Wir brauchen einen neuen Plan… – Auf der Bruce Peninsula

Donnerstag Morgen wurden wir nicht vom Wecker, sondern vom Regen geweckt. Hmm, das war so nicht geplant. 😉 Zum Teil schüttete es wirklich kräftig… Nico fing dennoch irgendwann an, das Zelt abzuwischen & für den Abbau vorzubereiten, während ich im Zelt alles zusammenpackte. Als wir gerade beide fertig waren & das Zelt abbauen wollten, legte der Regen noch mal richtig los. Sehr schön! 😀 Aber es nützte nichts – wir mussten los & hatten keine Zeit zu verlieren. Kaum war das Zelt im Auto verstaut, rissen die Wolken auf & die Sonne kam heraus. 😉

Gut 300 km & 3,5 h später kamen wir pünktlich in Toronto an & holten A. zu Hause ab. Ein kurzer Einkaufsstopp im Metro sowie ein noch kürzerer Halt an einer Tankstelle folgten & schon konnte es weitergehen. Also, fast… Erst mal war dichter Verkehr & Stau in Toronto zu überwinden, aber auch das gelang. Nur Geduld!

Die Strecke bis (fast) zur Spitze der Bruce Peninsula zog sich ganz schön in die Länge. Erst 19:30 Uhr (nach gut 4,5 h Fahrt) trafen wir am Campingplatz ein. Da wir reserviert hatten, war uns eine Campsite sicher, allerdings stand bereits fest, wo wir stehen würden, ohne dass wir sie vorher gesehen hatten – diesmal im Wald zwischen den Bäumen & nur wenig Sonne. Na ja, hoffentlich trocknet das Zelt noch etwas ab (von außen, innen war es ja trocken).

Nachdem das Zelt aufgebaut war, bereiteten wir unser Abendessen zu. Eigentlich hatten wir gedacht (mal ganz ungeachtet dessen, dass wir dafür schon hätten früher da sein sollen), wir könnten heute wieder Grillkartoffeln machen, allerdings wurde gerade heute für die Gegend ein Feuerverbot (fire ban) ausgesprochen. Oh, damit hatten wir ja nun gar nicht gerechnet. Schade eigentlich! Dann gibt es eben doch Salat, Brot, Möhren, Dips etc. In jedem Fall war es sehr lecker & wir danach alle satt!

Den allabendlichen Kampf gegen die Mücken führten wir auch wieder. Ich kann nicht sagen, wer da gewinnt oder verliert – unser Verbrauch an Mückenschutz steigt zumindest & wir hielten es diesmal relativ lang draußen aus: bis nach 22 Uhr! 😉

Nachts ist etwas Eigenartiges passiert. Ich war gerade dabei einzuschlafen, als ich unweit des Zelts ein Knurren & Brummen hörte. Kurz darauf raschelte es & ein größeres Tier rannte direkt an unserem Zelt vorbei. Ich bin der Meinung, dass das ein Bär war – weiß es aber natürlich nicht sicher. Es hörte sich in jedem Fall sehr danach an. Total aufregend! 😮

Am nächsten Morgen standen wir kurz vor 9 Uhr auf & nutzten die Duschen. Es war schon häufig so, dass man für das Duschen extra zahlt. An sich ist das ja okay, aber das hier sind wohl die teuersten Duschen auf einem Campingplatz, die ich jemals gesehen habe. An dem Münzeinwurf steht, dass man 2 CAD für 2 Minuten zahlen muss. Wir hielten das erst für einen Scherz – bisher haben wir meist 1 CAD für 5 bis 8 Minuten gezahlt. Und auf teuren Campingplätzen (wie diesem hier) war es manchmal sogar bereits inklusive. Aber hier scheint das wohl eine alternative Einnahmequelle zu sein. :-/ Das Wasser in der Dusche lief jedenfalls tatsächlich nach dem Einwurf der 2 Dollar kaum länger als 2,5 Minuten. Wenn man auch Haare waschen (& Spülung verwenden) möchte, ist das kaum zu schaffen. Ich brauchte also 4 Dollar für die Dusche. Das einzig gute war, dass die Duschen gerade vorher frisch gereinigt worden waren. Wenigstens das Timing passte also. 🙂

