Point Pelee National Park

Der Wecker ging am Mittwochmorgen viel zu früh an. Bereits kurz nach 8 Uhr hieß es aufstehen. Das war nicht nur zu früh, sondern es war über Nacht auch ganz schön frisch geworden (nur 15 Grad etwa). Ich musste tatsächlich meine Kuscheljacke rausholen. 😉 Aber wenigstens regnete es nicht & unser Zelt war trocken geworden.

Nach dem Frühstück brachen wir wortwörtlich unser(e) Zelt(e) ab & fuhren gen Westen – in diesem Fall der Sonne entgegen. Die Wolkendecke ließen wir hinter uns & nach gut 370 km Strecke (mit ausgiebiger Pause zwischendurch) erreichten wir unser nächstes Etappenziel: den Campingplatz Campers Cove im Wheatley Provincial Park. (Im Point Pelee National Park kann man nicht campen, daher mussten wir auf einen Ort in der Nähe ausweichen.) Hier strahlte die Sonne vom blauen Himmel & es war angenehm warm. 🙂 Auf dem (staatlichen) Campingplatz konnten wir uns ein freies Plätzchen aussuchen. Die Campsites (Stellplätze) sind sehr großzügig angelegt – man sieht kaum seinen Nachbarn (wenn man überhaupt welche hat), hat wieder seinen eigenen Picknicktisch & eine Feuerstelle. Die sanitären Einrichtungen sind relativ rar gesät & sehr „basic“, aber absolut ausreichend. Der Übernachtungspreis ist allerdings nicht unbedingt „basic“: Pro Nacht zahlen wir hier (für einen einfachen Stellplatz ohne Wasseranschluss & ohne Strom) 40,68 CAD (inkl. Steuern – auf die Sache mit den Steuern muss ich bei Gelegenheit mal näher eingehen… Uns ist oft nicht klar, ob der angezeigte Preis bereits Steuern enthält oder nicht, also kommt es immer wieder zu Überraschungen beim Bezahlen. 😉 ).

Nachdem wir unser Zelt aufgeschlagen hatten, spazierten wir durch das waldartige Gelände zum benachbarten Lake Erie (der übrigens etwas größer ist als der Lake Ontario – das ist nämlich der kleinste der 5 Great Lakes). Hier rauschten die Wellen so laut, als sei man am Meer. Verrückt!

Irgendwie waren wir recht kaputt & müde, so dass wir nach dem Abendessen (Brot mit diversen Aufstrichen) frühzeitig unser Schlaflager aufsuchten & schon bald im Traumland unterwegs waren. 😉

Am nächsten Morgen standen wir kurz nach halb 9 auf (bei strahlendem Sonnenschein), nutzten die Duschen (für deren Aktivierung man übrigens ein glänzendes Objekt – etwa eine Münze oder eine Uhr – benötigt, das man vor den Sensor halten muss & dann sind sie für etwa 2 min an) & frühstückten anschließend gemütlich. Dabei konnten wir in den Bäumen um uns herum mehrere Eichhörnchen beobachten. 🙂

Gegen 11 Uhr fuhren wir mit dem Auto zum nahegelegenen Point Pelee National Park (etwa 20-25 min Fahrtzeit). Der Eintritt kostet pro Erwachsenen 7,80 CAD (inkl. Steuern) und gilt für den gesamten Tag (im Sommer bis 22 Uhr, im Winter bis Sonnenuntergang). Im Park selbst steuerten wir zunächst das Visitor Center an. Dort gibt es einige Hintergrundinformationen zur Geschichte und Pflege des Nationalparks & auf Nachfrage konnten wir uns außerdem einen 15-minütigen Film dazu ansehen. Sehr interessant!

