Wir gehen in die Luft… – Über den Thousand Islands

Dienstag hieß es für uns erneut weiterfahren. Ab kurz vor 8 Uhr konnte ich schon nicht mehr schlafen, weil es im Zelt bereits zu heiß wurde. Die Nacht war daher etwas kurz, denn wir waren am Abend zuvor erst relativ spät aus Ottawa zurückgekehrt & den Bericht für den Blog hatte ich auch noch geschrieben. Aber egal… Heute würde es dafür entspannt werden. 🙂

Die anderen Camper auf dem Zeltplatz waren bereits am Vortag morgens abgereist, aber dafür hatten sich in dem Wäldchen, das den Zeltplatz vom übrigen Teil des Campgrounds abtrennt, neue Zeltnachbarn niedergelassen, die zwar nicht zu sehen, aber dafür zu hören waren & ständig ihrem Kind sagten, dass es dies oder jenes nicht tun dürfe.

Die Sonne brannte schon heftig, während wir noch frühstückten. Und als ich dann das Zelt ausräumte, war es da drinnen (fast) so heiß wie in einer Sauna. Eine Dusche danach, die hier noch mal einen Dollar (oder „Loonie“, wie die Kanadier sagen) extra kostet, war mehr als angebracht. Und dann ging es wieder auf die Straße… In Richtung Süden zum St. Lawrence River & damit erneut nah an die Grenze zu den USA.

Bis zu unserem nächsten Campingplatz, dem 1000 Islands Camping Resort, waren es nur gute 160 km, die auch recht schnell gefahren waren. Bereits halb 3 (mit Einkaufsstopp in Prescott) konnten wir eine Runde drehen & uns den besten der noch verfügbaren Plätze aussuchen. Unsere Wahl fiel auf die Nummer 39 – mit eigenem Wasseranschluss. Für 2 Nächte wurden wir hier 67,80 CAD los, aber dafür gab es einen wirklichen tollen Stellplatz, einen Pool, einige Tiere (Streifenhörnchen, Eichhörnchen, Vögel, Nutrias, Libellen, Raupen usw.), einen Streichelzoo, Hüpfburgen & WLAN (allerdings nur in der Nähe des Office). Eine (heiße oder warme) Dusche kostet auch wieder extra (1 Dollar = 8 min warmes Wasser), kalt kann man aber umsonst duschen. Auf dem letzten Campground ging das nicht.

Wir stellten zunächst das Zelt auf, machten Kaffeepause & nutzten dann mal den Pool. Das war herrlich erfrischend! 🙂 Und gerade auch sehr leer – außer uns war nur noch ein weiteres Pärchen hier. Nach dieser angenehmen Abkühlung sammelte Nico Feuerholz & entzündete schon mal ein Feuerchen.

Für das Abendessen hatten wir uns Back-/Grillkartoffeln besorgt. Die waren bereits in Alufolie verpackt & konnten direkt auf die Glut gelegt werden. Nach einer knappen Stunde waren sie durch & sehr, sehr lecker! Außerdem gab es Salat, Gemüse, Dips & etwas Brot. Viel zu viel eigentlich… 😉

Nachdem die Kartoffeln fertig waren, wurde natürlich noch mal Feuerholz aufgelegt. Neben dem Feuer konnten wir auch bald schon die Glühwürmchen bestaunen, die um uns herum & zwischen den Bäumen blinkten. Wie schön! Nach 21 Uhr gesellten sich allerdings die Mücken dazu & wurden wieder so aggressiv, dass es draußen nur schwer auszuhalten war – trotz jeder Menge Off! Also, Rückzug…

Am nächsten Morgen standen wir – einigermaßen ausgeschlafen – kurz nach 9 Uhr auf & aßen ganz gemütlich unser Frühstück: verschiedene Müsli mit Heidelbeeren & Bananen. Sooo lecker! Die beiden Streifenhörnchen, die sich immer mal wieder zu uns gesellten, freuten sich auch über ein Stück Banane, ein paar Heidelbeeren & Haferflocken. 😀

Wir wussten noch nicht so genau, was wir heute machen wollten. Laut Reiseführer seien die vielen Inseln im Sankt-Lorenz-Strom am besten per Boot zu erkunden. Wirklich Lust auf eine dieser Touri-Bootsfahrten hatten wir allerdings nicht. Der Nationalpark bietet außerdem einige Wanderwege & vor allem Campingmöglichkeiten auf einer der über tausend Inseln. Aufgrund der Hitze war uns aber nicht so recht nach wandern. Am Campground Office gab es einen Ständer mit einigen Flyern für Unternehmungen in der Region, u. a. auch für einen Helikopter-Flug. Oh, das weckte natürlich unser Interesse (& Erinnerungen – Stichwort: Neuseeland!). Wir entschieden uns also, den „1000 Islands Helicopter Tours“ einen Besuch abzustatten. 😉

