Über Stock & Stein… – Wandern im Killarney Provincial Park

Tja, da war es also wieder so weit. Alle zwei Tage grüßt das Murmeltier sozusagen… 😉 Am Dienstag zogen wir also erneut weiter. Der Wecker ging halb 9 an, das Zelt war schnell abgebaut (inzwischen haben wir da Routine), dann fix unter die Dusche, gemütlich frühstücken & ab ging die Post… Also, die Fahrt. 😉

Kurz nach 11 Uhr waren wir wieder auf dem Trans-Canada-Highway Richtung Osten unterwegs, genauer gesagt Richtung Sudbury. Unser Ziel war der knapp 300 km entfernte Fairbank Provincial Park – dort soll es laut WikiCamps-App einen Campingplatz geben.

Die Fahrt verlief ruhig & entspannt. Ich hatte mich größtenteils in mein Buch vertieft („Der Wolkenatlas“ von David Mitchell – sehr zu empfehlen!) & es dann tatsächlich auch noch vor Sudbury zu Ende gelesen. Ein bisschen wehmütig macht mich das ja immer, wenn ich ein (gutes) Buch ausgelesen habe… Beinah so, als würde man sich von einem liebgewonnenen Freund verabschieden… *schnüff* Aber in Toronto hatte ich schon vorgesorgt (ich ahnte bereits bei der Abreise, dass ein dickes Buch zu wenig sein würde) & mir in einem Second-Hand-Buchladen ein neues (diesmal englischsprachiges) Buch beschafft: „The Drowned Lands“ von Stan Dragland. Das spielt in Ontario, Anfang des 20. Jahrhunderts. Ich bin gespannt!

Wir fuhren nicht direkt zum Campingplatz, sondern erst mal nach Sudbury. Schließlich mussten wir unsere Essensvorräte mal wieder etwas aufstocken. Den bereits erwähnten höchsten Schornstein der Welt konnten wir nun sogar aus der Nähe bestaunen, da man auf dem Weg ins Zentrum relativ nah daran vorbeifährt.

Unser Interesse galt aber mehr einem Lebensmittelgeschäft als diesem Turm. Wir irrten fuhren ein wenig im Zentrum umher & landeten schließlich im „Independent“. Hier bekamen wir alles, was wir wollten: Müsli, Obst, Gemüse, Wasser. Obendrein war auch noch die Kassiererin sehr freundlich. Fein! So darf das sein. 🙂

Anschließend ging es zum Campingplatz. Der ist wieder wunderbar gelegen – na, wisst ihr wo? Genau – an einem See! Dem Fairbank Lake. Die Übernachtung ist wieder nicht ganz so günstig: Wir zahlen für 2 Nächte (für einen einfachen Stellplatz, der nicht unmittelbar an der Lakefront liegt & keinen Stromanschluss besitzt) 81,36 CAD (genau genommen zahlen wir nur 81,35 CAD cash – es gibt keine 1- oder 2-Cent-Münzen, daher wird immer auf volle 5er gerundet). Dafür sind die sanitären Einrichtungen aber sehr „basic“. Vorhin erst einer der etwas stinkenden tollen „pit toilets“ (Plumpsklo) einen Besuch abgestattet. Auf dem gesamten Gelände (mit rund 100 Stellplätzen) gibt es eine (!) so genannte „Comfort Station“ mit Duschen & WCs. Die werden wir erst morgen in Augenschein nehmen – die liegt nämlich am anderen Ende des Campingplatzes, von hier aus betrachtet. Handyempfang ist auch reine Glückssache, aber das ist alles nicht weiter tragisch. Wir sind ja hier, um uns zu erholen – dafür scheint der Ort hier sehr gut geeignet. 🙂

Nach Ankunft & Zeltaufbau haben wir noch eine kleine Kaffeepause inkl. Kuchen eingelegt, bevor es dann schon bald mit der Zubereitung des Abendessens weiterging. Es gab mal wieder Fettuccine mit Pesto, Tomaten & Sonnenblumenkernen. Und Nico entzündete außerdem noch ein Feuerchen. Sehr schön!

Wir haben übrigens letztens noch mal unser Kontingent an Mückenschutzmitteln aufgestockt & das vielversprechende „Deep Woods“ von Off! besorgt – das soll angeblich bis zu 8 h vor Mücken (& anderen Quälgeistern wie Zwecken, Black Flies etc.) schützen. Ob das auch die hiesigen Mücken wissen? Ich wage es zu bezweifeln. 😉 Die einzelnen Off!-Produkte unterscheiden sich lediglich in ihrer DEET-Konzentration. Je höher diese ist, umso länger soll es wirken. Wir haben das inzwischen schon mehrfach getestet & mein Eindruck ist, dass es am besten hilft, wenn es gerade frisch aufgetragen wurde. Spätestens nach 2 h haben sich aber die Mücken anscheinend an den Geruch gewöhnt & schalten auf Angriff. Na ja, die wirksamste Methode ist dann immer noch die Flucht ins Zelt. 😀

Für Mittwoch hatten wir uns einen Besuch im Killarney Provincial Park vorgenommen. Eigentlich ist der nur etwa 50 km vom Fairbank Provincial Park entfernt – Luftlinie! 😉 Über die Straße sind es dann mal eben 150 km – eine Richtung, versteht sich. Dieser lange Weg lohnte sich aber absolut, wie wir jetzt im Nachhinein resümieren können.

