Sonne hier ungehindert brannte. Also wieder zurück zur Coral Bay, wo wir uns nach Tauchschulen umsahen. Wir entschieden uns schließlich für die Angel Divers & waren die darauffolgenden 3 Tage von früh bis abends mit dem Tauchkurs beschäftigt. Was wir da erlebt haben, könnt ihr hier nachlesen.

Nachdem wir den Tauchkurs erfolgreich abgeschlossen hatten (jippieh!), war erst mal Entspannung angesagt. Wir genossen es, einfach mal nichts weiter zu tun. Und das kann man auf den Perhentian Islands richtig gut. Laura, die französische Tauchlehrerin bei den Angel Divers, brachte es ziemlich gut auf den Punkt: Man ist im Island Mode. 😉 Total entspannt & relaxt. Das waren wir definitiv! Es ließ sich hier richtig gut aushalten.

Unsere Unterkunft, die Butterfly Chalets, war zwar wirklich nur sehr einfach eingerichtet. Strom (über einen Generator erzeugt) gab es gerade mal von abends halb 7 bis morgens halb 8 (so konnte man den Ventilator über Nacht laufen lassen, um sich etwas Abkühlung zu verschaffen, & diverse Akkus laden – an nur einer freien Steckdose). Morgens roch es manchmal recht streng (um es höflich auszudrücken) – die Klärgrube (oder so etwas in der Art) hatte wohl einen Defekt?! Ähnliche Gerüche erlebten wir allerdings an verschiedensten Stellen auf der Insel – es schien also ein allgemeines Problem zu sein.

Das Beste an unserer Hütte aber war der Balkon – hier hatten wir die verschiedensten Tiere zu Gast. Abends die bereits erwähnten Geckos, die sich am liebsten auf flatternde Motten & Schmetterlinge stürzten. Außerdem flog auch immer mal eine Fledermaus vorbei. Tagsüber besuchten uns regelmäßig ein oder zwei Streifenhörnchen. Sehr putzige & neugierige Gesellen. Und ansonsten schaute auch immer mal der ein oder andere Waran vorbei (nicht bis auf den Balkon, aber unter unserer Hütte hindurch) & Agamen huschten ebenfalls über das Gelände. Aber auch die Aussicht auf die Bucht von unserem Balkon aus war toll.

An einem Nachmittag liehen wir uns in unserer Tauchschule (sogar kostenlos) Masken, Schnorchel & Flossen aus, um mal eine Runde zu schnorcheln. Beim Tauchen hatten wir ja schon unheimlich viele Fische & Korallen gesehen – beim Schnorcheln war das nicht viel anders. Wahnsinn, was es hier alles zu sehen gab. Mit unserer Einweg-Unterwasserkamera haben wir auch ein paar Fotos gemacht, allerdings ist der Film noch nicht voll, so dass wir die Bilder noch nicht entwickeln lassen konnten. Die reichen wir dann später mal nach. 😉 Wir sind selbst gespannt, ob & was man darauf sieht. 😀

An zwei Tagen haben wir die Insel noch etwas mehr erkundet. Einmal ging es zum Fisherman’s Village im Süden der Insel. Der Weg dorthin führte zumeist durch Wald & an mehreren Stränden vorbei & war – zu unserer Überraschung – fast die gesamte Strecke gepflastert. Unterwegs begegneten wir – wen wundert es noch – mehreren Waranen (die sich immer sofort ins Gebüsch oder den Wald zurückzogen), Agamen & Streifenhörnchen.

Wir kamen auch (ziemlich zu Beginn unserer Wanderung) an einem Camp vorbei, in dem sich ein paar Leute zusammengetan hatten & hier im Freien bzw. in Zelten übernachteten. Diese Behausungen waren noch einfacher als unsere Hütte – Strom & Wasser gabs hier noch nicht mal stundenweise, aber dafür jede Menge Gras (wenn ihr versteht, was ich meine 😉 ). Einer dieser liebenswürdig Verrückten war Timo aus Freital (bei Dresden), der u. a. einen Stand auf dem Leipziger Weihnachtsmarkt hat. Wir unterhielten uns jedenfalls ganz angenehm – es war schön, mal mit jemandem über die Heimat zu plaudern. 🙂 Später haben wir Timo auch noch öfter auf der Insel getroffen.

