Hinauf in die Cameron Highlands

Unsere Sachen hatten wir, soweit es ging, gepackt, also setzten wir uns noch mal zu den anderen in den Aufenthaltsraum, um noch ein wenig zu plaudern. Nico verabschiedete sich dann gegen 11 ins Bett & ich erzählte noch etwas mit Nele. Eigentlich wollte ich gleich nachkommen, aber aus dem „gleich“ wurden 2 Stunden, so dass ich erst gegen 1 im Bett war. Schön wars aber! Nur die Nacht war wieder sehr kurz. 😉

Unser Wecker ging kurz nach halb 5, schnell alle Sachen aus dem Zimmer gebracht & den Rest eingepackt. Wir waren kaum mit allem fertig, da kam auch schon das Taxi vorgefahren. Zach, der im Aufenthaltsraum schlief, sollten wir wecken, wenn wir gehen. Das taten wir auch, verabschiedeten uns & schon waren wir auf dem Weg zum Bahnhof in Wakaf Bharu.

10 vor 6 kamen wir dort an, bezahlten die vereinbarten 30 Ringgit & suchten nach dem Ticketschalter. Der hatte anscheinend noch geschlossen. Ein kleiner Junge, der gerade gegenüber ein paar Ständer mit allerlei Knabberzeug zurechtschob, sagte uns, dass der Schalter so gegen 6 Uhr öffnen würde. Wir müssten uns also nur etwas gedulden.
10 nach 6 tat sich dann auch allmählich etwas am Schalter & ein paar Minuten später hatten wir unsere Tickets. Für 36 Ringgit konnten wir jetzt bis Gua Musang fahren. Außer uns hatten sich noch ein paar andere Fahrgäste am Bahnsteig eingefunden, zum Teil mit sehr viel Gepäck, u. a. in Form von Kisten. Keine Ahnung, was sich darin befand – vielleicht Waren zum Verkauf? Der Zug rollte ein paar Minuten später ein & kurz darauf ging die Fahrt auch schon los. Wir tuckerten gemütlich bei max. 60-70 km/h durch die Landschaft. Dabei durchquerten wir Dörfer & kamen an Märkten, Palmenplantagen, Feldern & später auch Hügeln, Bergen & Dschungel vorbei. Nachdem die Sonne aufgegangen war, nahm das Leben auf den Straßen stetig zu. Je mehr wir uns jedoch Gua Musang näherten, desto weniger Dörfer oder Städte durchquerten wir & desto dschungelhafter wurde die Landschaft.

Nach etwa 6 Stunden Fahrt kamen wir schließlich an unserem 1. Zwischenziel an. Am Bahnhof von Gua Musang wurden wir mal ausnahmsweise nicht von Taxifahrern begrüßt, wo wir doch vielleicht eins hätten gebrauchen können. 😉 Laut Navi waren es gut 2,5 km bis zum Busbahnhof von Gua Musang. Eigentlich keine so gute Idee, dass mit etwa 20 kg Gepäck zu Fuß zurückzulegen, aber es nützte ja nichts. Also, los! Die Landschaft hier sah ziemlich atemberaubend aus. Gua Musang selbst erschien uns als nicht besonders attraktiv.

In der Mittagshitze stiefelten wir also auf direktem Weg (an einer breiten, stark befahrenen Straße entlang) zum Busbahnhof. Man, zweieinhalb Kilometer können sich echt in die Länge ziehen. 😛

Gegen halb 2 erreichten wir schließlich den Busbahnhof. Hier standen mehrere Taxen & ihre Fahrer & plötzlich hagelte es wieder Fahrangebote. Tja, zu spät, ihr Lieben. Jetzt wollen wir nicht mehr. 😉 Ein Taxifahrer war allerdings besonders hartnäckig, aber gleich mehr dazu. Wir liefen zunächst zum Busschalter & erkundigten uns nach einem Minibus nach Tanah Rata (Cameron Highlands). Unser Gegenüber gestikulierte wild, zückte sein Handy, wählte eine Nummer & drückte es mir kurz darauf ans Ohr. Äh, hallo? Am anderen Ende war wohl der Fahrer, der die Fahrten zwischen Kuala Besut (über Gua Musang) & den Cameron Highlands anbietet. Ich fragte ihn, ob er uns nach Tanah Rata fahren könne & was es kosten würde. Ja, er sei bereits auf dem Weg nach Gua Musang, allerdings sei viel Verkehr & wir würden noch etwas länger warten müssen. Die Fahrt würde dann 40 Ringgit pro Person kosten. Alles klar, wir warten. Und das taten wir dann auch. Noch eine reichliche Stunde …