Nach dem ausgiebigen & gemütlichen Frühstück machten wir uns auf dem Weg nach Tobermory bzw. ins dortige Visitor Center & stellten fest, dass das Gelände hier bereits zum Fathom Five National Marine Park gehört – wir dachten, dass wir uns im Bruce Peninsula National Park befinden & der Marine Park sich nur auf die vorgelagerten Inseln erstreckt. Wir ließen uns von einer Mitarbeiterin beraten, was man hier so gesehen oder gemacht haben sollte, & zahlten den Eintritt (Day Permit). Sie verkaufte uns das Gruppenticket für 14,70 CAD. Später bemerkten wir, dass das eigentlich ein Family Ticket für bis zu 7 Personen war, von denen maximal 2 Erwachsene sein dürfen. Hmm, wer von uns Dreien ging denn jetzt als Kind durch? 😀

Eine Empfehlung war, mit dem Boot nach Flowerpot Island zu fahren. Diese Insel heißt so, weil sie zwei Felsen hat, die wie zwei riesige Blumenkübel aussehen. Wir stiegen zunächst auf den Aussichtsturm, der sich direkt beim Visitor Center befindet, & hatten von hier aus einen wunderbaren Blick über diese von Wäldern & Seen (Lake Huron & Georgian Bay) geprägte Landschaft.

Anschließend wanderten wir ins Zentrum & zum Hafen von Tobermory. Hier vermuteten wir die Anbieter für die Bootstouren. Im Prinzip gibt es aber nur einen Anbieter: Blue Heron Cruises. Und der wollte richtig viel Geld für die Überfahrt auf die Insel: Unter 33 CAD (plus Steuern) pro Person ging da nichts. Das war uns leider zu teuer, so dass wir stattdessen noch ein wenig am Hafen entlang schlenderten & einen älteren Herrn (es stellte sich heraus, dass er bereits 81 Jahre alt ist) befragten, wie wir denn günstig auf die Blumenkübel-Insel kämen. Er hatte leider auch keine andere Idee außer mit den Blue Heron Cruises, sondern meinte nur, dass wir entweder selbst ein Boot bräuchten oder jemanden kennen müssten, der ein Boot hat. Okay, dann lassen wir das. Wer will schon Blumenkübel sehen. 😉 Wir plauderten noch ein wenig & verabschiedeten uns dann von ihm & seinen beiden Alsation-Husky-Mischlingen.

Bevor wir wieder zurück zum Visitor Center liefen, erledigten wir noch schnell unseren Einkauf (wir brauchten schon wieder ein paar Lebensmittel) im hiesigen Foodland. Unterdessen zogen Gewitterwolken auf, die glücklicherweise aber doch nicht ihre Schleusen öffneten, so dass wir trockenen Fußes wieder am Visitor Center ankamen, wo wir unser Auto (kostenlos) geparkt hatten.

Schnell waren die Rucksäcke gepackt & auf den Rücken geschnallt, so dass wir bald darauf zu unserer kleinen Wanderung aufbrachen. Eine weitere Empfehlung war nämlich der Burnt Point Loop Trail, der direkt hinter dem Aussichtsturm startet. Und das war ein wirklich schöner Wanderweg von knapp 5 km Länge. Er führte zunächst durch Wald & dann zu mehreren wunderbaren Lookouts direkt am Ufer der Georgian Bay. Die luden sehr zum Verweilen ein – nicht nur, weil es hier so leer war, sondern auch, weil die Natur so wunderschön war, dass man einfach nur staunen & Fotos machen konnte, um wenigstens ein bisschen von dieser Schönheit einzufangen. An einem Aussichtspunkt gingen wir sogar (zumindest mit dem Füßen) ins Wasser. A. wollte eigentlich richtig baden, aber irgendwie dann doch nicht. Zugegeben, es wehte ein mitunter kräftiger Wind (ohne den es aber wohl unerträglich heiß wäre) & das Wasser war recht kalt. Es ließ sich aber auch ohne Baden sehr gut aushalten. 🙂

Als wir von der Wanderung zurückkamen, gingen wir noch mal ins Visitor Center & machten einen Rundgang durch die Ausstellung über die Region. Sehr schön & interessant – wir waren nur alle nicht mehr so übermäßig aufnahmefähig. Und A. hatte immer noch die Idee, heute noch schwimmen zu gehen.

Es gibt genau einen Sandstrand auf der Bruce Peninsula. Der nennt sich Singing Sands & liegt am Lake Huron (also auf der anderen Seite der Halbinsel) nur etwa 15 Autominuten entfernt von hier. Zu dem fuhren wir anschließend (inzwischen war es bereits halb 7), aber nur Nico & ich gingen (mit den Füßen) ins Wasser. A. schoss Fotos & setzte sich auf eine Bank, um die Aussicht zu genießen. Herrlich auch hier!

