Summer in the City – Toronto im Sommer :-)

Nach unserer Ankunft hier in Toronto wurden wir sehr herzlich von den beiden Mitbewohnern von A. aufgenommen. R. und T. sind Perser & hatten gleich mal ein Barbecue im Hinterhof (Backyard) gestartet. 🙂 Doof nur, dass der Besuch vegetarisch unterwegs ist. 😉 Es hätte jede Menge (Fleisch) zu essen gegeben. A. hatte allerdings vorgesorgt & zwei vegetarische Suppen gekauft, dazu aßen wir Couscous. Zum Nachtisch dann noch Mango (sooo süß!) & Heidelbeeren. Sehr lecker! 🙂

Wir plauderten anschließend noch ein wenig mit den Jungs (ein weiterer Kumpel war dazugekommen). Die 3 hatten jede Menge Tipps für uns auf Lager, was wir denn in den vor uns liegenden Tagen & Wochen in Kanada (bzw. in Ontario und Québec) unternehmen könnten. 🙂

Gegen 1 Uhr löste sich die Runde auf & wir fielen todmüde ins Bett. Waren ja nun auch schon seit fast 24 h wach.

Am nächsten Tag gingen wir es erst mal ruhig an. Nach einem gemütlichen Frühstück (gegen Mittag) recherchierten wir noch mal nach Mietwagen, fanden aber kein wirklich besseres Angebot, als wir schon von zu Hause über www.billiger-mietwagen.de gebucht hatten. Daher beließen wir es dabei & machten uns (zu Fuß) auf den Weg nach Downtown, also in die Innenstadt. Wir liefen größtenteils die Bloor Street entlang, die viele kleine, nette Läden zu bieten hat. Irgendwann kommt man dann zum Campus der University of Toronto. Das Areal ist riesig! Auf der einen Seite grenzt es an den Queen’s Park und umfasst viele historische Gebäude wie das Konservatorium oder das Legislative Building (Parlamentsgebäude).

Torontos Downtown ist typisch Großstadt – viele Hochhäuser, stark befahrene Straßen etc. Zum Glück gibt es auch viele Parks & Grünflächen. Aber wirklich nur gute 15 min außerhalb der Innenstadt hat man das Gefühl, sich in einem kleinen verschlafenen Vorort zu befinden, z. B. in den Querstraßen zur Bloor Street in Korea Town. Hier sieht es irgendwie so aus wie in Irland oder England – kleine Häuser mit Veranda, wenig Verkehr, sehr grün. Wirklich schön!

Im Eaton Center (eine große Shopping Mall, die wohl von einem deutschen Architekten entworfen wurde) besorgten wir uns eine SIM-Karte. Letztlich sind wir bei dem Anbieter Fido gelandet. Dem ersten Anschein nach werden wir nur sehr langsam surfen können (in Downtown hatten wir schon nur EDGE, also weniger als 3G), aber wir werden sehen. Die anderen Anbieter (wie Telus, Bell, Koodo oder Virgin mobile) nutzen leider Netze bzw. Frequenzen, die mit unseren Smartphones nicht kompatibel sind, so dass die Auswahl schnell stark zusammenschrumpfte. Es wird daher sicher eher ruhig sein, sobald wir mit dem Mietwagen unterwegs sind.

Abends waren wir noch mit A. in Korea Town Essen und haben anschließend zusammen auf der Veranda gesessen & den Tag bei einem Glas Wein ausklingen lassen. 🙂 Ein paar Eichhörnchen & eine Waschbärenfamilie haben auch mal vorbeigeschaut. Sooo süß!

Den Samstag haben wir auf den Toronto Islands verbracht. Das war extrem toll! Einerseits hatten wir geniales Sommerwetter, andererseits ist es dort auch einfach schön. Nach einem (relativ frühen – 9 Uhr) Frühstück auf der Veranda ging es zur nahegelegenen Bathurst Station. Mit einem Family Pass für 11,50 CAD konnten wir (Nico & ich & theoretisch bis zu 4 Kinder unter 18) nun den ganzen Tag so viel U-Bahn, Bus, Straßenbahn (die hier Streetcar heißt) etc. fahren, wie wir wollten. So viel war das zwar letztlich nicht, aber der Pass lohnt sich schon ab 2 Fahrten (bei 2 Erwachsenen).

Jedenfalls ging es mit der Linie 511 nach Süden Richtung Lake Ontario, dann noch ein paar Stationen mit der 509 zur Fähre. Die Tickets für die Fähre waren auch recht preisgünstig (7,25 CAD pro Erw. Hin- & Rückfahrt) & schnell erworben, so dass wir auch schon bald auf der Fähre nach Centre Island standen & die kurze (etwa 10-minütige) Überfahrt mit Blick auf die Skyline von Toronto genossen.