Der Nationalpark ist auf einer Halbinsel gelegen, die sehr spitz & etwa 10 km in den Erie-See hineinragt. Das Besondere an dem Nationalpark ist nicht nur seine Größe (er ist der kleinste der kanadischen Nationalparks), sondern vielmehr seine Lage & damit einhergehend seine Flora & Fauna. Hier gibt es einige Tiere & Pflanzen, die ansonsten nirgendwo in Kanada zu finden sind & dadurch natürlich besonders schützenswert sind. Und hier befindet sich der südlichste Punkt von Kanadas Festland (vorgelagert sind noch zwei Inseln – Pelee Island & Middle Island, die weiter südlich liegen). Im Frühling & Herbst gibt es hier wohl sehr, sehr viele Zugvögel zu sehen, die hier kurz Station machen, bevor sie weiterziehen. Im Herbst lassen sich zudem hervorragend tausende Monarch-Schmetterlinge beobachten, die wie die Vögel auf dem Weg nach Süden sind. Und jetzt im Sommer genießt man einfach so die Aussicht & das angenehme Klima & hält ebenfalls nach Vögeln & anderen Tieren Ausschau. 🙂

Vom Visitor Center aus fährt ein kostenloser Shuttlebus zur Spitze der Halbinsel. Wir dachten, wir könnten die 2,5 km zu Fuß zurücklegen. Der Weg am Strand entlang erwies sich als zu kiesig & ungeeignet für eine längere Wanderung, so dass wir auf einen der Trails (Wanderwege) durch den Wald auswichen. Das war aber keine gute Idee! Hier lauerten gefühlte Hundert Moskitos auf uns & die waren trotz Mückenschutzmittel nicht fernzuhalten, so dass wir nach einem Kilometer die Nase voll hatten (& hier sowieso der Waldweg endete bzw. nur zum Visitor Center zurückführte) & auf die Straße auswichen. Dieser Weg war zwar nicht sooo schön (Straße eben), aber dafür mückenfrei!

An der Spitze waren wir natürlich nicht die einzigen Besucher, aber insgesamt kam es mir nicht so sehr voll vor. Ich hätte – auch generell im Park – mehr erwartet. Baden darf man an dieser Stelle im Übrigen nicht – zu gefährlich! Es haben in der Vergangenheit schon einige ausprobiert & zum Teil mit dem Leben bezahlt.

Um wieder zurück zum Visitor Center zu gelangen, nutzten wir für den Rückweg das Shuttle & fuhren von dort aus zum DeLaurier Homestead. Hier kann man noch einmal in die Geschichte eintauchen & sehen, wie die Leute im 19. Jahrhundert auf der Halbinsel gelebt haben. Ein paar Kilometer weiter (Richtung Parkausgang) machten wir noch einmal Halt, um einen Eindruck vom Osten zu bekommen. Von einem kleinen Aussichtsturm hat man einen wunderbaren Blick über das Marschland, die Sümpfe & Seen, die insgesamt gut zwei Drittel der Fläche des Parks ausmachen. Auf einem so genannten Boardwalk, der hier in den 60er Jahren angelegt wurde, lässt sich das noch mal aus der Nähe betrachten. Wirklich sehr schön!

Anschließend ging es mit dem Auto nach Leamington. Wir waren eigentlich immer noch auf der Suche nach einer Art Campingkocher & Topf, damit wir abends auch mal etwas anderes außer Brot essen können, wurden aber nicht so recht fündig (obwohl wir insgesamt in 4 Läden waren, darunter auch im Walmart & im Real Canadian Superstore). Schade! Dafür hatten wir wieder ein paar leckere Brotaufstriche sowie etwas Obst & Gemüse bekommen. 🙂

Am späteren Abend, kurz bevor wir ins Zelt verschwanden, konnten wir noch einem kleinen Naturschauspiel beiwohnen – es blinkte überall um uns herum. Hunderte Glühwürmchen waren da wohl auf Futter- und/oder Partnersuche. 🙂

Jetzt heißt es aber schlafen. Morgen (Freitag) haben wir wieder eine lange Strecke vor uns – gut 500 km Richtung Parry Sound.

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2 Antworten zu Point Pelee National Park

  1. shutterbugsgaze schreibt:

    Ein sehr guter Outdorrladen ist MEC. Ich hoffe einer findet sich auf eurer Route ;): http://www.mec.ca/AST/ContentPrimary/Services/Stores.jsp Viel Spaß weiterhin und viele Grüße…

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