Auf dem Campingplatz machten wir uns gleich an die Vorbereitungen für das Abendessen. Auch heute sollte es wieder Couscoussalat sowie Brot, Möhren & Dips geben. Leider, leider galt immer noch das Feuerverbot… Das wird wohl schwierig mit den Grillkartoffeln. 😉

Nach dem Essen ließen wir den Abend gemütlich bei Kerzenschein & ohne größere Mückenattacken am Picknicktisch ausklingen. Den Mücken war es heute anscheinend zu windig. Uns war das mehr als recht. 🙂

Für den Samstagmorgen hatten wir vereinbart, gegen 8 Uhr aufzustehen, damit wir rechtzeitig am Parkplatz bei der Grotte & dem Overhanging Point sein könnten, bevor der voll wäre. Diese beiden Orte gehörten zu den Empfehlungen der Mitarbeiterin aus dem Visitor Center von gestern. Wie sich herausstellte, war eine Ankunft gegen halb 11 bereits zu spät. An der Schranke zu dem entsprechenden Eingang des Bruce Peninsula National Park über die Lake Cyprus Road hieß es nur, dass alles voll sei (auch auf Leuchttafeln stand, dass die Parkplätze voll seien), wir es doch aber gern in ein paar Stunden noch mal versuchen könnten. What?! In ein paar Stunden?!

Okay, neuer Plan: Wir fahren zum benachbarten Halfway Log Dump (der uns ebenfalls empfohlen worden war) & wandern von dort aus zur Grotte. Die entsprechende Straße & der Parkplatz waren aber auch bereits voll. Diese Idee hatten anscheinend schon einige Leute vor uns. Was nun? A. hatte den Einfall, am Singing Sands Beach zu parken (dort kann man kostenlos stehen) & dann von dort aus zu Fuß zur Grotte aufzubrechen.

Das klang doch nach einem sehr guten Plan! Zwar würde das bedeuten, dass wir wohl etwa 10-11 km für eine Richtung laufen müssten, aber das sollte doch – trotz der Hitze – zu machen sein. Wir hatten Glück & bekamen quasi den letzten offiziellen Parkplatz am Strand. 🙂 Dann nur noch Rucksäcke geschultert & los ging’s.

Bis zur Schranke, an der wir vor gut 1 h abgewiesen worden waren, sind es vom Singing Sands Beach etwa 2 km. Frohen Mutes kamen wir erneut dort an & freuten uns schon… Aber wir hatten uns zu früh gefreut. Einer der Mitarbeiter kam uns entgegen & meinte, dass wir nicht zu Fuß auf das Gelände dürften. Das sei so Vorschrift. Bis zum Parkplatz seien es ja noch 5 km & dann noch mal 2-3 km bis zur Grotte – das wären ja schon für eine Richtung „9 hours of walking“. Wir sahen ihn völlig entgeistert & ungläubig an (das muss ein Bild für die Götter gewesen sein). Ich wusste nicht, worüber ich mich mehr wundern sollte – dass man hier nicht zu Fuß die Straße entlang darf (man kann sogar mit einer Geldbuße belegt werden) oder dass man 9 Stunden für den Weg bis zur Grotte bräuchte!

Da standen wir nun – ein bisschen wie bestellt & nicht abgeholt – & überlegten, was wir stattdessen machen könnten. Ein zweiter Mitarbeiter bestätigte uns, dass wirklich alles voll sei – überall im Nationalpark… Das war aber schwierig heute!

Etwas enttäuscht trotteten wir zum Singing Sands Parkplatz zurück. Überall war inzwischen die Hölle los – Autos über Autos, beinah Stoßstange an Stoßstange. Wir hatten es gestern & heute morgen schon auf dem Campingplatz gemerkt – fast alle Plätze waren belegt. An einem verlängerten Wochenende (am Montag ist Civic Holiday – ein Feiertag – in Kanada) im Sommer (zumal ja auch noch bestes Wetter war & somit auch noch Tagesausflügler dazukommen) wollen anscheinend alle raus in die schöne Natur. Crazy!

Wir entschlossen uns (neuer Plan 😉 ), es wirklich später (also am frühen Abend) noch mal im Nationalpark zu versuchen & jetzt erst mal zu einer ganz anderen Stelle zu fahren. Auf der Karte, die wir am Vortag im Visitor Center erhalten hatten, war etwa 40 km entfernt ein Leuchtturm eingezeichnet. Das sollte nun also unser Ziel sein. Die Fahrt nach Cabot Head dauerte fast eine Stunde & führte zum Ende hin einen staubigen Schotterweg entlang. Hier hatten wir Glück & bekamen ziemlich direkt einen Parkplatz. Yeah!