Die Firma hat ihren Sitz bei Gananoque (gesprochen: Gänänokwee) am Highway 401 an der Ausfahrt 645. Das waren nur wenige Autominuten vom Campingplatz. Dort angekommen, wurden wir freundlich begrüßt & beraten. Insgesamt werden 5 verschiedene Flüge angeboten, die zwischen 99 CAD (für 10 min Flug) und 450 CAD (für 1 h Flug) kosten – pro Person, versteht sich. Im Flyer waren nur 3 Touren erwähnt. Wir entschieden uns für die beliebteste Tour (die Boldt Castle Tour, ca. 18 min Flugdauer) für 149 CAD. Da natürlich noch Steuern & eine Gebühr hinzukamen, waren wir zu zweit mal eben 345,70 CAD los. So schnell kann es gehen… Dafür bekamen wir einen kleinen privaten Rundflug & man gönnt sich ja schließlich sonst nichts! 😉

Und was soll ich sagen? Der Flug war jeden einzelnen Cent wert! Da gerade beide Hubschrauber belegt waren, mussten wir noch etwas warten, aber wir hatten es ja nicht eilig. Vor dem Einsteigen sollten wir uns noch einigen, wer vorn sitzen darf. Neben dem Piloten ist nur ein Platz frei, aber im Prinzip stand es schon fest, dass ich nach vorn darf. Nico traut sich keine Gespräche auf Englisch zu, daher durfte die private Dolmetscherin ran. Diese Funktion hat also durchaus auch Vorteile. 😉

Also, schnell eingestiegen, Kopfhörer auf, angeschnallt & schon ging es los. Der Pilot hat neben dem obligatorischen Funkverkehr (zu seiner Position etc.) auch ein paar Erklärungen zu dem gegeben, was wir da gerade vor bzw. unter uns sahen. Durch den Sankt-Lorenz-Strom verläuft die kanadisch-amerikanische Grenze & die meisten der über 1860 (registrierten) Inseln dieser Region gehören zu Kanada. Das Boldt Castle, eine Burg, die Herr Boldt Anfang des 20. Jahrhunderts für seine Frau errichten ließ (die allerdings zu früh verstarb & das Castle daher nie fertiggestellt wurde), steht auf einer Insel, die zu den USA gehört, so dass wir sogar einen internationalen Flug hatten. Zwar haben wir amerikanischen Boden nicht betreten (brauchten daher auch unsere Pässe nicht), aber wir waren zumindest im US-Luftraum. [Kleine Randnotiz: Herr Boldt ist übrigens durch das „Thousand Islands Dressing“ reich geworden.] Die Aussicht von oben & diese Art des Fliegens sind unbeschreiblich… Grandios… Beeindruckend! [Ich wäre auch gern Hubschrauberpilot(in)!] Aber leider haben auch die schönsten Dinge mal ein Ende. Die 18 Minuten vergingen im wahrsten Sinne wie im Flug… (Sorry, den konnte ich mir einfach nicht verkneifen.) 😉

Nach dem Flug durften wir noch ein Foto von uns vor dem Hubschrauber machen (lassen) & wir hätten noch für weitere 50 CAD (plus Steuer sicherlich) das Video erwerben können, das während des Fluges mit den beiden GoPro-Kameras (eine innen, eine außen am Helikopter) gedreht wurde. Darauf haben wir allerdings verzichtet.

Immer noch total aus dem Häuschen fuhren wir in den kleinen Ort Gananoque, kauften noch ein paar Sachen fürs Abendessen & besorgten Geld am Bankautomaten. Das hatten wir ja gerade mit vollen Händen ausgegeben. 😉

Auf dem Rückweg zum Campingplatz machten wir noch einen kurzen Stopp an einem Lookout. Schön hier, aber von oben war das doch deutlich beeindruckender! Auf unserem Stellplatz legten wir eine kleine Kaffeepause ein & Nico heizte schon mal wieder das Feuer an. Weil das gestern so lecker war, wollten wir auch heute noch mal Back-/Grillkartoffeln essen. Diesmal allerdings selbst gemacht. Wir hatten uns ein paar Süßkartoffeln & ein paar normale Kartoffeln sowie Alufolie besorgt. Das Ganze war schnell vorbereitet & während es in der Feuerstelle richtig heiß wurde, kühlten wir uns im Pool ab. Herrlich! So kann man sich das gefallen lassen. 😉

Nach dem Badespaß gab es bald Abendessen: Kartoffeln mit verschiedenen Dips. Auch heute wieder extrem schmackhaft! Besonders die Süßkartoffeln… Sehr zu empfehlen!

Das war ein fantastischer Tag heute! Wow! Ich bin immer noch ganz euphorisch… 🙂

Morgen holen wir unsere Freundin A. in Toronto ab & fahren mit ihr auf die Bruce Peninsula. Das wird ein Spaß! Wir freuen uns! 😀

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2 Antworten zu Wir gehen in die Luft… – Über den Thousand Islands

  1. D-Cook schreibt:

    Hubschrauberpilotin kannst du ja noch werden. 🙂

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