Die Zeit vertrieben wir uns u. a. in einem etwas absurden Gespräch mit dem bereits erwähnten Taxifahrer. Der sprach immer nur Nico an & versuchte ihn auszufragen, musste aber feststellen, dass Nico nicht so viel Englisch spricht & dann doch mit meinen Antworten vorlieb nehmen. Wo wir denn hinwollten & er könnte uns für 160 Ringgit auch bis in die Cameron Highlands fahren. (Wir haben doch aber eben den Minibus für die Hälfte bestellt. 😉 ) Wo wir herkämen & ob wir das erste Mal in Malaysia seien. (Bisher alles noch recht normal. Dann wurde es aber lustig – zumindest für einen von uns.) Ob wir denn verheiratet seien – was ich der Einfachheit halber mal bejahte, auch wenn es nicht der Wahrheit entspricht, aber manchmal hilft diese Aussage, um Diskussionen zu vermeiden – & dann fing er zu kichern an & machte sich über uns lustig. Was ist denn jetzt los? Eine Antwort bekamen wir nicht – wir sind schließlich auf Abstand gegangen, haben uns im nahegelegenen Shop Eis, Erdnüsse & Sandwichbrot besorgt (& an der Bushaltestelle vertilgt) & auf den Minibus gewartet.

Der kam dann auch gegen halb 3. Wir stiegen fix ein, wurden direkt abkassiert & schon ging es los … Aber nur ein paar Hundert Meter. Da hielt der Fahrer schon wieder an, erzählte was von kurzer Pause, entschwand in das Lokal, vor dem wir standen, & ließ uns in der Hitze im Wagen schwitzen. Mittagspause! Die dauerte glücklicherweise nur knapp 15 min & dann fuhren wir weiter.

Die Landschaft unterwegs veränderte sich zusehends: Es wurde immer bergiger & die Straße führte langsam, aber stetig in höhere Gefilde. Und die Anzahl der Gewächshäuser stieg plötzlich sprunghaft an. Besonders schön sah das leider nicht aus. Teilweise waren ganze Hänge damit übersät. Verrückt!

Nach gut 2,5 Stunden Fahrt waren wir nur noch 12 km von Tanah Rata entfernt, allerdings standen wir nun im Stau und das für den Rest der Strecke. Aus den angedachten 3 Stunden Fahrt wurden schließlich 5. 😦 Der Stau zog sich durch alle Dörfer, die noch vor Tanah Rata liegen & war wohl nur auf das hohe Verkehrsaufkommen in Kombination mit den vielen Ständen, die entlang der Hauptstraße aufgebaut waren, zurückzuführen. Wir hatten nämlich einen Punkt nicht berücksichtigt – es waren gerade Schulferien & da herrscht wohl Hochbetrieb in den Cameron Highlands. Und anscheinend drehen dann auch alle durch. So standen in einem dieser Dörfer alle paar Meter eine Art Parkeinweiser, die wild mit den Armen wedelten & mit ihren Pfeifen Lärm machten, um den Im-Stau-Stehenden zu verstehen zu geben, dass sie doch bitte weiterfahren mögen. Sehr lustig! Wo denn hin?

Kurz vor Tanah Rata (4-5 km) musste unser Fahrer noch mal tanken. Während wir also im Minibus warteten, konnten wir beobachten, wie ein junges Pärchen unseren Fahrer fragte, ob er nach Tanah Rata fahren würde. Er verneinte dies & schickte die beiden weg! Wir staunten nicht schlecht. Einerseits war dieser Bus hier fast leer – wir waren die einzigen Fahrgäste – & andererseits waren wir doch gerade auf dem Weg nach Tanah Rata – oder etwa nicht? 😮

Natürlich waren wir das. Als wir endlich dort ankamen, fragte uns der Fahrer, wo wir reserviert hätten. Wir haben nichts reserviert. – Oh, es ist aber alles ausgebucht! – Dann müssen wir wohl auf der Straße oder unter einer Brücke schlafen. 😉 Er setzte uns im Zentrum ab & deutete uns, hier mal rumzufragen.
Es war auf jeden Fall unheimlich viel los – überall Stände, Menschen, Musik, Baustellenlärm – alles durcheinander & gleichzeitig. Wir entfernten uns erst mal von dem Trubel & liefen zu der Unterkunft, die wir uns ausgesucht hatten. Dort stand allerdings dran, dass keine Zimmer mehr verfügbar seien. 😦 Solche Schilder entdeckten wir bei genauerem Hinsehen an vielen Unterkünften. Oha, das kann ja heiter werden. In der nächsten Unterkunft hatten wir auch kein Glück, daher liefen wir zurück Richtung Zentrum. Da sah ich das Schild vom Twin Pines & erinnerte mich, dass auf den Perhentians eine Niederländerin (Suzanne) davon berichtet hatte. Wir steuerten also darauf zu & fragten nach einem freien Zimmer. Genau eins hätten sie noch frei & wir könnten es uns gleich mal ansehen. Das taten wir & schlugen zu. Kurz nach uns war noch ein anderes (deutsches) Pärchen gekommen, das nun leider abgewiesen wurde. Hoffentlich haben die noch etwas gefunden! Inzwischen war es ja schon wieder stockdunkel. Unsere neue Unterkunft war übrigens nur eine Dachkammer mit Matratze – viel mehr passte hier auch nicht rein. Aber dafür kostete sie auch nur 25 Ringgit pro Nacht. Ein Schnäppchen also! 🙂

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