Zunächst frühstückten wir gemütlich, dann ging es zum Duschen in die „Comfort Station“ (die definitiv schon bessere Zeiten erlebt hat, aber wohl in den kommenden Monaten/Jahren weiter renoviert werden soll – von außen ist sie schon hübsch) & danach auf den Highway & damit zurück in die Zivilisation, sprich: Handyempfang. 😉

Nach gut 2 h Fahrt waren wir im Park angekommen & blätterten im „Information Guide“. Der ist immer wie eine Zeitung gestaltet & enthält – wie der Name vermuten lässt – allerlei Wissenswertes über den Park. Bisher haben wir für jeden Park, den wir besucht haben, eine solche „Zeitung“ erhalten. Wir wollten uns jedenfalls einen schönen Wanderweg heraussuchen. Ein junger Mitarbeiter des Parks, der gerade die Kennzeichnung der Parkplätze erneuerte, kam irgendwann auf uns zu & fragte, ob er helfen könne. Wir fragten ihn nach einer Empfehlung für eine Wanderung. Da hatte er einige Tipps auf Lager & empfahl uns schließlich den „Granite Ridge Trail“ & den „Chikanishing Trail“. Die würden wir auch beide heute noch schaffen. Das klang prima!

Wir besorgten uns fix eine „Daily Vehicle Permit“ (im Prinzip der Eintritt für den Provincial Park – außer mit dem Auto kommt man wohl nur über die Georgian Bay mit dem Boot in den Killarney Park) für 14,50 CAD im Park Office, legten Sonnenschutz auf (es war wieder wunderbares Sommerwetter) & machten uns auf die erste Wanderung. Der „Granite Ridge Trail“ beginnt direkt gegenüber vom Park Office auf der anderen Straßenseite.

Für den 2 km langen Rundweg waren etwa 1,5 – 2 h veranschlagt. Wir benötigten letztlich eine gute Stunde inkl. kleiner Pause am Aussichtspunkt. Es waren nicht sonderlich viele Wanderer unterwegs, aber dafür trafen wir einige Grauhörnchen & Streifenhörnchen. Die Aussicht am Ziel war tatsächlich sehr schön & auch der Weg selbst sehr toll! Größtenteils naturbelassen. Wie auch alle bisherigen Wanderwege war dieser ebenfalls gut ausgeschildert – meist durch rote Pfeile an Bäumen oder auf den Felsen markiert.

Zurück am Auto begegneten wir noch einmal dem Mitarbeiter, der sich auch gleich erkundigte, was wir gemacht hätten & ob es uns gefallen hätte. Wir berichteten kurz (auch dass wir die 2. Wanderung jetzt noch machen wollten), waren sehr begeistert & dankten ihm noch mal für seine Empfehlung. Er freute sich & wünschte uns noch viel Spaß. 🙂

Anschließend fuhren wir mit dem Auto zum Startpunkt des 4 km langen „Chikanishing Trail“. Hierfür sollte man laut Infotafel 2 – 2,5 h einplanen. Inzwischen war es schon 16 Uhr, so dass wir uns ranhalten müssten. (Ich greife mal vor: wir brauchten insgesamt etwa 1 h 15 min.) Bevor es aber losging, stärkten wir uns mit etwas Kuchen – von gestern war noch für jeden ein Stück übrig.

Dieser Rundwanderweg war genau nach unserem Geschmack – es ging zunächst durch den Wald, dann hauptsächlich über Felsen, hoch und wieder runter, bis zum Wasser (der Georgian Bay). Herrlich! Hier bot sich uns eine spektakuläre Landschaft – genau, wie man sich (bzw. wir uns) Kanada vorstellt. Am Aussichtspunkt wehte zwar ein kräftiger Wind, aber die Sonne wärmte gleichzeitig ausreichend. Ein wunderschönes Fleckchen Erde hier! Absolut zu empfehlen! Hier hätten wir noch stundenlang sitzen können… Aber wir mussten zurück. Leider… Vor uns lag ja noch eine gut 2-stündige Autofahrt zurück zum Campingplatz.

Dort angekommen & nach der üblichen (neuerlichen) Dosis Off! bereiteten wir unser Abendessen (Couscoussalat) zu. Es war ausgesprochen still heute. Sehr, sehr angenehm.

Morgen fahren wir Richtung Algonquin Provincial Park. Mal sehen, was uns da erwartet. Wir werden berichten. 😉

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