Erdbeeren & Co.

Nach der langen Fahrt und einer ermüdenden Suche nach einer Unterkunft waren wir so froh, eine Bleibe für die nächsten Tage gefunden zu haben. Wir hatten das Zimmer, oder besser die Dachkammer, nur kurz bezogen und gingen gleich wieder runter in den Wifi-Bereich.

Wir saßen da und ahnten nix, da kam plötzlich die Suzanne aus Amsterdam vorbei. Wir hatten sie auf Perhentian Kecil kennengelernt und uns bei einem Abendessen nett mit ihr unterhalten. Sie freute sich anscheinend auch uns zu sehen und gab uns gleich noch ein paar Tipps, was wir hier so machen können, denn sie war schon ein paar Tage vor uns hier angekommen und war auch zuvor schon mal hier in Tanah Rata. Auf den Perhentians hatte sie davon berichtet und auch von dieser Unterkunft erzählt. Zuletzt fragte sie uns noch, ob wir am kommenden Abend zusammen essen gehen wollen (sie hatte einen guten Inder entdeckt), was wir gern zusagten. Da wir mittlerweile selbst etwas Hunger hatten, sind wir erst mal los.

Die Stadt war voller (einheimischer und ausländischer) Touristen. Kein Wunder, dass es so schwer war, eine Unterkunft zu finden. Wir konnten uns nicht so ganz entscheiden, was wir essen wollten, und liefen erst mal die Hauptstraße entlang. Ein Restaurant reihte sich ans nächste, dazwischen immer mal ein Geschäft. Hier entdeckten wir dann auch eine kleine Bäckerei „My Cake Home„, die lecker Kuchen & Desserts in der Auslage hatte. Die müssen wir unbedingt mal testen, dachten wir, aber heute wollten wir etwas Herzhaftes essen. Wir entschieden uns für ein indisches Restaurant (Curry House) und wurden auch nicht enttäuscht, nur das Ambiente war eine etwas merkwürdige Mischung – halb indisches Restaurant und halb Sportsbar. Zurück im Twin Pines saßen wir noch eine Weile auf der Terrasse, waren dann aber auch bald müde und gingen ins Bett.

Die Gegend um Tanah Rata ist bekannt als Wanderregion mit vielen Wanderwegen unterschiedlichster Längen und Ansprüche. Für den kommenden Tag hatten wir uns eine Route zu einem Wasserfall ausgesucht. Aber zunächst mussten wir ein bisschen ausschlafen. Nach einem einfachen Frühstück in unserer Unterkunft ging es auch schon los. Ausgeschildert war der Weg nicht wirklich, aber die Wege waren sogar in unserem Handy-Navigator vermerkt, weshalb alles gut zu finden war. Manchmal war der Weg richtig gepflastert, teilweise war es aber auch nur ein Trampelpfad. Vor allem im Wald war der Weg feucht und daher doch recht rutschig. Als wir in die Nähe des Wasserfalls kamen, konnten wir das Rauschen des Wassers hören, nur sehen konnten wir noch nichts. Ein uns entgegenkommendes Pärchen fragte uns, ob wir den Wasserfall schon gesehen hätten, was wir verneinen mussten. Da waren wir alle etwas verwirrt, denn sie hatten ihn auch noch nicht gesehen. Wir gingen noch ein Stück und auch noch einen Pfad zum Fluss und konnten erahnen, was wohl mit Wasserfall gemeint war. Trotzdem konnten wir ihn noch nicht wirklich sehen.

Na ja, wir folgten erst mal weiter dem Wanderweg und kamen zu einem Forsthaus, an dem wir uns entschieden langsam den Rückweg anzutreten, aber zunächst noch eine im Navi verzeichnete Gebetsstätte zu besichtigten. Leider war die Kirche geschlossen, weshalb wir sie nur von außen besichtigten.

An der Kirche

An der Kirche

Wir liefen dann einen anderen Weg durch den Ort zurück und kamen an mehreren Erdbeerplantagen (die mit Folien überspannt sind, damit die Sonne nicht alles verbrennt) vorbei. Zwischendrin war immer mal ein Café. In einem davon verschafften wir uns mit Erdbeereis etwas Abkühlung. Jede freie Fläche ist hier übrigens mit Gewächshäusern zugepflastert. Hier wird alles mögliche angebaut, neben Erdbeeren hauptsächlich Gemüse. Verrückt! So eine schöne Landschaft und dann wird sie so verschandelt.