Der (ehemalige) Leuchtturm bzw. die Cabot Head Light Station wird von einem Verein betrieben & gehört nicht zum Nationalpark. Eintritt mussten wir nicht zahlen, aber es wurde eine Spende von mind. 5 CAD pro Erwachsenem (Kinder kommen kostenlos rein) gewünscht (auf Vertrauensbasis). Die zahlten wir gern – schließlich unterstützt man damit die Region & solch schöne Orte.

In der Light Station gibt es ein kleines Museum & man kann bis in den Turm hochsteigen & hat von oben einen wunderbaren Blick über die Georgian Bay. Wir wanderten anschließend den Pfad an der Bucht entlang, hielten an mehreren Lookouts an & mussten uns vor „Poison Ivy“ (eine giftige Pflanze, die man besser nicht berührt) in Acht nehmen, die hier überall wuchs. Als wir uns gerade auf den Rückweg zum Auto machen wollten, entdeckte Nico eine Schlange, die sich aus dem Wasser an Land schlängelte. Oh, wie aufregend! Wir beobachteten sie eine Weile & schossen jede Menge Fotos. Angeblich war es eine Wasserschlange, aber das müsste ich noch mal prüfen (sobald ich mal wieder zuverlässiges Internet habe – Nachtrag: Wir haben das geprüft & es war tatsächlich eine Wasserschlange!). In jedem Fall war es toll, eine Schlange so nah zu sehen! Sie verschwand irgendwann im Dickicht & wir liefen zum Auto zurück.

Als nächstes fuhren wir nach Tobermory & besorgten unser Abendessen im Foodland. Unser Plan war es, möglichst noch zur Grotte zu kommen & dort dann zu essen, daher besorgten wir Brot, Tomaten, Gurken & ein Pesto. Auch dieser Plan ging nicht ganz auf, aber fast…

Wir steuerten also bereits zum 3. Mal heute die Einfahrt zur Grotte an. Es sah erst vielversprechend aus (trotz der Anzeige, dass alle Parkplätze voll seien), aber an der Schranke hieß es dann doch: Leider ist alles voll, aber wir könnten es wohl gegen 20 Uhr noch mal versuchen (inzwischen war es bereits 18 Uhr), wobei es heute eher gar nicht mehr klappen würde. Hmm, okay – dann versuchen wir es noch mal am Halfway Log Dump & siehe da – hier hatten wir endlich Glück! 4 Autos mussten noch raus, dann konnten wir rein. Die Strecke bis zum Parkplatz war ebenfalls eine staubige Schotterstraße & dauerte eine gefühlte Ewigkeit! Als wir ankamen, sahen wir, wie klein der Parkplatz war. Hier fanden nicht mal 100 Autos Platz. Kein Wunder, dass es überall voll war! Allein auf unserem Campingplatz standen mehr Autos als hier & das ist nur EIN Campingplatz von mehreren in der Gegend.

Aber egal, wir waren fast am Ziel. Wir füllten zunächst die Tageskarte (Day Permit) für den Nationalpark aus (hier läuft das über eine so genannte Self Registration – man befüllt einen kleinen Umschlag mit dem entsprechenden Geld – derzeit 11,70 CAD pro Fahrzeug, trägt Name, Adresse & Kfz-Kennzeichen ein, wirft den verschlossenen Umschlag in eine Art Briefkasten & legt die Quittung hinter die Windschutzscheibe). Dann packten wir schnell das Abendessen & unsere Badesachen zusammen & wanderten den Kilometer bis zum Halfway Log Dump.

Wow! War das schön hier! Ein toller (weißer) Steinstrand, glasklares Wasser, Sonne, blauer Himmel, nur wenige andere Besucher… Was will man mehr?! Wir mussten erst mal ins kühle Nass. Das Wasser der Georgian Bay ist schon recht kalt, aber es tat sooo gut. Diese Abkühlung hatten wir uns mehr als verdient. Herrlich! Fantastisch! Danach wärmten wir uns in den letzten Sonnenstrahlen & aßen genüsslich unser Abendbrot. Wir waren rundum glücklich… Dieses wunderbare Stück Erde hier – man kann es kaum in Worte fassen, auch die vielen Bilder, die wir gemacht haben, können diese zauberhafte Stimmung nur ansatzweise wiedergeben. Man muss es gesehen haben & dabei gewesen sein. 😉

Nachdem die Sonne hinter den Bäumen verschwunden war, wanderten wir noch etwas am Strand entlang zu den Felsen & kletterten dort hinauf, um dahinter noch mehr wunderschöne Landschaft zu bestaunen. Wahnsinn! Wir waren uns einig: Das war soooooo schön! Unglaublich…

Überglücklich traten wir den Rückweg an & erreichten gegen halb 10 den Campingplatz. Für morgen hatten wir uns vorgenommen, schon gegen halb 7 aufzustehen, um es dann erneut bei der Grotte zu versuchen. Vielleicht klappt das ja doch noch?!