Auf den Inseln gibt es jede Menge zu entdecken – sie sind ein beliebtes Ausflugsziel für die Einheimischen & laut Wikipedia die größte autofreie Zone Nordamerikas. [Ein bisschen erschreckt mich das ja, weil die Inseln dann doch nicht sooo riesig sind, aber andererseits verwundert es auch nicht so ganz – wir sind schließlich in Amerika.] Für Familien gibt es auf Center Island eine Art Freizeitpark mit Wasserrutsche, Tschutschu-Bahn, Schlauchboot-Scooter etc. Und ansonsten jede Menge Natur.

Die einzelnen Inseln sind über Brücken miteinander verbunden & lassen sich gut zu Fuß oder mit einem Fahrrad, Tandem oder Vierrad (oder wie heißt das?) – vor Ort ausleihbar – erkunden.

Wir liefen in Richtung Westen zum Leuchtturm, da A. hier noch nicht war & sich den beim letzten Mal schon gern ansehen wollte. Unterwegs wanderten wir am Strand entlang. Hätten wir unsere Badesachen dabei gehabt, hätten wir im Ontario-See sogar baden können (der ist übrigens riesig – man hat eher den Eindruck am Meer zu sein). Leider hatten wir das nicht, so dass wir uns mit den Füßen im Wasser begnügten. Das war schon sehr erfrischend! 🙂 Hier im Westen war es auch relativ leer, auf dem Weg in Richtung Osten sah das schon anders aus. Hier wurde es zunehmend voller & damit auch lauter, aber der schönen Natur tat das keinen Abbruch.

Am späten Nachmittag kehrten wir im Island Café ein, besorgten uns einen vegetarischen Wrap & setzten uns damit etwas abseits in den Kräuter- & Gemüsegarten. Herrlich ruhig hier! Ein Spaziergang über Ward Island führte uns durch eine kleine Siedlung (vermutlich größtenteils Ferienhäuser) & bot wieder herrliche Aussichten auf die Skyline.

Apropos, wir hatten uns letztlich entschlossen, noch den Sonnenuntergang von hier aus anzusehen (die letzte Fähre geht kurz vor Mitternacht, so dass genügend Zeit dafür war). Die Sonne geht übrigens hinter den Hochhäusern & dem CN Tower unter – wunderschön anzusehen & allein dafür lohnt schon der Ausflug auf die Inseln. Dabei entstanden ganz wunderbare Fotos (die ich endlich hochgeladen habe – siehe unten) & wir hatten unheimlich viel Spaß beim Ausprobieren der verschiedenen Funktionen unserer Kameras. 🙂

Nach Sonnenuntergang tranken wir noch jeder ein Bier an der Bar des Island Cafés & nahmen dann die Fähre von Ward Island zurück. Wir waren kurz verwirrt, da die Fähre irgendwie nicht den direkten Weg zum Festland nahm, sondern zunächst zu dem anderen Fähranleger (Center Island) fuhr, aber anscheinend ist das bei den Fähren so spät abends normal (tagsüber fahren 3 Fähren mehr oder weniger gleichzeitig, abends nur noch eine – offensichtlich). Den 3. Anleger der Inseln (Hanlan Point) steuerte sie nämlich anschließend auch noch an & fuhr dann erst zu unserem Ziel – Toronto City (Bay Street Ferry Dock). 😉

Von hier aus machten wir uns auf den Weg zum Dundas Square & in das Viertel Kensington Market. Zunächst zu Fuß zur nächsten U-Bahn-Station (vorbei am schön illuminierten CN Tower) – die Straßenbahn war einfach voll, so dass wir keine andere Wahl hatten. 😉 Am Dundas Square war echt viel los (trotz der späten Stunde). Wir wollten hier aber nicht lang bleiben (waren eigentlich auch schon sehr müde & fußlahm), sondern fuhren mit einer Straßenbahn in die „neighborhood“ Kensington Market. Inzwischen war es schon halb 12, so dass wir keine große Auswahl mehr an Lokalen hatten, wo wir noch etwas zu essen bekämen. Im „Last Temptation“ gab es aber noch sehr leckere Pizza für uns. 🙂 Gut gesättigt, ging es anschließend heim (zu Fuß) & mehr oder weniger direkt ins Bett.