Wir liefen dann so, dass wir nochmal an dem Wasserfall vorbeikamen, und näherten uns dadurch von der anderen Seite. Von hier konnte man den „Wasserfall“ dann etwas besser sehen. Das Wasser fällt etwa 2 m tief! Yeah, aber immerhin haben wir ihn gefunden. 😉 Die Wanderung war aber trotzdem schön und hat uns auch absolut gereicht.

Wir liefen wieder zur Unterkunft und entspannten etwas, bis wir am Abend mit Suzanne zum Inder (Suria) gingen.

Verabschiedung von Suzanne am nächsten Morgen

Verabschiedung von Suzanne am nächsten Morgen

Das war wieder sehr nett, obwohl ich mich mit dem Englischen immer noch sehr schwer tue. Das Essen war ebenfalls sehr gut – ein rundum gelungener Abend! Anschließend waren wir noch in einem Shop und sind dann satt und zufrieden zum Twin Pines geschlendert.

Für den kommenden Tag hatten Juli und ich uns eine umfangreichere Wanderung zu einer Teefabrik vorgenommen, dafür wollten wir auch relativ früh aufstehen. Der Wecker klingelte dann schon vor um 8. Nach einem kurzen Frühstück ging es erst mal zur Bushaltestelle, die ersten 8 km kann man mit einem Bus zurücklegen. Halb 10 fuhr der Bus (4 RM/Person) ab und hielt genau am Beginn des Wanderweges. Die Kassiererin gab uns auch zu verstehen, wo wir aussteigen müssen.

Im Bus

Im Bus

Gewächshäuser vom Bus aus

Gewächshäuser vom Bus aus

An diesem Abzweig steht direkt ein Werbeschild für die Teefabrik, auf dem wir den Hinweis „Montag ist Ruhetag“ sahen. Schade, heute ist Montag. Aber wir wollten ja Wandern und gingen trotzdem los. Nach einigen hundert Metern fingen auch schon die Teeplantagen an und die Straße führte quer hindurch.

Leider kamen häufig Autos an uns vorbei und an engen Stellen staute es sich schon mal durch den Gegenverkehr. „Wo wollen sie denn bloß alle hin?“, haben wir uns gefragt. Vielleicht finden wir das ja noch raus? 😉

Der Weg war sehr schön – er schlängelte sich durch die Teeberge. In der Ferne konnte man ein Lokal erkennen, in dem scheinbar viel los war. Das sollte nun auch unser Ziel sein.

Nach insgesamt 2 Stunden hatten wir es geschafft. Das Lokal war die Teefabrik BOH, die doch offen hatte (zumindest teilweise, die Produktion lief nur nicht) und auch das Ziel der vielen Autofahrer war. Uns war hier zu viel Trubel, so dass wir nur die Toilette nutzten und einen Ausstellungsraum besichtigten. Bevor es aber auf den Rückweg ging, haben wir noch ein paar Kekse gesnackt, um uns zu stärken.

Auf dem gleichen Weg wanderten wir zurück und begegneten wie schon auf dem Hinweg keinem anderen Wanderer.

An der Hauptstraße, wo uns der Bus abgesetzt hatte, dachten wir, wieder einen Bus nutzen zu können. Bis nach Tanah Rata waren es jetzt noch über 8 km. Wir liefen also in diese Richtung und hielten fleißig Ausschau nach einem Bus, aber es kam keiner. Unterwegs kamen wir ganz oft an Verkaufsständen für Erdbeeren vorbei, überall gabs frische Erdbeeren, aber auch Plüscherdbeeren, Erdbeermagnete, Erdbeersirup und -marmelade und sonstigen Schnickschnack. Alle hatten sie Werbung in Form von riesigen Erdbeeren vorm Laden stehen.

Ein Bus war immer noch nicht aufgetaucht. Mittlerweile staute es sich wieder auf der Straße. Letztendlich liefen wir den ganzen Weg & konnten nur am Ende ein Stück abkürzen. Das war trotzdem eine ordentliche Tour (so etwa 16-17 km)! Nach kurzer Pause im Twin Pines wollten wir uns stärken und landeten mal wieder in einem indischen Restaurant. Für das Dessert gingen wir dann noch zu My Cake Home und die Kuchen, die wir bestellten, schmeckten so lecker, wie sie aussahen. Sehr zu empfehlen!

Erschöpft von dem Tag, jedoch gut gesättigt, schleppten wir uns nur noch zu unserer Unterkunft und verschwanden nach kurzem E-Mail-Check auf der Terrasse in unserer „Kajüte“.

Dieser Beitrag wurde unter Malaysia, Reise, Unterkunft abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s