Am Sonntag ging der Wecker nun dementsprechend früh an. Heute war Abreisetag & auch letzter Campingtag für uns. Das Zelt war fix verstaut & wir verließen bereits kurz nach halb 8 den Campingplatz & fuhren in Richtung Lake Cyprus Road. Grotte, wir kommen! 🙂

Wir hatten tatsächlich Glück. Die Schranken waren offen. Wir konnten bis zum Cyprus Lake Office fahren & uns dort eine neue Day Permit holen (die von gestern galt nicht mehr – im Fathom Five National Marine Park gilt das Ticket hingegen 24 Stunden) – natürlich nachdem wir erst mal Schlange gestanden hatten. Gestern hatten wir mitbekommen, dass der Parkplatz an der Grotte bereits 9 Uhr morgens voll war – ich glaube, heute wird er schon halb 9 voll sein. Was hier schon an Leuten unterwegs war! Echt verrückt!

Auf dem Parkplatz (der hier deutlich größer dimensioniert war als beim Halfway Log Dump) gab es noch genügend Stellplätze, die sich aber auch rasch füllten. Wir bereiteten unser Müsli fürs Frühstück vor, packten noch die Badesachen ein & liefen den 1 km langen Georgian Bay Trail bis zur Felsenküste. Wir suchten uns ein ruhiges Plätzchen hoch oben auf den Felsen des Indian Head Cove & genossen beim Frühstück die wunderschöne Aussicht. Das war sehr entspannt!

Als wir aufbrachen, zog es sich bereits ein wenig zu. Zunächst nur Schleierwolken… Später kamen Gewitterwolken hinzu, aber ich greife vor. 😉 Inzwischen hatte sich der Steinstrand in der Nähe bereits so sehr gefüllt, dass man den Eindruck hatte, man sei in einem Freibad gelandet. Es war einfach nur laut, also wanderten wir an den Klippen entlang weiter zur Grotte. Aber auch hier war viel los, so dass man es allein aufgrund der Lautstärke nicht so recht genießen konnte.

Aber es gab ja noch den Overhanging Point – etwa einen weiteren Kilometer von hier entfernt. Der Weg war als „sehr schwierig“ eingestuft & an einigen Stellen einerseits sehr rutschig, da die Felsen so glatt sind, andererseits auch etwas mit Klettern verbunden, aber durchaus machbar. Später ging es durch den Wald bis zum Boulder Beach, einem weiteren (größeren) Steinstrand am Indian Head Cove. Dieser Teil des Weges gehört übrigens zum Bruce Trail, Kanadas ältestem & mit knapp 900 km auch längstem Wanderweg, der bei Niagara-on-the-Lake (der Beginn unserer Campingtour) startet & in Tobermory sein Ende findet.

Am Boulder Beach angekommen, sahen wir, dass relativ dunkle Wolken aufzogen & es schon sehr nach Regen aussah. Da wir uns nicht sicher waren, ob wir es trocken bis zum Overhanging Point & wieder zurück zum Parkplatz schaffen würden, entschieden wir uns für die sofortige Umkehr. Keiner von uns hatte Lust, bei Regen oder gar Gewitter über die rutschigen Felsen zu klettern.

Diese Entscheidung war goldrichtig! Wir waren noch keine halbe Stunde zurück am Parkplatz, wo wir erst mal ein wenig dösten (oder Blog schrieben 😉 ), als plötzlich ein wirklich heftiges Gewitter samt Regenguss über uns hereinbrach. Das war nicht nur für die Natur gut – seit Tagen muss es hier trocken gewesen sein, denn es galt immer noch die höchste Warnstufe für Waldbrände (also immer noch „complete fire ban“) & auch die Pflanzen entlang des Georgian Bay Trails waren komplett mit einer Schicht aus Staub bedeckt, der hier aufgewirbelt wird, wenn so viele Leute den Weg entlanglaufen. Auch für unser Auto war das prima – von den vielen Schotterpisten gestern zierte es ebenfalls eine dicke Staubschicht. So können wir uns wohl wirklich den Weg durch die Waschanlage sparen. 😉

Noch entspannen wir hier im Auto, aber bald werden wir uns auf den Rückweg nach Toronto machen. Unsere Campingtour durch Ontario hat wirklich sehr viel Spaß gemacht & fand ihren krönenden Abschluss zusammen mit A. auf der Bruce Peninsula. Vielen Dank, dass du uns begleitet hast! 🙂

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