Am Sonntag war erst mal Ausschlafen angesagt. Sehr schön! Und vor allem nötig. 😉

Da wir mit A. am ersten Augustwochenende (dem Ende unseres Urlaubs) noch gemeinsam campen wollen (auf der Bruce Peninsula), suchten wir nach dem gemeinsamen Frühstück auf der Veranda noch nach einem Campingplatz. Wie sich herausstellte, ist das ein langes Wochenende (am Montag ist in Kanada Feiertag) & der erste Anruf endete mit den Worten „It’s a long weekend. Good luck!“ (Das ist ein verlängertes Wochenende. Viel Glück!). Oh, sollte das tatsächlich schwierig werden? Okay, es sind Sommerferien & dann ist auch noch ein Feiertag. Wir waren also noch motivierter, etwas zu finden. Ein paar Campingplätze aus der App „WikiCamps“ (die es auch für Australien & Neuseeland gibt & die wir nur wärmstens empfehlen können) haben auch eigene Internetseiten – meist stand dort schon direkt ein Vermerk, dass für das „long weekend“ im August bereits alles ausgebucht ist oder man mindestens 7 Nächte buchen müsste. Huch?! Glücklicherweise war der zweite Anruf schon von Erfolg gekrönt. Cool! Wir haben zwar keine Ahnung, was das Ganze kosten wird, aber wir haben einen Campingplatz! Laut A.s Mitbewohner buchen viele ihren Platz für das besagte Wochenende bereits 2-3 Monate im Voraus. Nun ja… Anscheinend geht es auch mit weniger Vorausplanung. We’ll see! 😉

Nach dieser kleinen Aufregung machten wir uns auf den Weg in den High Park (per U-Bahn & mit Family Pass Richtung Westen). Der Park ist relativ groß. Es gibt sogar einen abgesperrten Bereich, wo Hundebesitzer ihre Hunde frei laufen lassen können. Wir suchten uns ein ruhiges & vor allem schattiges Plätzchen (auch heute war es wieder recht heiß & in der Sonne kaum auszuhalten) & machten ein Picknick mit verschiedensten Früchten (Erdbeeren, Himbeeren, Kirschen, Bananen). Extrem lecker & sehr sättigend.

Gegen 18 Uhr (also nach etwa 2 h im Park) traten wir bereits den Rückweg an, denn A. hatte auf Empfehlung einer Kollegin (nach der Campingplatzsuche) Tickets für eine Veranstaltung des Toronto Fringe Theater Festival für heute Abend online gekauft. 19 Uhr wollten wir am Veranstaltungsort sein, um uns mit der Kollegin zu treffen. Das schafften wir nicht ganz pünktlich, aber das war kein Problem. Wir holten schnell die Karten für die Tanzshow „Urban Legends“ am Ticketstand ab & stellten uns ans Ende der Schlange. Übrigens: Schlange stehen funktioniert in Kanada ganz wunderbar, wie wir jetzt schon mehrfach beobachten konnten. Überall wird brav Schlange gestanden – an der Bushaltestelle, am Theatereingang usw. Und alles ganz gesittet. Niemand, der meckert oder sich vordrängelt. Sehr angenehm!

19:30 Uhr sollte die Show beginnen, kurz vorher war Einlass. Es ging dann auch pünktlich los & wir schauten gebannt auf die Bühne. Was für tolle Tänzer & Tänzerinnen! Wow! Und das Publikum ging total mit – immer wieder wurde zwischendurch geklatscht, es waren erstaunte & begeisterte Rufe zu hören. Wahnsinn! Ein wirklich tolles Erlebnis! Sehens- & empfehlenswert! 🙂

Nach der einstündigen Show fuhren wir mit dem Bus zurück zur Bathurst Station & suchten uns über die App „Happy Cow“ (für die vegetarischen Restaurants) ein Lokal, um mit A. noch zu Abend zu essen. Wir landeten im „Fresh“ auf der Bloor Street. Tolles Ambiente, sehr leckeres Essen & sehr freundliches Personal!

Wieder zurück bei A. in der Wohnung packten wir schon ein wenig unsere Sachen zusammen, denn ab morgen würden wir unseren Mietwagen abholen & erst mal zu zweit weiterreisen. Aufregend! Eine genaue Route haben wir noch nicht. Unser erstes Ziel werden die Niagarafälle sein. Danach? Keine Ahnung! Aber sicher wird es schön! 😀

Und nun endlich Fotos:

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3 Antworten zu Summer in the City – Toronto im Sommer :-)

  1. D-Cook schreibt:

    Danke für den Bericht und viel Spaß weiterhin. 🙂

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