Nach gut 2 Stunden (inkl. Pause zum Baden) kamen wir schließlich im Fischerdorf an. Hier wohnen die Einheimischen, die das ganze Jahr über auf den Perhentian Islands leben (die Angaben zur Anzahl schwanken zwischen 800 und 2000).

Wir hielten uns nicht so sehr lange hier auf, da wir von hier aus noch bis zum Long Beach laufen wollten & uns allmählich die Zeit davonlief. Es war bereits nach 6. In etwa einer Stunde würde es dämmern, in eineinhalb Stunden stockdunkel sein. Zunächst war der Weg auch noch recht gut, verschlechterte sich aber zusehends. Irgendwann kletterten wir nur noch über Felsen, krochen durch das Gebüsch & dann fing es auch noch an zu regnen. Bis zum Long Beach war es immer noch sehr weit (laut Navi – Schilder gab es nicht, geschweige denn einen erkennbaren Weg 😮 ), so dass wir uns zur Umkehr entschlossen & zum Fisherman’s Village zurückliefen.

Inzwischen war aus dem anfänglichen Tröpfeln ein regelrechter Regenguss geworden & es blitzte & donnerte kräftig dazu. Dunkel war es natürlich auch schon. Wir wollten nur noch zurück zur Unterkunft, aber 2 Stunden bei diesem Wetter den gleichen Weg, den wir gekommen waren, zurückzulaufen, war auch keine wirkliche Option. Also blieb nur das Wassertaxi oder übernachten. Wir erkundigten uns am Wassertaxi-Stand, ob uns jemand zur Coral Bay fahren würde. Klar – wollen wir jetzt oder wenn das Gewitter nachgelassen hat? Am liebsten jetzt. Okay, auf gehts. Kostet aber mehr als üblich (20 statt 15 Ringgit pro Person), da es bereits dunkel ist. Kein Problem (Hauptsache, wir kommen heil an)! Wir stiegen also in dieses Miniboot & schon fuhren wir los. Ich sags euch – das war ein Ritt! Unser Fahrer gab ordentlich Gas & heizte nur so über das tosende Meer – durch ein Gewitter, das man so nicht unbedingt hautnah erleben möchte. Es blitzte & donnerte in einem fort, der Regen prasselte nur so auf uns herab & unser Boot schlug mehrfach unsanft auf dem Wasser auf. Nach einer gefühlten Ewigkeit (in Wahrheit waren es wahrscheinlich max. 15-20 Minuten) kamen wir endlich am Bootsanleger in Coral Bay an. Völlig durchnässt, aber froh darüber, heil angekommen zu sein, dankten wir dem Bootsführer für seinen Einsatz & gaben ihm noch 10 Ringgit Trinkgeld obendrein. Zunächst war er ebenfalls ausgestiegen & wir dachten, er würde das Gewitter noch abwarten, aber kurz nachdem wir den Bootsanleger verlassen hatten, hörten & sahen wir ihn davonfahren. Hoffentlich ist er heil angekommen!

An den Abenden zuvor hatten wir bereits mehrfach Gewitter beobachten können, allerdings blieben die in der Ferne. Da sind die auch schön anzusehen & mit etwas Glück entstehen dann Fotos wie diese hier:

Unser zweiter Ausflug auf der Insel verlief dann deutlich unspektakulärer ab. Vom Long Beach aus kann man auf den einen der beiden Berge der Insel wandern. Vom Wasser aus hatten wir dort oben Windräder stehen sehen. Dabei soll es sich wohl um eine (seit 10 Jahren) komplett fertige Anlage handeln, die jedoch nicht genutzt wird. Überall hört man die Generatoren laufen. Angeblich verlangt der Eigentümer der Windanlage eine horrende Geldsumme allein für den Anschluss, so dass sich die Restaurants & Hotelbesitzer bisher nicht dazu entschlossen haben, ihren Strom darüber zu beziehen. Wir wollten jedenfalls auf den Berg hoch & hofften auf eine gute Aussicht. Der Weg nach oben (oder das was sich so nennt) war erst mal nicht so einfach zu finden & dann ging es zunächst richtig steil & rutschig bergauf (mehr oder weniger). Flip-Flops waren hier nicht so ideal, aber es ging letztlich. Nachdem wir schon fast aufgeben wollten, wurde der Weg doch noch deutlich besser, so dass wir es bis nach oben schafften. So richtig guten Ausblick hatten wir erst mal nicht, nur auf die Windräder & das riesige Solarfeld. Beides rottete ungenutzt vor sich hin – aber Hauptsache schön eingezäunt.

Der schmale Weg um den Zaun führte dann aber doch noch zu einem Aussichtspunkt mit tollem Blick über die Nordspitze der Insel. Von hier aus gelangte man – wenn man wollte – über eine ziemlich lange Treppe nach unten bis ans Meer. Wir stiegen nur die Hälfte hinunter – schließlich mussten wir das auch wieder hoch laufen & den anderen Weg nach unten gehen, um zurück zum Long Beach zu gelangen. 😉 Die Aussicht von hier war auf jeden Fall wunderschön! Die Mühe hatte sich gelohnt.

Wir machten uns alsbald auf den Rückweg & entspannten dann noch ein wenig am Strand vom Long Beach. Wenig später suchten wir uns ein Lokal, um zu Abend zu essen. Wir landeten schließlich im Family Café & genossen unser Essen am Strand. Ab ca. 22 Uhr findet jeden Abend am Long Beach eine Feuershow statt, die wir uns heute endlich mal ansehen wollten. Kurz bevor es losging, vollführten ein paar der Künstler einzelne Übungen – wahrscheinlich, um sich warm zu machen. Und dann präsentierten sie zu unterschiedlicher Musik abwechselnd ihre Kunststücke. Nicht schlecht!

An unserem letzten Tag auf den Perhentian Islands hatten wir dann mittags endlich noch unseren kostenlosen Fun Dive – unseren 1. Tauchgang außerhalb des Tauchkurses. Genaueres dazu findet ihr in unserem Tauchbeitrag. 🙂

Abends saßen wir gerade noch gemütlich beim Abendessen im Sunset Restaurant, als plötzlich wieder ein heftiges Gewitter heranzog & der Regen mal wieder nur so herunterprasselte. Zum Glück konnten wir uns alle unter den überdachten Teil des Lokals setzen & waren so einigermaßen geschützt. Erst nach gut einer Stunde ließ der Regen etwas nach, so dass wir schnell zu unserer Hütte huschen konnten. Am nächsten Morgen würden wir nun dieses kleine Paradies verlassen – einerseits ging uns langsam das Bargeld aus (auf der Insel gibt es keine Bankautomaten) & andererseits muss es ja auch mal weitergehen, obwohl wir hier gern auch noch ein paar mal tauchen & schnorcheln gegangen wären. Es war auf jeden Fall sehr schön! Aus den geplanten paar Tagen waren schließlich fast 2 Wochen (genauer gesagt 10 Nächte) geworden. Der malaiische Begriff Perhentian bedeutet übrigens so viel wie Haltepunkt oder Zwischenhalt – irgendwie ist da was dran. 😉

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Eine Antwort zu Auf der Insel mit 2 Bergen

  1. icke schreibt:

    eieiei, der ritt bei gewitter über das wasser klingt echt gruselig. dass ihr euch das getraut habt… respekt. und 20 min sind doch echt ne lange zeit… uiuiuiui. das abenteuer werdet ihr vermutlich nicht so schnell vergessen 🙂

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